12.10.2010

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IKTR: Flammschutzmittel auf Phosphorbasis UP- oder Vinylesterharze

Reaktive Flammschutzmittel sind über kovalente Bindungen fest mit den Polymerketten verbunden. Dadurch beeinträchtigen sie die mechanischen Eigenschaften und die Verarbeitbarkeit der ausgerüsteten Polymere nicht. Außerdem können sie nicht aus der Polymermatrix diffundieren, was einen echten Langzeitschutz der Polymere bewirkt.

Auf dem Markt etablierte Produkte verfügen über -COOH- oder -OH-Funktionalitäten, die für einen kovalenten Einbau in die Polymerkette genutzt werden können. Alternativ dazu wurde vom IKTR ein ungesättigtes, flüssiges Flammschutzmittel auf Phosphorbasis entwickelt, das radikalisch in die Polymerkette eingebaut werden kann, so dass insbesondere UP- oder Vinylesterharze flammgeschützt ausgerüstet werden können. Prüfungen nach DIN UL 94 V0 bzw. DIN 4102 B2 haben laut IKTR gezeigt, dass, aufgrund des hohen Phosphorgehaltes (ca. 12 %), lediglich 30 % des ungesättigten, flüssigen Flammschutzmittels eingesetzt werden müssen, um einen effektiven, lang anhaltenden Flammschutz der Harze zu generieren, wobei keine signifikante Viskositätserhöhung auftrete und sich das spezifische Gewicht der Harze nicht erhöhe. Die Kriterien nach DIN 5510-2 (2007) und DIN 5510-2 (2009) Teil 2 Anhang C würden ebenfalls erfüllt, so dass auch Schienenfahrzeugkomponenten effektiv ausgerüstet werden können.

Wie das Instituts mitteilt, beeinflusst das ungesättigte, flüssige Flammschutzmittel den Härtungsverlauf der Harze aufgrund der hohen Polymerisations- und Copolymerisationsgeschwindigkeit nur unwesentlich. Gleichzeitig würden bessere mechanische Kennwerte als mit herkömmlichen Flammschutzmitteln erzielt. Da die LOI-Werte der ausgerüsteten Harze zwischen 0,28 und 0,31 liegen, seien sie selbst verlöschend. In Rauchgasanalysen seien lediglich CO und CO2 nachgewiesen worden, da die Wärmeentwicklung während des Brandes stark verringert werde.

Weitere Informationen: www.iktr-online.de

K 2010, 27.10.-3.11.2010, Düsseldorf, Halle 8b, Stand D79