10.12.2010

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Gute Stimmung und starke Impulse - K 2010 übertrifft Erwartungen deutlich

Anhand eines Solar-Impulse-Modells demonstrierten Solvay und Bayer MaterialScience (BMS) ihre Lösungen für den Leichtbau. Bei dem Flugzeug kam u. a. ein sehr leichter PU-Hartschaum der Puren GmbH, basierend auf Rohstoffen von BMS, zum Einsatz.Bei den 3 102 Ausstellern herrschte fast allerorten eine gehobene Stimmung. Werner Matthias Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf, freut sich über ein gutes Ergebnis: "Mit mehr als 220 000 Fachbesuchern liegt die K 2010 deutlich über den Erwartungen, die wir angesichts der gerade erst zu Ende gehenden Krise in der Branche hegen durften!" Verglichen mit 2007 ist die Zahl der Besucher um etwa 9 % zurückgegangen. Doch damals befand sich die Branche in einer Hochphase, der die kurz darauf folgende weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise ein Ende bereitete.

Ulrich Reifenhäuser, Vorsitzender des Ausstellerbeirats, bemerkte: "Es ist deutlich zu spüren, dass sich während der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise ein Investitionsstau aufgebaut hatte. Nun steigt weltweit die Nachfrage, und wir registrieren ein überwältigendes Kundeninteresse aus unseren Abnehmerbranchen. Die Innovationen, die auf der K 2010 Premiere haben, sorgen für einen kräftigen Schub im Auftragseingang. Jetzt kommt den Unternehmen zugute, dass sie auch in den schlechten Zeiten ihre Stärken ausgebaut, Neuheiten entwickelt und ihre Wettbewerbsfähigkeit entschieden gestärkt haben!"

Besucherstruktur

Weit mehr als die Hälfte (annähernd 60 %) der Besucher kamen nicht aus Deutschland. Der Anteil der Besucher aus Übersee ist um 3 % gestiegen. Zur K 2007 stammten noch 57 % aller ausländischen Gäste aus Europa, in diesem Jahr waren es 54 %. Die größte Gruppe kam dabei aus Asien - etwa 30 000 Fachleute. Mit rd. 11 000 Besuchern stellte Indien erneut hier den größten Anteil. Im Vergleich zu 2007 kamen auch mehr Besucher aus Ägypten, Brasilien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Mit rd. 10 500 ist die Zahl der Gäste aus Lateinamerika stabil geblieben, aus den USA und Kanada kamen etwa 6 800 Besucher. Bei den Besuchern aus den europäischen Nachbarländern dominierten mit jeweils rd. 7 000 Besuchern Frankreich und die Niederlande, gefolgt von Italien, Belgien und Österreich.

Stimmen der Branchenverbände

Aus Sicht des Fachverbandes Schaumkunststoffe und Polyurethane (FSK) zeigte die K die aktuelle positive Entwicklung in den Märkten und hat gute Geschäfte und Geschäftskontakte gebracht. Laut FSK konnte man bei den Messebesuchern den Eindruck gewinnen, dass der Anteil der Kunststoffverarbeiter und Fachbesucher aus der Branche anteilsmäßig höher war als sonst und daher die Maschinen- und auch Rohstoffhersteller gute Kontakte und Geschäfte verzeichnen konnten. Auf Seite der Rohstoffe sei nicht die Nachfrage das Problem, sondern eher die Lieferfähigkeit und die Preisentwicklung. Insofern liefen die Gespräche bei Rohstoff- und Halbzeugherstellern eher in Richtung bestmögliche Erfüllung der Bestellungen und Lieferungen, so der Verband. Wie nachhaltig die aktuelle Nachfrage und Marktentwicklung sein wird, bleibe offen. Das langfristig die Rohstoff- und Preissituation ein akutes Thema sein wird, ist nach Ansicht des FSK sicher unbestritten. Trotz vieler Anfragen von Abnehmerindustrien nach Herstellern von Polyurethanfertigteilen oder Schaumstofflösungen hatte man den Eindruck, dass gerade Besucher von den Abnehmerindustrien etwas nachgelassen haben, so heißt es.

Nach Aussage des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) können die bereits im Aufschwung befindlichen deutschen Maschinenbauer durch die K einen weiteren deutlichen Schub erwarten. Auf der Basis der seit Jahresbeginn anziehenden Auftragseingänge - plus 85 % von Januar bis September 2010 im Vorjahresvergleich - komme man erheblich schneller als erwartet auf Vorkrisenniveau. Der VDMA rechnet mit einem Umsatzwachstum von etwa 15 % für 2010 und einem erneuten Wachstum von etwa 10 % für 2011.

Auch die Kunststofferzeuger, vertreten durch PlasticsEurope, vermeldeten Zufriedenheit rundum. Die Erwartungen seien sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht voll erfüllt worden. In den Gesprächen sei kein einzelnes, dominantes Thema auszumachen gewesen. Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Innovation seien jedoch immer wieder von besonderem Interesse gewesen. Der Anteil der ausländischen Besucher an den Ständen der Erzeuger lag ersten Schätzungen zufolge deutlich über 60 %, punktuell sogar höher.

Auch der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV) beurteilt den Messeverlauf als durchweg positiv. Die kunststoffverarbeitende Industrie in Deutschland hat 2009 ca. 46 Mrd. EUR erwirtschaftet. Das entspricht einem Umsatzminus von 14 %. Im ersten Halbjahr 2010 hat man gegenüber dem Vorjahreszeitraum 15 % mehr umgesetzt. In allen Sparten der Kunststoffverarbeitung sind aktuell erhebliche Zuwachsraten zu verzeichnen. Insbesondere die Zulieferer der Automobilindustrie profitieren von der stark gestiegenen Nachfrage. Allerdings ist die Rohstoffverfügbarkeit für viele Verarbeiter ein nach wie vor dominierendes Thema. Die Engpässe in der Rohstoffversorgung und v. a. die zahlreichen Force-majeure-Meldungen der zurückliegenden Monate waren ein großes Thema. Der GKV sagte, dass er dies zum Anlass nehmen wird, den Mitgliedern seiner Trägerverbände weitere rechtliche Hilfestellungen an die Hand zu geben, um sich gegen die ungerechtfertigte Einwendung höherer Gewalt wehren zu können.

Der Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie (wdk) wertet die K rückblickend "alles in allem gesehen" wieder als großen Erfolg. Die Hersteller von Rohstoffen für die Kautschukindustrie berichten nach Aussagen des wdk, dass sie sehr gute, auf hohem Niveau stattfindende Gespräche führen konnten. Allerdings seien nur wenige direkte Abschlüsse getätigt worden. Angesichts der hohen Rohstoffpreise und zum Teil problematischer Verfügbarkeit hätten viele Besucher die Chance genutzt, Alternativlieferanten zu suchen. Anders sehe es bei den Herstellern von Maschinen zur Kautschukverarbeitung aus. Hier zeige sich, dass ein erheblicher Nachholbedarf bei Investitionen gegeben ist, die aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung der letzten beiden Jahre aufgeschoben worden waren.



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