28/04/2011

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Internationale Norm zum CO2-Fußabdruck

Eine Auswertung der vorliegenden Arbeiten führt zu dem Ergebnis: Einige Untersuchungen beschränken sich auf einen Betrieb (gate to gate, von Tor zu Tor), wobei die Gewinnung der Rohstoffe und ihr Transport ausgeklammert werden - eine Tatsache, die mit Recht kritisiert wird, weil in Fällen wie der Herstellung von PET-Flaschen mehr als 50 % der CO2-Emissionen auf die Gewinnung und die Weiterverarbeitung der Rohstoffe zurückgehen. Bei anderen Untersuchungen, die sich auf einen Betrieb beziehen, bleiben die Emissionen unberücksichtigt, die nach Abschluss des Produktionsprozesses entstehen: im Großhandel, im Einzelhandel sowie beim Verbrauch und bei der Behandlung des Abfalls. Dies ist der Fall der Cradle to gate-Untersuchung (von der Wiege bis zum Tor). Schließlich gibt es auch Untersuchungen, die das mögliche Recycling oder die Wiederverwendung außer Acht lassen. In diesem Fall spricht man von der Cradle to grave-Untersuchung (von der Wiege bis zum Grab).So sind die Bestrebungen, in der internationalen Standardisierungsorganisation ISO eine internationale Norm für das einheitliche Herangehen an den CO2-Fußabdruck zu erarbeiten, nur zu begrüßen. In Zukunft soll die internationale Norm ISO 14067 Carbon Footprint of Products die Grundlage für die Berechnung des CO2-Fußabdrucks und für die Kommunikation über die Auswertung der gewonnenen Ergebnisse bilden. Der inzwischen vorliegende Entwurf für diese Norm geht von der Forderung aus, den CO2-Fußabdruck von Produkten und Verpackungen aus der Summe von Emissionen zu ermitteln, die auf dem gesamten Lebensweg auftreten, und von diesen alle aus der Atmosphäre entfernten Treibhausgase abzuziehen. Grundlage der Betrachtungen sind die jeweiligen Prozess- und Produktionssysteme. Die Ergebnisse sind in äquivalenten Einheiten von Kohlendioxid auszuweisen. [2] Bei den Untersuchungen ist auch die temporäre Speicherung des Treibhausgases in den Produkten zu beachten.Mit der Arbeit an der Norm Ist 2008 begonnen worden. Gegenwärtig sind an dem Normungsprojekt den DIN Mitteilungen zufolge Experten aus 36 Ländern und 14 Liaisonspartner beteiligt. Die Experten vertreten unterschiedliche Kreise der Gesellschaft, insbesondere der Wirtschaft, der Wissenschaft sowie staatlicher Organe und der Verbraucherorganisationen. Die Vertreter der Wirtschaft fordern einfache und kostengünstige Ermittlungsverfahren. Vertreter der Wissenschaft und der Verbraucherorganisationen stellen dagegen Forderungen auf, die eine hohe Glaubwürdigkeit der Ermittlungsergebnisse sichern. Seit 2010 arbeiten auch Persönlichkeiten aus dem Mittleren Osten sowie aus den nord- und ostafrikanischen Ländern an der Normungsaufgabe mit.Bei den Arbeiten an der ISO 14067 werden auch die Ergebnisse diskutiert, die von verschiedenen nationalen Normungsgremien und Institutionen erzielt worden sind, so z. B. die Spezifikation PAS 2050 Assessing the life cycle greenhouse gas emissions of goods and Services, die vom Britischen Normungsinstitut BSI Department for Environment, Food and Rural Affairs und der staatlich geförderten Organisation Carbon Trust herausgegeben worden ist. Eine wichtige Diskussionsgrundlage ist auch das Greenhouse Gas Protocol, das vom World Resources Institut (WRI) und dem World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) vorgelegt worden ist. Mit der Norm ISO 14067 soll eine Harmonisierung der unterschiedlichen Arbeitsergebnisse erzielt werden.Es Ist zu hoffen, dass bei den weiteren Arbeiten an der neuen ISO-Norm neben dem einheitlichen Verfahren für die Ermittlung des CO2-Fußabdrucks durch die Mitarbeit von Experten aus unterschiedlichen Bereichen und Ländern auch ein vollständiges Ausleuchten der mit Treibgasemissionen verbundenen Erscheinungen erreicht wird und dass gleichzeitig die bisherigen Erkenntnisse auf dem Gebiet der ökologischen Bewertung von Produkten und Verpackungen vervollständigt werden, Die Norm darf nicht nur die optimale Lösung einer wiederholt anfallenden Ermittlungsaufgabe sein. die In allen Erdteilen zum gleichen Ergebnis führt, sie muss wegen der Anwendbarkeit in allen Erdteilen unterschiedlichen Bedingungen Rechnung tragen. Daher muss sie besonders hohen Anforderungen an die Klarheit und Eindeutigkeit des Ausdrucks und der praktischen Anwendbarkeit genügen.Mit der Norm soll eine Brücke zu anderen Verfahren für die ökologische Bewertung von Produkten und Verpackungen geschaffen werden. Man denke nur an den Ressourcenverbrauch, ganz speziell an den Wasserbrauch, und an die Abgabe toxischer Substanzen an die Umwelt. Anregungen für die Arbeit bietet die Normung auf dem Gebiet der Warenpflege. [3] [1] Scripter, J.: Die CO2-Bilanz von Glasverpackungen. Glashersteller erstellt vollständige Lebenszyklusanalyse. Getränkeindustrie, 65. Jahrgang 2011, Heft 2, S. 10 bis 12[2] Wührl, K.: CO2-Fußabdruck- Normenausschuss Grundlagen des Umweltschutzes (NAGUS) im DIN, Der Normungsprozess zur künftigen Norm ISO 14067 "Carbon Footprint of Products". DIN Mitteilungen, Heft 3/2011, S. 125, 126[3] Kontrollprogramme zur Verhütung von Warenschäden. Anregungen aus der warenkundlichen Forschung für die vorbeugende Schadensverhütung. Eine Auswahl von Publikationen und Dokumenten zur Kontrolle der Warenpflege, In: Manuskripte zu Verpackungsfragen, hrsg. von G. Grundke. Leipzig o.J.

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