30.06.2015

Universität Rostock

Institut für Physik am bisher größten EU Forschungs- und Innovationsprogramm beteiligt

Für die Universität Rostock ist es das erste derartige Projekt: Die Arbeitsgruppe Theoretische Quantenoptik (Institut für Physik) ist am bisher größten Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union „Horizon 2020“ (Gesamtvolumen 80 Milliarden Euro) beteiligt. Für die Rostocker Physiker heißt das, die von ihnen erarbeiteten Methoden zur Charakterisierung von Quanteneffekten von Licht und Materie für praktische Anwendungen weiterzuentwickeln. Die Förderungszusage der EU ermöglicht, gemeinsam mit Partnern der Universitäten in Paris, Oxford, Lille, Paderborn und Rom, die Realisierung des Verbundprojektes mit der Kurzbezeichnung QCUMbER – salopp „Quanten-Gurke“.

Insgesamt rund 3,2 Millionen Euro verteilt die EU in den nächsten drei Jahren aus „Horizon 2020“-Mitteln an die beteiligten Universitäten. Die Rostocker Gruppe koordiniert für das Gesamtprojekt die Forschung auf dem Gebiet der theoretischen Physik. „Die Förderung ermöglicht den Ausbau der zukunftsweisenden Quantentechnologie und hier in Rostock die Finanzierung von zwei zusätzlichen Doktorandenstellen“, sagt Arbeitsgruppenleiter Professor Werner Vogel. Quantentechnologien haben sich weltweit zu einem Forschungsschwerpunkt der modernen Physik entwickelt. Ziel ist dabei, die Grenzen der klassischen Physik mit Hilfe von Quanteneffekten zu überwinden. Dies betrifft beispielsweise die Entwicklung hochpräziser Messprinzipien, Techniken der sicheren Datenübertragung bis hin zur Entwicklung von Quantencomputern. Diese Forschungsthemen wurden in den letzten Jahrzehnten durch enorme Fortschritte in Gebieten wie Lasertechnologie und Quanteninformatik möglich. Für die praktische Anwendung von Quanteneffekten sind zunächst Methoden zu deren Nachweis und zur Charakterisierung von deren Eigenschaften von großer Wichtigkeit. Solche Fragestellungen bilden seit etwa 15 Jahren einen der Forschungsschwerpunkte der Rostocker Arbeitsgruppe, die zu dieser Problemstellung eine Reihe neuartiger Methoden entwickelt hat, insbesondere auch zur Charakterisierung der für QCUMbER wichtigen Quanten-Verschränkung. QCUMbER steht für ”QuantumControlled Ultrafast Multimode Entanglement and Measurement” (Quanten-kontrollierte ultraschnelle Vielmoden Verschränkung und Messung). Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung theoretischer Grundlagen und experimenteller Techniken zur Anwendung der Phänomene der Quantenphysik in neuartigen Quantentechnologien, insbesondere auf sehr kurzen Zeitskalen und in komplexen Systemen.

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