Großes Interesse trotz schwieriger Zeiten

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Westliche Technologie für die Produktion von Verpackungen und verwandte Prozesse sowie für die Herstellung von Kunststoff- und Kautschukwaren wird bei russischen Unternehmen nach wie vor sehr geschätzt. Die politischen Rahmenbedingungen, der Ölpreisverfall sowie eine fortgesetzte Rubelschwäche mit einer Inflationsrate von etwa 15,8 Prozent im vergangenen Jahr und die daraus resultierende zögerliche Kreditvergabe machen Investitionen vor allem für kleine Unternehmen jedoch schwierig.

Auf der anderen Seite besteht in Russland und den Nachbarstaaten nach wie vor erheblicher Investitionsbedarf. Vor allem die heimische Konsumgüter-, Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie ist gefordert, Produktionsprozesse und Produktqualität zu optimieren, um Importe substituieren zu können. Sich über innovative Technologien auf dem Laufenden zu halten, Geschäftsbeziehungen zu Anbietern zu pflegen oder neu zu knüpfen stand daher für die Besucher der interplastica und UPAKOVKA/UPAK ITALIA 2016 im Fokus. 20.900 Fachleute aus Russland und den Nachbarstaaten kamen vom 26. bis 29. Januar ins Moskauer Messezentrum Expocentre in Krasnaya Presnya - rund 1.900 mehr als 2015. Die Stimmung in den Hallen war auffallend gut, die Aussteller berichteten von äußerst interessierten und teilweise auch orderbereiten Geschäftsleuten. Insgesamt präsentierten bei beiden Messen 828 Unternehmen aus 38 Ländern ihre Angebote.

„Russland ist nach wie vor ein potenziell bedeutender Markt, der aktuell durch schwierige Zeiten geht. Momentan wird es vor allem mittleren und kleinen russischen Unternehmen nicht leicht gemacht – das Problem der Finanzierung geplanter Investitionen ist sehr groß. Dennoch ist der Markt keineswegs zum Stillstand gekommen. Das Interesse an hochwertigen und innovativen Maschinen, Systemen und Materialien ist nach wie vor groß, die Unternehmen wollen investieren und bemühen sich, geplante Projekte auch zu realisieren. In einer solchen Situation spielen Messen eine wichtige Rolle!

Die Aussteller haben mit ihrer Teilnahme bewiesen, dass sie nicht nur den kurzfristigen Erfolg im Auge haben, sondern auf nachhaltige Beziehungspflege setzen. Dies wurde klar honoriert,“ kommentiert Matthias Werner Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf. Die Messegesellschaft richtet mit ihrem Tochterunternehmen Messe Düsseldorf Moskau OOO die beiden Fachmessen interplastica und UPAKOVKA/UPAK ITALIA aus, letztere in Kooperation mit dem italienischen Veranstalter CPA.

Die Besucher äußerten sich übereinstimmend positiv über das vielfältige Firmen- und Produktspektrum, die zahlreichen Produktpremieren und die Präsenz vieler Marktführer. Aber auch Spezialanbieter und Newcomer konnten sich über lebhaften Betrieb an ihren Messeständen freuen.

Für deutsche Maschinenbauer ist Russland nach wie vor ein interessanter Absatzmarkt, auch wenn die Zahlen aktuell rückläufig sind. Die deutschen Exportlieferungen von Kunststoff- und Gummimaschinen nach Russland beliefen sich im Zeitraum Januar bis November 2015 auf 118,8 Mio Euro; das ist ein Minus von 16,7 Prozent gegenüber demselben Vorjahreszeitraum. Trotz dieses Auftragsrückgangs bleibt Deutschland wichtigster Lieferant in diesem Segment. 2014 (Zahlen für 2015 sind noch nicht verfügbar) lag der deutsche Marktanteil bei 23,9 Prozent. Es folgte Italien mit 12,6 Prozent vor China mit 11,6 Prozent. Der Weltexport von Kunststoff- und Gummimaschinen nach Russland wies im Jahr 2014 ein Plus von 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf und entsprach einem Gesamtwert von 660,0 Mio. Euro.

Bernd Nötel vom Fachverband Kunststoff- und Gummimaschinen im VDMA freut sich, dass die traditionell vertrauensvollen deutsch-russischen Geschäftsbeziehungen auch in schwierigen Zeiten Bestand haben: „Maschinen aus Deutschland haben hier im Land einen sehr guten Ruf, und auch der Service der deutschen Unternehmen wird überaus geschätzt. Die deutschen Anbieter haben ihre Präsenz vor Ort genutzt, um den engen Kontakt zu den Kunden zu halten und ihre Neuheiten vorzustellen. Die Finanzierung geplanter und auch notwendiger Investitionen stellt aktuell das größte Problem dar. Doch es besteht durchaus Optimismus für die Zukunft - zumal erkennbar wird, dass seitens der russischen Regierung Anstrengungen unternommen werden, um im Land den Aufbau der Produktion voranzutreiben. Die Entwicklung der Wertschöpfungskette ist lange vernachlässigt worden – die aktuell niedrigen Öl-und Gaspreise sorgen für Bewegung auf diesem Gebiet.“ Nötel resümierte, dass viele deutsche Firmen mit gedämpften Erwartungen zur interplastica gekommen seien, diese aber durch die gestiegene Zahl und das gute Niveau der Kundenkontakte deutlich übertroffen wurden. Der VDMA-Fachverband selbst hatte zusammen mit dem Fachverband Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen am ersten Messeabend zu einem geselligen Austausch zwischen deutschen Anbietern und russischen Kunden eingeladen und war über die positive Resonanz sehr erfreut.

Italien präsentierte sich gewohnt stark im Rahmen der interplastica, zahlreiche Individualaussteller und der große Gemeinschaftsstand boten in den Hallen 1 und 3 einen umfassenden Überblick. Und obwohl auch die italienischen Hersteller im vergangenen Jahr weniger Maschinen und Werkzeuge nach Russland verkaufen konnten als 2013, setzen die Firmen doch auf langjährige gute Kundenkontakte und die Qualität ihrer Produkte. Das bestätigt Mario Maggiani, Geschäftsführer des italienischen Maschinenbau-verbandes Assocomaplast: „Die Exporte von Kunststoff- und Gummimaschinen sowie –formen sind im Jahr 2014, verglichen mit dem Vorjahr, um 12 Prozent gesunken, d.h. von 119,5 auf 105,3 Millionen Euro. Und wenn wir 2015 betrachten, müssen wir anhand der bislang vorliegenden Zahlen für die ersten drei Quartale sogar von einem Rückgang von 20 bis 30 Prozent ausgehen. Russland ist damit auf den achten Platz in unserer Exportstatistik gefallen, nachdem es jahrelang zu den fünf wichtigsten Absatzmärkten für die italienischen Produzenten von Kunststoff- und Gummimaschinen zählte.“ Obwohl man angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds, insbesondere der Rubelschwäche, des Ölpreisverfalls und der Sanktionen, nicht mit einer kurzfristigen Besserung rechne, lagen der gute Besucherzuspruch zur interplastica und die konkreten Gesprächen doch deutlich über den Erwartungen der italienischen Aussteller, so Maggiani.

Das Angebot der interplastica-Aussteller wurde ergänzt durch ein fachliches Rahmenprogramm. Im „Meeting Point Raw Materials“ auf der Polymer Plaza in der Messehalle 1 fanden Vorträge und Diskussionsrunden statt, in denen Rohstoffpreise, Kunststoffrecycling und Additive Fertigung im Mittelpunkt standen. Zudem präsentierten Aussteller in offenen Seminaren innovative Produkte und Verfahren.

Die nächste interplastica in Moskau wird vom 24. bis 27. Januar 2017 stattfinden, erneut parallel zur UPAKOVKA/UPAK ITALIA. Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.interplastica.de und bei der Messe Düsseldorf GmbH, Thomas Franken, Tel. 0211/4560-7739, E-Mail: FrankenT@messe-duesseldorf.de, und Claudia Wolfgram, Tel. 0211/4560-7712, E-Mail WolfgramC@messe-duesseldorf.de.

Ausstellerstimmen von der interplastica 2016:

Albena Vasiljeva, Head of Communication, Government and Public Relations, COVESTRO

Wir präsentieren auf der interplastica 2016 einen neuen Namen unter den Ausstellern. COVESTRO, ehemals BAYER MATERIAL SCIENCE, ist in den Markt eingetreten. Die Messetage waren sehr effizient, das Jahr beginnt für uns mit guten Eindrücken.

 

Klaus-Peter Welsch, Verkaufs & IT-Leiter Geiss AG

Unsere Erwartungshaltung für die interplastica 2016 war gleich null. Wir haben allerdings eine positive Überraschung erlebt: Es war der beste 1. Messetag seit Teilnahme an der interplastica. Am 2. Messetag war unser Stand komplett belegt, erst am 3. Messetag flaute es etwas ab.

Erstmalig hatten wir einen Materialanbieter am Stand, was einen gewissen Show- und Vorzeigeeffekt hatte. Der Anspruch der Kunden und die Qualität der Besucher war ausgesprochen gut. Die Kunden kamen mit gezielten Anfragen an den Stand und es wurden Geschäfte direkt auf der Messe abgewickelt. Unsere Besucher kommen aus ganz Russland und der GUS, von St. Petersburg bis Usbekistan.

 

Andrey Seleznev, Commercial Director der HAITIAN RUSSIA

Wir haben eine solche Besucherzahl nicht erwartet. interplastica 2016 war für unser Unternehmen ein viel größerer Erfolg als die Messe im Vorjahr. Der Markt ist etwas abgestürzt, doch die Kunden sind auf ein perspektivenreiches Jahr eingerichtet, sie kommen bereits mit reellen Projekten. Bis zu unserer Messeteilnahme waren die Aussichten auf die Geschäftsentwicklung im Jahr 2016 nicht besonders optimistisch. Allerdings sind wir nach den vier aktiven und erfolgreichen Messetagen zuversichtlich geworden, was unsere Zukunft anbelangt. Dank der Messe haben wir neue potenzielle Auftraggeber akquiriert. Das hilft uns, positive Prognosen für nächstes Jahr zu machen.

 

Artur Shamkalov,Sales Director Heitz GmbH & Co.KG

Für die Firma Heitz ist die Präsenz auf dem russischen Markt extrem wichtig, und auf der interplastica ist das Niveau der Besucher sehr hoch. Unsere Kunden kommen nicht nur aus der Moskau-Region, sondern aus Finnland, Weißrussland und dem Baltikum. Geschäftsanbahnungen von der interplastica 2014 stehen jetzt, 2016, kurz vor dem Abschluss.

 

Anastasija Selekhanova, Senior Specialist der Assoziation Nonprofit Partnership INNOKAM

Die Ergebnisse der Messe zusammenfassend, können wir sagen, dass an allen Messetagen Hochbetrieb herrschte. Wir sind davon überzeugt, dass 40 Prozent aller Meetings und Verhandlungen erfolgreich waren und in unterzeichneten Verträgen enden werden. Das ist ein sehr gutes Ergebnis für uns – wir präsentieren zum ersten Mal eine Anlage der neuen Generation zur Herstellung großformatiger Thermoplast-Umformteile. Heutzutage leidet die Branche unter Rohstofflieferengpässen, die Preise steigen auf und ab, man ist auf der Suche nach neuen Lieferanten. Doch jede Krise bedeutet für das Unternehmen einerseits Schwierigkeiten, andererseits Chancen, neue Kunden zu finden und einen neuen Kurs einzuschlagen.

 

Raj Kumar Lohia, Chairman & Managing Director, Lohia Corp.

Ich kenne Russland seit Ende der 80er Jahre, damals war es noch die Sowjetunion. Auch in den Jahren ab 1990 habe ich das Land bereist, als sich das gesamte politische und wirtschaftliche System im Umbruch befand, nicht sehr robust war und sehr chaotisch. Nun habe ich zum ersten Mal seit 10 Jahren wieder in Moskau die interplastica besucht und war wirklich angenehm überrascht. Trotz der Rohstoffkrise und der Abwertung des Rubels sind die Menschen viel positiver eingestellt und sehr geschäftsorientiert. Sie zeigen Vertrauen in ihre politische Führung und den Fortschritt ihres Landes.

Während der interplastica 2016 zählten wir an unserem Messestand sehr viel mehr Kunden aus Russland und den GUS-Staaten als wir erwartet hatten. Unser Team war ständig im Gespräch mit potenziellen Kunden und wir werden ganz sicher an der kommenden interplastica teilnehmen. Russland ist sehr groß und die interplastica der ideale Treffpunkt, um Kunden aus allen Landesteilen zu treffen. Unser Unternehmen ist gut aufgestellt, um auch in Zukunft in Russland erfolgreich tätig zu sein.

 

Olga Zholobnjuk, Leiterin des Pressezentrums der OOO TD Plastik

Wir präsentieren unser Unternehmen auf der interplastika zum ersten Mal und sind vom Ansturm auf unserem Stand positiv überrascht! Jetzt ist die Zeit des russischen Rohstofferzeugers gekommen. Materialbearbeiter sind auf der Suche nach einem verlässlichen Partner, einen, mit dem eine lukrative Zusammenarbeit unabhängig von Kurssprüngen möglich wäre. Der Importmarkt für Kunststoff schrumpft und der Anteil der russischen Hersteller wächst. Allein im vergangenen Jahr hat unser Unternehmen 10 Prozent Wachstum gehabt. Es hat uns 27 Prozent des gesamten Kunststoffmarktes Russland gebracht. Im Grunde haben wir die Nische eingenommen, die früher ausländischen Unternehmen vorbehalten war. Zurzeit haben wir ein neues Material auf den Markt gebracht, das sich an Elektronik und Haushaltstechnik orientiert. Das wird ein würdiger Importersatz sein!

Die Messeteilnahme wird unserem Unternehmen das erforderliche Image vermitteln sowie das Ansehen seitens der Polymergemeinschaft bringen. Innerhalb von vier Messetagen kann man produktive Business-Meetings durchführen und neue Kunden kennenlernen. Auf der Messeplattform werden Marketing, Logistik und Ausrüstung unter einen Hut gebracht. Es gibt uns die Möglichkeit, alle Angelegenheiten gleichzeitig zu klären und interessierten Besuchern bei der Suche nach neuen Geschäften und neuen Chancen zu helfen!

Anzeichen der Zeit: Aus dem Iran wächst für russische Unternehmen ein neuer Wettbewerb heran.

 

Stephen Fahr, Key Account Manager A. Schulman

Ich ziehe eine Messebilanz mit verhaltenen Optimismus. Man merkt bei den Anfragen der Kunden, dass die Qualität im Vordergrund steht. Die Geschäftsbeziehungen zu Russland sind gut, uns insbesondere am starken zweiten Messetag hatten wir von morgens an Kundenbesuche. Es gab Ansätze von Geschäften, die Entwicklung beginnt hier und kann sich auf der K 2016 in Düsseldorf fortsetzen. Unser Kundenkreis kommt u.a. aus der Uljanowsk- Region und aus St. Petersburg.

 

Nikolaj Proporov, Geschäftsführer der ООО SOLAN-D

Unser Unternehmen strebt an, Einheitslieferant für vielfältige Lösungen der technischen Betriebsausstattung zu werden. Trotz der instabilen Wirtschaftssituation bemerken wir aktives Geschäftswachstum und steigende Auslastung. Im letzten Jahr haben wir unsere Engineering-Sparte verstärkt, dieses Jahr die Montageabteilung. Wir haben auch unser Lager ausgebaut, eine eigene Metallbearbeitungsproduktion eröffnet und neue Ausrüstung entwickelt. Wir möchten die gute Organisation der Messe sowie das hohe Niveau der Fachbesucher auf der interplastika 2016 unterstreichen!

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