21.12.2011

Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK

Großer Rücklauf bei Studie zur ­Kollaborativen Produktentwicklung

1400 Ingenieure beteiligen sich an einer Studie von Fraunhofer IPK, VDI und CONTACT zum Thema kollaborative Produktentwicklung und digitale Werkzeuge.

Im November führten das Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK und die CONTACT Software GmbH unter den Mitgliedern des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) eine Online-Umfrage zum Thema kollaborative Produktentwicklung und digitale Werkzeuge durch. Insgesamt beantworteten über 1400 Ingenieure den Fragebogen und lieferten damit eine hervorragende statistische Basis für eine der auch international größten Erhebungen in diesem Umfeld in den letzten zehn Jahren. Die Antworten werden nun vom Fraunhofer IPK wissenschaftlich ausgewertet und die Ergebnisse in einer Studie dokumentiert, die im kommenden Frühjahr erscheinen soll.

Die Produktentwicklung charakterisieren heute vor allem Teamwork, Partnernetzwerke und ein intensiver Austausch von Produktdaten. Die Bestandsaufnahme zeigt, wie Ingenieure ihre heutige Situation wahrnehmen, was vorrangige Anforderungen und Problemstellungen in der Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen und Unternehmen sind und wo digitale Werkzeuge eine bessere Unterstützung als bisher leisten müssten.

Über 350 Entwicklungsingenieure und mehr als 400 Projektleiter haben ihre Praxiserfahrungen bewertet; ebenso wie Geschäftsführer, Team- und Abteilungsleiter und Mitarbeiter aus den Bereichen IT und Prozesse (s. Graphik, zum Vergrößern klicken). Mehr als 50 Prozent der Rückläufer kamen zu etwa gleichen Teilen aus den Branchen Automobilbau und Transport sowie Maschinen- und Anlagenbau. Über die Branchen Luft- und Raumfahrt, Energietechnik, Elektrotechnik / Elektroindustrie, Verfahrenstechnik, Chemische Industrie, Kunststofftechnik, Medizintechnik, IT-Dienstleitungen im Ingenieurwesen und Ingenieurdienstleister ergab sich eine ausgewogene Verteilung.

Die Aufarbeitung der Ergebnisse erfolgt in den Themenfeldern Informationslogistik, Prozessmanagement, Produktdaten- und Product Lifecycle Management (PDM/PLM) sowie neue Medien in der Produktentwicklung. Ein erstes Fazit aus den erhobenen Daten kann Dipl.-Ing. Patrick Müller vom IPK-Geschäftsfeld Virtuelle Produktentstehung schon jetzt ziehen: »Für das Lösen technischer Problemstellungen, eigentlich die Kernaufgabe von Ingenieuren, haben mehr als die Hälfte der Befragten ihrer Einschätzung nach nicht genügend Zeit.« Weitere Teilergebnisse der Umfrage werden im Januar 2012 veröffentlicht, eine detaillierte Auswertung in Form einer umfassenden Studie wird dann im März 2012 vorgestellt werden.

Über das Fraunhofer IPK
Das Fraunhofer IPK betreibt in sieben Geschäftsfeldern und zahlreichen Dienstleistungszentren angewandte Forschung und Entwicklung für den industriellen Produktionsprozess. Das Institut erarbeitet Methoden und Technologien für das Management, die Produktentwicklung, den Produktionsprozess und die Gestaltung industrieller Fabrikbetriebe. Neben eigenen Beiträgen zur anwendungsorientierten Forschung werden neue Lösungen in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaft entwickelt. Die im Rahmen von Forschungsprojekten erzielten Basisinnovationen überführen unsere Fachleute gemeinsam mit Industriepartnern in funktionsfähige Anwendungen, deren Erprobung im Versuchsfeld des Produktionstechnischen Zentrums (PTZ) Berlin oder direkt vor Ort beim Kunden erfolgt.

Im Geschäftsfeld Virtuelle Produktentstehung entstehen neue Vorgehensmodelle, Entwicklungsmethoden und digitale Werkzeuge für die Informations- und Prozesssteuerung sowie das modellbasierte Entwickeln. Die Entwicklung der digitalen Engineering-Werkzeuge wird begleitet von Studien und industriellen Forschungsprojekten.

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