08.06.2011

www.plasticker.de

Hofmann: Konturnahe Kühlung für Spritzgießwerkzeuge bei Miele

Überwiegend für Hochglanzteile aus ABS nutzt Miele seit geraumer Zeit Werkzeuge, die mit Lasercusing-Einsätzen ausgestattet sind. Ziele sind gleichermaßen eine effektive Zykluszeit- und Ausschussreduktion. Auch einige Werkzeuge für Teile der im Jahr 2012 auf den Markt kommenden Gerätegeneration werden mit dieser Technik arbeiten. Intensiv nutzt der Formenbauer Hofmann die Möglichkeit, Kühlkanäle mit 2 bis 3 Millimeter Abstand zu den Formmassen-berührten Flächen anzulegen. Entsprechende Einsätze werden in das konventionelle Werkzeug dort integriert, wo Materialanhäufungen in der Geometrie die Zykluszeit steigern. Gekühlt wird mit einem speziellen Medium im geschlossenen Kreislauf bei etwa 15 °C. Handelt es sich um Hochglanzoberflächen aus ABS, werden auf der Oberseite der Teile weitere Elemente eingesetzt, die auf die Kontur mit rund 50 °C wirken. Diese "thermische Differenzierung" entzieht den Bauteilen dort, wo es gewünscht ist.

Abhängig von der Geometrie können Einsätze mit Parallelkühlung (besonders hohe Kühlleistung) oder Oberflächenkühlung eingesetzt werden. Die Funktionsfähigkeit wird vor der Werkzeugauslieferung geprüft, unter anderem mit Messung des Mediendurchflusses am fertigen Werkzeug und Wärmebildern. Diese geben Aufschluss darüber, wie die Temperatur sich bei Durchfluss des kühlenden oder wärmenden Mediums verändert.

Die Technik scheint langzeitstabil zu sein: Seit Herbst 2004 produzierten drei Werkzeuge mit dieser Technologie stark verrippten Staubsaugerdeckel, inzwischen rund 2 Millionen Stück je Werkzeug. Nur mit der üblichen Wartung und Prävention sei die Funktion der konturnahen Kühlung immer noch voll gewährleistet. Der Ausschuss liege bei 3 bis 4 Prozent, was für ABS-Hochglanzteile ein ordentlicher Wert sei. Die Zykluszeitreduktion wird auf auf 10 bis 30 Prozent je nach Geometrie und Komplexität der flächigen 3D-Teile geschätzt.