14.03.2013

Leibniz Universität Hannover

Handy-App hilft gegen Alkoholmissbrauch

Gemeinsames Projekt der Suchtberatung Osterode und des Fachgebiets Software Engineering

Immer mehr Jugendliche greifen am Wochenende zur Flasche: Der Alkoholkonsum bei Minderjährigen ist in den vergangenen Jahren rasant angestiegen. Eine eigens entwickelte Handy-App soll nun zur Suchtprävention beitragen. Die „HaLT Handy App“ wurde vom HaLT Projekt im Landkreis Osterode am Harz in Zusammenarbeit mit Studierenden der Leibniz Universität Hannover als erste Präventionsapp für Smartphones entwickelt. Dabei wurden sie durch das Fachgebiet Software Engineering der Fakultät für Elektrotechnik und Informatik betreut. Das Projekt ist am heutigen 20. Februar 2013 in Berlin von Gesundheitsminister Daniel Bahr beim Bundeswettbewerb Alkoholprävention ausgezeichnet worden.

Die App besteht aus drei Teilen: Notfallhilfe, Information und Quiz. Der Notfallteil leitet durch einen medizinischen Notfall und gibt Erste-Hilfe Anweisungen. Er ist auch als Simulation erfahrbar, ohne dass automatisch der Notarzt gerufen wird. Der Infoteil klärt über Promille, Jugendschutz und jede Menge Gerüchte auf. Das Spiel stellt verschiedene Situationen dar, in denen Jugendliche Alkohol konsumieren können, oder aber sich dagegen entscheiden können. Je nachdem gibt es Plus oder Minuspunkte.

Die Kooperation zwischen der Leibniz Universität Hannover und der der Suchtprävention aus Herzberg ist dabei einzigartig. Professor Kurt Schneider aus dem Fachgebiet Software Engineering war begeistert von der Idee und band die App-Entwicklung in eine Lehrveranstaltung für Studierende ein. Sie gestalteten die Programmteile und setzten die Ideen von Sabine Kowalewski (Fachstelle für Sucht und Suchtprävention Herzberg) und Stefan Buchwald (Jugendpflege Stadt Bad Lauterberg) um. Die beteiligten Studierenden blieben nicht unberührt vom Thema Alkoholprävention. Innerhalb des Kurses entspannen sich zahlreiche Diskussionen.

Im Fachgebiet Software Engineering werden Studierende in modernen Softwareentwicklungsmethoden unterrichtet und können in diesem Zusammenhang am Labor „agile Softwareentwicklung“ teilnehmen. Dort wenden sie agile Methoden an, die unter anderem auf besonders intensive Kommunikation mit dem Kunden ausgelegt sind. Zudem beschäftigt sich das Fachgebiet verstärkt mit der Entwicklung von Apps und vermittelt in verschiedenen Lehrveranstaltungen Inhalte dazu. Besonders in Projekten, Laboren und Abschlussarbeiten können die Studierenden die App-Entwicklung an praktischen Beispielen erproben.

Die „HaLT Alkohol Notfall“ App steht im Google Playstore kostenlos zum Download bereit. Sie wurde bereits mehr als 1.200 Mal heruntergeladen.

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