02.05.2011

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Husky + KTW: Übernahme schreitet voran - Erwartungen formuliert

Eigentlich standen die Eröffnung des neuen, großzügigen Technikums der KTW-Gruppe und die Präsentation des gesamten Unternehmens im Mittelpunkt der Veranstaltung, zu der Kunden und Geschäftspartner am 28. April 2011 in die Unternehmenszentrale nach Waidhofen eingeladen waren. Eine wichtige Rolle bei den Gesprächen spielte jedoch auch die angekündigte Übernahme der Gruppe durch Husky.

Der auf Verschlüsse spezialisierte Formenbauer KTW mit drei Werken in Tschechien, Deutschland und am Sitz der Zentrale im österreichischen Waidhofen soll kurzfristig komplett von Husky übernommen werden (Siehe auch plasticker-News vom 11.3.2011). Darin sieht Geschäftsführer Claus Ziegler, der das Unternehmen gemeinsam mit seiner Frau Anja Ziegler leitet, einen logischen Schritt in der seit 14 Jahren währenden Kooperation zwischen den beiden Unternehmen: Das sei die beste Möglichkeit, schneller als bisher in den aufstrebenden internationalen Märkten wie Nord-Amerika, Indien, Asien, Brasilien und anderen eine stabile Basis zu erreichen. Schon heute werden laut Claus Ziegler rund 50 Prozent der Umsätze außerhalb Europas erwirtschaftet, dieser Trend soll verstärkt fortgeführt werden.

KTW konzentrierte sich bisher auf hochfachige, sehr schnell laufende Werkzeuge für Standardverschlüsse, auf Formen besonders hoher Komplexität, beispielsweise Mehrkomponenten-Spritzguss mit internen Montagen, sowie auf Entwicklungen innovativer Verschlüsse auch ohne direkte Kundenaufträge. Neben Formen für Getränkeverschlüsse steht ein breites Portfolio von Verschlusslösungen für verschiedene Anwendungen zur Verfügung, beispielsweise für Kunden wie Proctor & Gamble, Henkel und Schwarzkopf. Zudem werden Formen für spezielle Podukte wie die Hospira-Einwegspritze und auch einige technische Teile produziert.

Erste Kunden hatten Bedenken geäußert, dass die Entwicklungsschwerpunkte sich jetzt, da Husky als PET-Spezialist im Markt gilt, ebenfalls sehr deutlich in Richtung PET verschieben könnten. Dem widersprechen Anja und Claus Ziegler deutlich: KTW werde sich weder vom Beverage- noch vom Non-Beverage-Markt zurückziehen. Ganz im Gegenteil wolle man die hohe Entwicklungskompetenz in den verschiedenen Bereichen eher noch stärken und ausbauen. Gerade aktuell seien hohe Investitionen in dieser Richtung im Gange. Für Konstanz stehe auch eine weitere Entscheidung: Laut Husky und KTW wird das KTW-Management komplett an Bord bleiben. Das gelte für die beiden Geschäftsführer ebenso wie für den Produktions- und den Vertriebsleiter.

Zu den Konditionen der Übernahme wurde bislang nichts bekannt. Lediglich die Umsatz-Größenordnungen: Für den Bereich Formenbau erwartet KTW im laufenden Jahr mehr als 24 Mio. € Umsatz, bei der Injectoplast, der Spritzgießtochter am gleichen Standort, mehr als 40 Mio. €. Zum Vergleich: Husky hatte für 2010 rund 1,1 Mrd. Dollar Umsatz ausgewiesen. Dass Injectoplast nicht unter Husky-Regie laufen soll, war bereits angekündigt. Wie die Lösung dafür aussehen wird, ist offensichtlich noch unklar. Laut Husky erhofft man sich jedoch eine weiterhin enge Zusammenarbeit bis hin zur Entwicklungspartnerschaft für neue Produkte, ähnlich wie sie zwischen Husky und einigen Partnern im PET-Bereich vorhanden sei. Schließlich sei hier hohe Kompetenz vorhanden, die vor allem im engen Zusammenspiel zwischen KTW als Formenentwickler und -bauer und Injectoplast als Verarbeiter entstanden sei.

Anja und Claus Ziegler geben sich optimistisch für die kommenden Jahre. So sei man jetzt in der Lage, auf eine immer häufiger gestellte Frage der Kunden seriös zu antworten: Kommt Ihr mit uns in dieses oder jenes Land, wo wir eine neue Produktion aufbauen wollen. "Darauf können wir nun in immer mehr Fällen guten Gewissens mit ´Ja´ antworten."