24.08.2015

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Handtmann Elteka: Gegossene Kunststoff-Riesen aus PA 12C

Was haben ein 2.500 mm großer Biogas-Propeller und ein 1.500 langer Roboterarm gemein? Und was macht sie gleichzeitig so außergewöhnlich? Beide Bauteile sind aus Kunststoff gegossen. Genauer: Aus dem PA 12C "Lauramid". Und beide veranschaulichen eindrucksvoll das Guss-Know-how der PA 12C-Experten von Handtmann Elteka: Die Komponenten sind, trotz ihrer immensen Größe, in einer Kontur am Stück gegossen und ersparen somit aufwändige Nachbearbeitung.

Bis zu 10 m Länge oder 750 kg Gewicht - das PA 12C "Lauramid" kann in fast jede beliebige Form gegossen werden. Je größer das zu gießende Bauteil ist und je mehr Material damit vergossen wird, desto schwieriger ist der Guss an einem Stück. Die Herausforderung dabei liegt vor allem im physikalischen Schwinden der Materialmenge während des Polymerisationsprozesses. Wie jeder gegossene Werkstoff unterliegt auch die "Lauramid"-Schmelze beim Abkühlen einer Schwindung. Angesichts der Materialmenge, die z.B. bei einem großen Bauteil wie dem 2.500 mm großen Biogas-Propeller vergossen wird, ist dieser Schwund ein bedeutender Faktor im Herstellungsprozess, denn die Stellen der Materialschwindung können nicht immer 100% vorausberechnet werden. Es gilt, Schwindungslunker zu vermeiden, die Konturtreue der aufwändigen Freiformflächen nicht zu verschlechtern und stets für eine gleichmäßige Kühlung der Gussform zu sorgen, um im Ergebnis eine optimale porenfreie Oberfläche zu erreichen. Notwendig dafür ist ein intensiver Konstruktions- und Planungsprozess, der neben Wissen und Erfahrung auch ein besonderes "Gespür" für den Guss verlangt.

Kein Guss wie der andere
Einmal ausgetüftelte Vorgehensweisen können nicht per se eins-zu-eins für jedes Folgeprojekt übernommen werden. So erforderte auch das jüngste Projekt, der 2.500 mm lange Biogas-Propeller, echte Guss-Pionierarbeit der Handtmann Elteka Crew. Eine schwindungsbehindernde Stahlnarbe und starke Wandstärkenunterschiede erschwerten die Berechenbarkeit des Formablöseverhaltens und dadurch die Reproduzierbarkeit der Konturverläufe. Die Lösung: Eine vom Technikerteam speziell konstruierte Gussform mit Schwenkvorrichtung und gezielte Anpassung der Temperatureinwirkung beim Temper- und Abkühlprozess.

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