16.08.2011

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IK: Keine Umweltverschmutzung durch Kunststofftragetaschen

Die EU-Kommission will jetzt so schnell wie möglich europaweit ein Verbot von Kunststofftragetaschen und -beuteln durchsetzen. Begründet wird dies mit einer großen Umweltverschmutzung durch weggeworfene Kunststofftragetaschen und der damit gleichzeitigen Gefährdung von Tieren auf dem Land wie auch im Meer. Die Umweltargumente der EU-Kommission treffen dabei aus Sicht des IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. auf die deutschen Verhältnisse nicht zu.

Deutschland habe demnach ein effizientes und leistungsstarkes Entsorgungssystem für Verpackungen. Gerade Kunststofftragetaschen und -beutel aus hochwertigem Polyethylen seien dabei für das Recycling sehr begehrte Produkte. Entsprechend hoch seien die Sammlungs- und Recyclingquoten.

"Wir haben kein Littering-Problem mit Tragetaschen", stellt Ulf Kelterborn, Hauptgeschäftsführer der IK hierzu fest "sie verschmutzen weder die Umwelt noch töten sie Tiere, wie teilweise immer wieder behauptet wird." Insofern sieht Kelterborn auch gute Chancen, im Falle eines europaweiten Verbotes juristisch dagegen vorzugehen.

Für viele Tragetaschen zahlt der Verbraucher eine Gebühr an der Supermarktkasse, in der die Kosten für das Recycling schon mit abgedeckt sind. Mit einem Gewicht von durchschnittlich 12 g und einer Tragkraft bis zu 15 kg sei die Kunststofftragetasche nicht nur sehr verbraucherfreundlich, sondern auch besonders ressourcenschonend. Entsprechend hoch sei die Akzeptanz in der Bevölkerung. Ein Verbot wäre deshalb auch eine ungerechtfertigte Bevormundung des Verbrauchers.

Die Europäische Verpackungsdirektive, die alle Mitgliedsstaaten verpflichtet, entsprechende Sammlungs- und Recyclingquoten für Verpackungen einzuhalten, ist eine geeignete Vorgabe für die Verhinderung von Littering und einem ressourcenschonenden Umgang mit Rohstoffen.

Hart kritisiert der Verband in diesem Zusammenhang die Befragungsaktion der EU-Kommission die am 8. August 2011 endete. Sie sei nicht nur inhaltlich unqualifiziert und missverständlich gewesen, vor allem habe sie den europäischen Verbraucher nicht erreicht, auch weil sie ausschließlich in englischer Fassung zur Verfügung gestanden hätte. Deshalb hätten vorwiegend Lobby-Organisationen das Befragungsportal für ihre Interessen genutzt. Insofern könne aus Sicht der IK das Ergebnis dieser Umfrage nicht als Meinungsbild des europäischen Verbrauchers gewertet werden.