12/04/2011

VDI Technologiezentrum GmbH

Immer mehr chemische Produkte aus Biomasse

ZTC-Studie analysiert biobasierte Herstellungsverfahren

Biomasse ist ein Rohstoff der Zukunft. Immer mehr chemische Zwischen- und Endprodukte werden aus Biomasse hergestellt. Biobasierte Herstellungsverfahren mit Raps, Mais oder Stroh ermöglichen neue Produkte in Bereichen wie Kunststoffe, Hydrauliköle oder Farben und Lacke. Inwieweit Biomasse und ihre möglichst vollständige Nutzung in Bioraffinerien traditionelle erdölbasierte Herstellungsweisen ablösen wird, analysiert die aktuelle Studie von Zukünftige Technologien Consulting der VDI Technologiezentrum GmbH.

Die Studie „Biomasse – Rohstoff der Zukunft für die chemische Industrie“ untersucht biobasierte Herstellungsverfahren bei 26 Vorläufersubstanzen, den sogenannten Plattformchemikalien. Bei elf dieser Plattformchemikalien ist eine starke Entwicklungsdynamik zu biobasierter Produktion zu verzeichnen. So werden beispielsweise die Produktionskapazitäten für Bernsteinsäure und der ausschließlich aus Biomasse hergestellten Polymilchsäure (PLA) weltweit ausgebaut. Aus Biomasse hergestellte Produkte sind insbesondere als Ersatz für erdölbasierte Produkte interessant.

Die chemische Industrie verfolgt mit biobasierten Herstellungsverfahren gleich mehrere Ziele: Den Nachhaltigkeitsgedanken ebenso wie die Sicherung und Erweiterung der Rohstoffbasis, die Prozesse effizienter und kostengünstiger zu gestalten sowie innovative Produkte zu erschließen bzw. die Produkteigenschaften zu verbessern. Aus ökonomischer Sicht bietet der Übergang zur biobasierten Chemie-Wirtschaft für Deutschland die Chance, neue Absatzmärkte und Wertschöpfungsketten im In- und Ausland zu erschließen. Darüber hinaus kann die Nutzung von Biomasse auch entscheidend dazu beitragen, die Ziele der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie durch CO2-Neutralität und nachhaltige Ressourcennutzung schneller zu erreichen.

Dabei zeigt die Studie jedoch auch, dass die Produktionsmengen der meisten, neuerdings aus Biomasse hergestellten Produkte noch vergleichsweise gering sind. Damit biobasierte Produktionsverfahren auch im großindustriellen Maßstab kostengünstig und kompetitiv umgesetzt werden können, sind allerdings noch zahlreiche technologische Herausforderungen zu meistern.

Quelle: