25.10.2013

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Hekuma: Effiziente Produktion von Needle Hubs für Insulin Pens

Needle Hubs für Insulin Pens sind klassische Einwegprodukte. Mit einem Gewinde für die Pens und einem kurzen, zylinderförmigen Mantel für die Injektionsnadel versehen, werden sie zur Injektion des Insulins aufgeschraubt und danach entfernt und entsorgt. Diabetiker, die sich ihr Insulin spritzen, benötigen in der Regel mehrere Hubs pro Tag. Legt man dabei zugrunde, dass in Deutschland rund sechs Millionen Diabetiker leben, ergibt das allein hierzulande einen jährlichen Verbrauch in Milliardenhöhe.

Als reines Kunststoffprodukt fallen die Materialkosten bei der Produktion von Needle Hubs laut Hekuma kaum ins Gewicht. Für Hersteller gelte daher die einfache Formel: je höher die Stückzahlen, die pro Zeiteinheit produziert werden können, umso kostengünstiger die Produktion - eine gleichmäßig hohe und verlässliche Standardqualität vorausgesetzt.

Gemeinsam mit dem Formenbauer Braunform und dem österreichischen Hersteller von Spritzgießmaschinen Engel als Partner präsentierte der bayerische Anlagenbauer Hekuma anlässlich der K 2013 ein System, das die Geschwindigkeit bei der Produktion von Needle Hubs um bis zu zwanzig Prozent erhöhen soll - bei gleichzeitiger Qualitätssteigerung und höherer Verfügbarkeit des gesamten Prozessablaufs.

Bei der auf dem Stand von Engel präsentierten Fertigungsanlage war Hekuma für die Prozessautomation von der Entnahme der Needle Hubs aus dem Werkzeug über die Kontrolle bis zur Abgabe der Produkte zuständig. Diese umfasst die Entnahme mittels seitlicher Linearachse (HEKU DS) und Greifer, die zur Qualitätskontrolle eingesetzte Kamera, der Transfer sowie die Ablage in Beuteln.

Der Entnahmeroboter, der die Needle Hubs aus dem Werkzeug entnimmt, wurde dabei komplett von Hekuma entwickelt und bereits auf der NPE 2012 vorgestellt. Im Unterschied dazu bietet die aktuelle Anlage einen 96-fach anstelle eines 16-fach Greifers an. Mit 16 G erreicht sie den Angaben zufolge im Branchenumfeld nicht nur Spitzengeschwindigkeits- und -beschleunigungswerte, sie schaffe es auch, Geschwindigkeit, Beschleunigung und Bremskontrolle mit einer gleichermaßen hohen Positionierungspräzision zu verbinden.

Im ersten Schritt nach dem Einqueren des Greifers saugt das integrierte Vakuumsystem die Teile vom Werkzeug an die Greifer heran. Mit dem Einsatz von Lichtschranken wird parallel kontrolliert, ob die entsprechenden Zwischenräume auch tatsächlich frei sind. Erst dann wird das Signal zum Ausqueren des Greifers und anschließendem Schließen des Werkzeugs gegeben. Hinsichtlich der Funktionalität des Gesamtsystems sorgt der Einbau dieser Kontrollinstanz dafür, dass eine Beschädigung der Werkzeuge im Fertigungsprozess ausgeschlossen werden kann.

Als zweite Kontrollinstanz, in diesem Fall zur Überprüfung der Produktqualität, wurde eine Kamerastation in das bestehende System integriert. Diese überprüft die Bohrungen in den Needle Hubs. Die Kamera sei dabei in der Lage, sofort zu erkennen, ob Stifte innerhalb des Fertigungsprozesses beschädigt wurden. Ist dies der Fall, löst sie einen Selektionsmechanismus aus, welcher die Schlechtteile automatisch aussondert und damit eine spätere, sehr viel kosten- und zeitintensivere Qualitätskontrolle überflüssig macht.

Ein weiterer Vorteil der Anlage bestehe darin, unterschiedliche Teile innerhalb eines gemeinsamen Zyklus zu produzieren, sofern ihre Eigenschaften ein hohes Maß an Ähnlichkeit aufweisen (gleiches Schussgewicht). Möglich sei dies durch die kavitätenreine Ablage, die dafür sorgt, dass die einzelnen Fertigungsstücke nicht miteinander vermengt werden.

So sei die auf der K-Messe ausgestellte Anlage in der Lage gewesen, gleichzeitig Needle Hubs mit einer Bohrung von 0,5 und 0,3 mm zu fertigen. Auch Unternehmen, die ihre Produkte hauptsächlich in kleinere Stückzahlen fertigen, sollen auf diese Weise ihr System auslasten und schnell und kosteneffizient produzieren können (weniger Personal, Arbeitsraum, Wartungseinsatz).

Weitere Informationen: www.hekuma.com

K 2013, 16.-23.10.2013, Düsseldorf

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