17/11/2014

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IdE: Forschungsprojekt "Smart Consumer" - Mehr Energieeffizienz durch intelligente Kopplung von Energieströmen - Arburg und Junghans Kunststoffwarenfabrik sind Projektpartner

Beim IdE Institut dezentrale Energietechnologien fiel der Startschuss für das Projekt Smart Consumer. In diesem Großprojekt mit einem Gesamtvolumen von über 10 Millionen Euro realisieren und erproben in den Industrieunternehmen Ferrero und Junghans Kunststoffwarenfabrik die Experten des IdE Institut dezentrale Energietechnologien, Arburg, Imtech und Limón Maßnahmen zur Energieeffizienzsteigerung in der Industrie. Ferrero und die Junghans Kunststoffwarenfabrik, beide mit Sitz in Hessen, stellen für diese Forschungsarbeiten ihre Produktionsbetriebe zur Verfügung. Das Projekt wird in den nächsten dreieinhalb Jahren vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Zentrale Zielsetzung des Projektes ist die Umsetzung von intelligenten Lösungen zur Steuerung und Reduzierung von Energiebedarfen im realen Produktionsum-feld. "Dabei ist es uns wichtig, dass die erarbeiteten Lösungen auch auf andere Unternehmen übertragbar sind", so Prof. Hesselbach, wissenschaftlicher Institutsleiter am IdE.

"Energieeffizienteste Kunststoff verarbeitende Spritzgussbetrieb Europas"
Das Projekt Smart Consumer besteht aus zwei Teilprojekten. Im Teilprojekt Smart KWK liegt der Schwerpunkt in der Optimierung der Energieversorgung von Kunststoff verarbeitenden Betrieben. Am Beispiel der Firma Junghans sollen der Primärenergiebedarf und die Energiekosten ebenfalls um ca. 50 Prozent gesenkt werden. "Nachhaltiges Wirtschaften ist von jeher ein elementarer Bestandteil unseres Unternehmens. Dieses Forschungsprojekt bietet uns die Möglichkeit, der energieeffizienteste Kunststoff verarbeitende Spritzgussbetrieb Europas zu werden. Die zukünftige Reduktion des Energiebedarfs um 50 Prozent ist ein Meilenstein in unserer Firmengeschichte und unser Beitrag zur Energiewende", so Geschäftsführer Klaus Junghans. Hierzu ist jedoch eine Umstellung von heute elektrischer Beheizung der Produktionsmaschinen auf eine Versorgung mit Thermalöl notwendig. Damit lassen sich die Maschinen flexibel durch Abwärme aus KWK-Prozessen, Verbrennung von Gas oder mittels elektrischer Energie betreiben. Die Steigerung des Wärmenutzungsgrades steht dabei im Vordergrund.

Dies macht u.a. den Umbau der Spritzgießmaschinen sowie der Gebäudetechnik und der Wärmenetze in der Kunststoffwarenfabrik notwendig.

Beim Süßwarenhersteller Ferrero liegt der Fokus auf Energieeinsparungen im Bereich Kühlung bzw. Klimatisierung. Zum einen wird auf alternative, effizientere Kühltechnologien umgestellt, zum anderen soll nur noch dort gekühlt werden, wo niedrige Temperaturen benötigt werden. Für die Produktion bedeutet dies z.B., dass nicht mehr die gesamte Produktionshalle gekühlt wird, sondern nur noch ein kleiner Bereich um die Produktionsstraße. Das Ziel besteht darin, durch konstruktive und lufttechnische Maßnahmen einer "Punktklimatisierung" des Produkts möglichst nahe zu kommen. "Wir gehen davon aus, dass hier bis zu 50 Prozent der thermischen Energie einge-spart werden kann", erläutert Prof. Hesselbach.

Zusätzlich zu den Umbauten ist es in beiden Teilprojekten wichtig, die einzelnen Energieströme erfassen, bewerten und steuern zu können. Daher wird sowohl bei Junghans, als auch bei Ferrero ein Energiemonitoring-System implementiert, das die Basis für eine intelligente Steuerung der Energieströme ist und eine Prognose für zukünftige Energiebedarfe liefert. Prognosen über zukünftige Energiebedarfe ermöglichen zudem eine kostenoptimierte Beschaffung von Strom und tragen gleichzeitig zur Entlastung der Stromnetze bei. Auf diesem Wege wird der Verbraucher zum Smart Consumer und damit zentraler Baustein eines zukünftigen Smart Grids.

Die Entwicklung einer simulationsgestützten, intelligenten Steuerung der Energieströme für beide Teilprojekte wird gemeinsam von Imtech und Limón vorgenommen. Während Limón die Produktionstechnik integriert, ist Imtech für die Energieflüsse der Energieversorgung und der technischen Gebäudeausrüstung zuständig.

Über das IdE
Das IdE Institut dezentrale Energietechnologien wurde 2011 als gemeinnützige GmbH gegründet. Das Institut entwickelt Konzepte, Strategien, Produkte und Dienstleistungen für die wachsenden Märkte der dezentralen Energiewirtschaft. Im Focus des Instituts stehen die anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung sowie der Technologietransfer im Bereich erneuerbarer Energien und Energieeffizienz. In seinen Projekten stützt sich das Institut auf das wissenschaftliche Know-how der Universität Kassel, die auch Hauptgesellschafter der IdE GmbH ist. Die enge Kooperation zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik im IdE stärkt Nordhessen als Standort für dezentrale Energietechnologien.

Als Gesellschafter sind am IdE die Universität Kassel, die Wirtschaftsunternehmen EAM Beteiligungen GmbH, Städtische Werke AG, SMA Solar Technology AG, Viessmann Werke GmbH & Co.KG und Wingas GmbH sowie die Stadt Kassel, die Gemeinde Niestetal und deENet Kompetenznetzwerk dezentrale Energietechnologien e.V. beteiligt. Die Volkswagen AG ist über einen separaten Kooperationsvertrag fest in die IdE Strukturen eingebunden. Weitere Informationen:

Über Arburg
Arburg gehört weltweit zu den führenden Herstellern von Spritzgießmaschinen bis 5.000 kN Schließkraft. Hinzu kommen Robot-Systeme, individuelle Turnkey-Lösungen und weitere Peripherie. Seit 2013 ergänzt ein innovatives System für die additive Fertigung das Programm. ArburgG beschäftigt rund 2.350 Mitarbeiter und ist mit eigenen Organisationen in 24 Ländern an 32 Standorten und über Handelspartner in mehr als 50 Ländern vertreten. Produziert wird ausschließlich im deutschen Stammwerk in Loßburg.

Über Imtech Deutschland
Die Imtech Deutschland GmbH & Co. KG gilt als ein führender Anbieter auf dem Gebiet der Energie- und Gebäudetechnik. Rund 5.000 Mitarbeiter des Traditionsunternehmens planen, bauen und betreiben Energie-, Klima-, Kommunikations- und Sicherheitstechnik für Flughäfen, Industrieanlagen und Bürogebäude. Imtech Deutschland & Osteuropa ist Teil des europaweit tätigen Imtech N.V. Konzerns mit Sitz in Gouda, Niederlande. Imtech N.V. beschäftigt insgesamt rund 26.000 Mitarbeiter und ist an der Euronext Stock Exchange in Amsterdam notiert.

Über Limón
Die Limón GmbH versteht sich als ein führender Dienstleister und Lösungsanbieter für Energieeffizienz und Energiemanagement in der Industrie. Das Unternehmen aus Kassel unterstützt Industriekunden von der Identifikation bis hin zur Umsetzung und Bewertung von Maßnahmen. Mittels ganzheitlicher Energiemanagement-Lösungen bietet Limón seinen Kunden maßgeschneiderte Effizienzlösungen, die Potentiale eröffnen und Energiekosten senken helfen.

Über G. Junghans Kunststoffwaren-Fabrik
1876 wurde die Firma G. Junghans Kunststoffwaren-Fabrik als Spezialist für Apothekerkruken gegründet. In mittlerweile fünfter Generation beliefert das hessische Familienunternehmen mit Sitz in Hessisch Lichtenau heute europaweit die Konsumgüterindustrie mit hochwertigen Verschlusslösungen und Behältern aus Kunststoff. Pro Tag produzieren sie rund eine Million Deckel und Verschlüsse für die Lebensmittel-, Kosmetik- und Pharmaindustrie. Im eigenen Werkzeugbau entstehen die ersten Prototypen, die dann im Ein- und Zwei-Komponenten-Spritzgussverfahren mit hochwertigen Kunststoffen umgesetzt werden.

Weitere Informationen:
www.arburg.com, www.ferrero.de, www.ide-kassel.de, www.imtech.de, www.junghans.ag, www.limon-gmbh.de

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