21/06/2011

Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

In den Keller mit den Kohlen

Die deutsche Regierung hat ehrgeizige Ziele in Sachen Klimaschutz: Bis zum Jahr 2012 soll Deutschland 21 Prozent weniger Kohlendioxid ausstoßen als im Jahr 1990. Den Großteil des Treibhausgases erzeugen fossile Brennstoffe und darunter ist Kohle derjenige mit den höchsten Kohlendioxid-Emissionen. Dennoch wird Kohle in den nächsten Jahrzehnten eine der Hauptenergiequellen bleiben. Wohin dann mit dem CO2? Über Verfahren zur Abtrennung, Speicherung und Verwertung berichten die „Nachrichten aus der Chemie“.

Kohlekraftwerke verursachen 40 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes und bieten daher ein großes Sparpotenzial: Um 85 bis 98 Prozent sinken die Emissionen eines Kraftwerks, wenn Kohlendioxid abgetrennt und zum Beispiel in Salzstöcken eingelagert wird. Verschiedene Methoden trennen CO2 ab: Katalysatoren helfen die Abgase in Kohlendioxid und Wasserstoff umzusetzen. Außerdem lässt sich das CO2 anreichern, indem das Rauchgas erneut in den Verbrennungsprozess eingeleitet wird, oder das CO2 lässt sich durch Absorptionsmittel wie Methanol aus dem Rauchgas herauswaschen.

Die geologischen CO2-Lagerstätten in Deutschland reichen nach bisherigen Erkenntnissen für 40 bis 80 Jahre; allerdings gibt es noch keine langfristigen Untersuchungen über die geologische Kohlendioxid-Speicherung. Eine umweltverträglichere Lösung bietet die Nutzung von CO2 als Baustein für organische Stoffe wie Polymere, Harnstoff oder Methanol (siehe Nachr. Chem. 2010, 58, 1226). Bisher ist die jährlich zur Synthese eingesetzte Menge an CO2 im Vergleich zum weltweiten Ausstoß aber gering.

Die Abtrennungsverfahren, die Vor- und Nachteile der geologischen Speicherung und Kohlendioxid als Syntheserohstoff erläutert der Chemiker Peter Fröhlich. Die PDF-Datei des Beitrags gibt es bei der Redaktion der „Nachrichten aus der Chemie“ unter nachrichten@gdch.de.

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