27.05.2011

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ILLIG: Markante Lebensmittelverpackungen mit Hinterschnitt jetzt durch Thermoformen herstellbar

Auf der Interpack präsentierte ILLIG Lösungen für das Thermoformen von Behältern mit ausgeprägten Hinterschneidungen in der Kontur. Bislang dem Spritzgießen und Blasformen vorbehalten, entstehen jetzt mit dem Hinterschnitt-Thermoformen beispielsweise markant designte Becher für Marmelade, Brotaufstrich, Pudding oder Fruchtjoghurt bis hin zu Flaschen für Säfte, isotonische Getränke oder Trinkjoghurt. Zum Einsatz kommt hierfür die Form- und Stanzmaschine vom Typ BF 70. Sie baut im Konzept auf die langjährige Erfahrung von ILLIG mit Becherform- und Molkereimaschinen auf und eignet sich daher für die direkte Verkettung mit Füll- und Schließmaschinen, teilt das Unternehmen mit.

Optisch unterscheiden sich die mit der Hinterschnitt-Technik thermogeformten Produkte nicht von spritzgegossenen oder blasgeformten Verpackungen. Der gravierende Unterschied betrifft allerdings das Formteilgewicht: Die thermogeformten Verpackungen wiegen - je nach Anwendung - bis zu 40 Prozent weniger als die im Wettbewerbsverfahren hergestellten, heißt es weiter. Bei der heute angestrebten Ressourcenschonung und Kostenreduktion sei dies ein enormer wirtschaftlicher Vorteil, zusätzlich kombiniert mit markantem Verpackungsdesign für hohe Wiedererkennung im Verkaufsregal. Auch mit der deutlichen Gewichtseinsparung werde die für die jeweilige Anwendung geforderte Steifigkeit und Stabilität (Top Load) der Verpackung beim Thermoformen durch reproduzierbar beherrschte Prozessführung zuverlässig eingehalten.

Angepasste Prozesse - vorteilhafte Logistik
Der Thermoformer BF 70 arbeitet von der Rolle. Wie beim Thermoformen Standard, wird die auf Umformtemperatur erwärmte Folie in der Formstation tiefgezogen, anschließend werden die Formteile in der Stanzstation mit Bandstahlschnitten aus dem Formband getrennt. Um Formteile mit Hinterschnitt im Ziehverfahren herzustellen, kommt in der Formstation allerdings ein geteiltes Werkzeugunterteil mit beweglichen Segmenten zum Einsatz. Gleichzeitig ist der Formungsablauf so gestaltet, dass selbst bei einer kleinen Ausgangsfläche eine große Ziehtiefe mit gleichmäßiger Wanddickenverteilung erreicht wird. Dazu werden nur die für die Formteile relevanten Bereiche der Folie mit formatabhängigen Kontaktheizplatten erwärmt, stufenweise über mehrere Takte hinweg. Die unbeheizten Stege zwischen den Formteilen minimieren den Schrumpf des Packungsbandes in Längs- und Querrichtung. Die Werkzeugbeweglichkeit erlaubt eine Reihenanordnung der Behälter, in der Regel zweireihig, quer zur Durchlaufrichtung der Maschine.

Die Maschine ist komplett aus Edelstahl gefertigt, um sie direkt in eine verkettete Füll- und Schließanlage einzubinden. Dazu sei die Leistung der BF 70 mit ihrer hohen Taktzahl auf die heute eingesetzten FS-Linien abgestimmt; das Formen der Ziehteile mit steriler Luft sei ebenfalls möglich. Mit einer in die Füll- und Verschließanlage integrierten BF 70 lassen sich nach Herstellerangaben im Vergleich zu zugelieferten, beispielsweise blasgeformten Verpackungen - zusätzlich zur Materialkostenersparnis - die sonst stets anfallenden, erheblichen Transport- und Handlingkosten einsparen. Kurze Rüstzeiten beim Produktwechsel würden die Wirtschaftlichkeit zusätzlich fördern - kombiniert mit markantem Verpackungsdesign für die nachhaltige Produktpräsentation.