20.12.2012

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IKV: Konzept zur Schulung von Ausbildern in Industrie und Handwerk

Das Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen entwickelt seit seiner Gründung in den 1950er Jahren Lehrgangskonzepte und Medien zur Aus- und Weiterbildung in der Kunststoffverarbeitung. Das dafür vom IKV entwickelte IKV-Kontext-System wird derzeit an über 30 in Deutschland verteilten Ausbildungsstandorten, den Kunststoff-Kursstätten, durchgeführt und von mehr als 22.000 Teilnehmern im Jahr wahrgenommen. Die in diesen Kursstätten tätigen mehr als 100 Ausbilder werden vom IKV ständig weiterqualifiziert. Als Multiplikatoren für den Technologietransfer zur Kunststoffverarbeitung in die Handwerks- und Industriebetriebe führen die vom IKV anerkannten Ausbilder die Qualifizierungsmaßnahmen mit den vom IKV erarbeiteten Materialien in den Kunststoff-Kursstätten durch.

Im Jahr 2012 bot das IKV so vier Ausbilderschulungen an. Diese werden in Zusammenarbeit mit der Industrie durchgeführt. Zuletzt trafen sich im Dezember die IKV-Mitarbeiter mit den Ausbildern zur 4. Schulung des Jahres bei Leister in Kägiswil, Schweiz, zum Erfahrungsaustauch über neue Schweißtechniken und Schweißgeräte nach DVS-Standards.

Die 3. Schulung fand im Oktober 2012 im Technischen-Ausbildungs-Zentrum (TAZ) der 3M in Neuss zum Thema "Fachgerechte Karosserie-Instandsetzung von Kraftfahrzeugen" statt. In Fachvorträgen und Praxisworkshops wurden die Produkte von 3M vorgestellt sowie Möglichkeiten und Grenzen der Kunststoffreparatur und des Klebens aufgezeigt. Die Ausbilder lernten hier die Produktvielfalt der 3M kennen und konnten im 3M-Ausbildungszentrum praktisch Reparaturen durchführen. Der Lehrgang selbst eignet sich sowohl für die Lehrlingsausbildung und die Meistervorbereitung als auch für die berufliche Weiterbildung. Die Inhalte umfassen u.a. Grundlagen der Kunststoffe, Kunststoffanwendungen im Karosserie- und Fahrzeugbau, das Erkennen von Kunststoffen sowie die Zuordnung von Kunststoffbauteilen, Reparaturtechniken wie Schweißen, Laminieren und Kleben, die Anwendung zugelassener Reparatursets und letztlich die Durchführung von Reparaturen.

Die 2. Ausbilderschulung des Jahres, ein Rhetorik-Coaching und die Einführung in das IKV-Kontext-System wurde von den Mitarbeitern der Abteilung Aus-und Weiterbildung des IKV in Aachen angeboten. Diese Schulung ist Voraussetzung für die Anerkennung als IKV-Ausbilder mit der Berechtigung, das IKV-Qualifizierungskonzept bundesweit einzusetzen. Zu den Inhalten der Schulung gehören die Vorstellung der IKV-Lehrgangsmaterialien, verschiedene Präsentationstechniken und Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung.

Die 1. Ausbilderschulung des Jahres mit 60 bundesweit tätigen Ausbildern und Schweißaufsichtspersonen fand im Juni bei Wavin in Twist, Niedersachsen, statt. Thema dieser zweitägigen Schulung war ein intensiver Erfahrungsaustausch rund um das Thema Schweißen von Gas- und Wasserleitungsrohren. So wurden neue Rohrleitungssysteme, neue Richtlinien- und Regelwerksentwicklungen, neue Lehrgangsentwicklungen sowie neue Bestimmungen der Arbeitssicherheit vorgestellt.