04.12.2013

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.

Herzbedingte Todesfälle um 25 Prozent verringern

"Herz-Kreislauf-Krankheiten inklusive Schlaganfall sind weltweit für 17 Millionen Todesfälle pro Jahr verantwortlich, nach den Berechnungen der World Heart Federation (WHF) wären 80 Prozent davon vermeidbar“, so Prof. Dr. Christian Hamm, Präsident der DGK, anlässlich der Herbsttagung der DGK in Dresden. Die Kampagne „25 bis 25“ verfolgt deshalb das Ziel, bis 2025 vorzeitige Tode in Folge von nichtübertragbaren Krankheiten wie z. B. Herz-Kreislauf-Krankheiten um 25 Prozent zu verringern. Investment in die Prävention sei die nachhaltigste Maßnahme gegen die Epidemie von Herz-Kreislauf-Krankheiten, argumentiert die WHF.

Der Weg zum Ziel der 25prozentigen Reduktion der Herz-Kreislauf-Mortalität soll über das systematische Erfassen des individuellen Risikoprofils von Menschen und das bestmögliche medikamentöse Behandeln aller beeinflussbaren Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck und ungünstigen Blutfettwerten führen. „Weiters im Fokus der WHF-Initiative sind Rauchen, Bewegungsmangel, ungesunde – unter anderem salzreiche – Ernährung und die Gesundheit schädigender Alkoholkonsum“, so Prof. Hamm.

Die WHF startet zur Umsetzung des Ziels „25 bis 25“ das Champion Advocates Programme. Zielgruppen sind

Kardiologen und medizinisches Fachpersonal, mit dem Ziel der Unterstützung der Implementierung von Leitlinien zur Sekundärprävention in Praxen und Kliniken;
Journalisten, mit dem Ziel der vermehrten Berichterstattung über die Primär- und Sekundärprävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen; und
aufstrebende Führungskräfte („Emerging Leaders“), mit dem Ziel, dass sie die Anliegen von HKE-Prävention und -Behandlung gegenüber der Gesellschaft stärken.
„Grundlage für eine Evidenz-basierte Therapie sind heute die Leitlinien medizinisch-wissenschaftlicher Fachgesellschaften“, so Prof. Hamm. Die DGK erarbeitet und publiziert seit Jahrzehnten solche Kommentare, Konsensuspapiere, Positionspapiere, Empfehlungen, Pocket-Leitlinien, Curricula etc. Damit soll zur Fort- und Weiterbildung der Kardiologinnen und Kardiologen in Deutschland beigetragen, das aktuelle kardiologische Wissen in strukturierter Weise zugänglich gemacht, und es sollen Evidenz-basierte Anleitungen für Diagnose und Therapie angeboten werden. „Die DGK ist also in diesem Bereich sehr produktiv und trägt damit zur kardiologischen Aus- und Weiterbildung und zu einer qualitätsvollen, Evidenz-basierten Versorgung bei“, so Prof. Hamm. „Die WHF wünscht sich hier eine Unterstützung durch die DGK, die sich als Wissens- und Erfahrungstransfer an andere nationale Gesellschaften verstehen lässt.“

Publikationen der DGK im laufenden Jahr

Im laufenden Jahr veröffentlichte die DGK zum Beispiel bis Ende September

drei Kommentare: Einen zu den neuen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie zur kardiovaskulären Prävention; ein Fokus Update der Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie zum Management des Vorhofflimmerns; und einen Kommentar zu den Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie zur Diagnostik und Behandlung der akuten und chronischen Herzinsuffizienz;
ein Konsensus-Papier der DGK und der Deutschen Gesellschaft für Thorax- Herz- und Gefäßchirurgie zur Behandlung der Mitralklappeninsuffizienz;
drei Benutzer-freundliche Pocket-Leitlinien: Konsensusempfehlungen zum Einsatz der Herzbildgebung (CT und MRT); Pocket-Leitlinien für das Management von Vorhofflimmern, Fokus Update 2012; Pocket-Leitlinien zum Herzinsuffizienz-Update 2012;
Empfehlungen zum Telemonitoring bei Patienten mit implantierbaren Herzschrittmachern, Defibrillatoren und kardialen Resynchronisationssystemen; und Empfehlungen zur interventionellen Behandlung der Mitralklappeninsuffizienz mit dem MitraClip-Verfahren;
ein Positionspapier zur Bedeutung psychosozialer Faktoren in der Kardiologie – Update 2013.
In Arbeit sind zwei Guidelines für das Management der arteriellen Hypertonie, sowie zu Herzschrittmachern und zur kardialen Resynchronisationstherapie.

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