09.12.2011

KI - Branchen-Ticker im KunststoffWeb

IK: Gegen Ökopopulismus bei der Diskussion um Kunststofftragetaschen

Erst kürzlich hat der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV, Bad Homburg; www.gkv.de) in einer Stellungnahme die Forderung der Partei Bündnis 90/Die Grünen nach einer Abschaffung von Tragetaschen aus Kunststoff scharf kritisiert, da meldet sich jetzt auch die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. (Bad Homburg; www.kunststoffverpackungen.de) zu diesem Thema ausführlich zu Wort. Unter dem Titel "Grüner Ökopopulismus gegen Kunststofftragetaschen" verweist die IK darauf, dass die Grünen zwar immer viel Wert auf ihre Glaubwürdigkeit gelegt hätten, wenn es um Umweltprobleme ging, sich das jetzt aber geändert habe. "Zumindest die Forderung der Grünen anlässlich der Bundesdelegiertenkonferenz nach einem Verbot von Kunststofftragetaschen trägt eindeutig eine ökopopulistische Handschrift", so der Vorwurf.

Als fadenscheiniges Argument für ein Verbot in Deutschland werde die Verschmutzung der Meere angeführt. Zudem stellt die Industrievereinigung die Frage, ob den Grünen entgangen sein sollte, dass seit über 20 Jahren große Erfolge bei der Entsorgung und Verwertung von Kunststoffverpackungen im Rahmen der Verpackungsverordnung erzielt wurden. Mittlerweile beträgt die Verwertungsquote bei Kunststoffverpackungen laut IK 97 Prozent. In Folge dessen gebe es in Deutschland weder ein Littering-Problem mit Kunststofftragetaschen, noch landeten diese zuhauf im Meer. Die Behauptung der Grünen sei "schlichtweg falsch". Sie unterstelle zudem den Bürgern eine Wegwerfmentalität. Das Gegenteil sei aber der Fall. Über 90 Prozent der Verbraucher sammeln Verpackungen im Gelben Sack. Die Grünen seien in diesem Zusammenhang gut beraten, sich mehr an Sachargumenten zu orientieren, als ideologische Feindbilder aufzubauen, heißt es weiter.

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