31.03.2011

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Interseroh: Ergebnis für 2010 über den Erwartungen - Schweitzer kündigt eine der größten Unternehmenszusammenführungen der Recyclingbranche in Europa an

Der börsennotierte Umweltdienstleister und Rohstoffhändler INTERSEROH SE hat das Geschäftsjahr 2010 mit einem Ergebnis über den Erwartungen abgeschlossen.

Bei der Bilanzpressekonferenz in Köln sagte Vorstandschef Dr. Axel Schweitzer: "Wir haben die Weltwirtschaftskrise hinter uns gelassen und im Jahr 2010 das zweitbeste Ergebnis in der nunmehr 20-jährigen Unternehmensgeschichte erzielt."

Wie das Unternehmen kürzlich anlässlich der Veröffentlichung des Jahresabschlusses mitteilte, betrug das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) für das Geschäftsjahr 2010 rund 62,6 Millionen Euro (Vorjahr: 22,6 Mio. Euro).

Der Umsatz kletterte im Vergleich zum Vorjahr um rund 53 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro (2009: 1,3 Milliarden Euro).

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) verbesserte sich von 3,8 Millionen Euro im Jahr 2009 auf jetzt 45,7 Millionen Euro für das nun abgeschlossene Geschäftsjahr 2010.

Axel Schweitzer: "Ein Ergebnisplus von knapp 42 Millionen Euro hat - trotz Einmaleffekten - auch unsere eigenen Erwartungen noch übertroffen. Alle drei Segmente der Interseroh-Gruppe entwickelten sich im vergangenen Jahr äußerst positiv. Angesichts der steigenden Nachfrage nach Stahl- und Metallschrott sowie hochwertigen Sekundärkunststoffen und Altpapier, profitierten wir insbesondere von unserem breiten Netzwerk an operativen Standorten und Handelsplätzen im In- und Ausland."

Schweitzer betonte, dass zudem die Kooperation zwischen Interseroh und der Recyclinggruppe ALBA einen deutlichen Beitrag zum Ergebnis geliefert habe. "Die Kooperation hat klare Vorteile gebracht. Gemeinsam bilden Interseroh und ALBA die gesamte Wertschöpfungskette des so genannten Urban Mining ab - von der Erfassung über die Wiedergewinnung, Veredelung und Vermarktung von Rohstoffen bis hin zur Entwicklung neuer Produkte aus Recycling-Material und damit der Vollendung der Kreisläufe."

Zustimmung der Hauptversammlung steht noch aus
Vor diesem Hintergrund habe der Vorstand nach Zustimmung durch den Aufsichtsrat den geplanten Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag mit der ALBA Group plc & Co. KG unterzeichnet. Sofern die Hauptversammlung im Mai dem Vertrag zustimme, betonte Schweitzer, folge daraus eine der größten Unternehmenszusammenführungen, die die Recyclingbranche in Europa bisher gesehen habe.

Wörtlich sagte der Vorstandschef: "Mit der geplanten Integration der beiden bisher eigenständigen Unternehmensgruppen ALBA und Interseroh unter der Holding der ALBA Group plc & Co. KG, wird aus der ALBA Group eine der weltweit zehn größten Unternehmensgruppen für Umwelt-, Recyclingdienstleistungen und Rohstoffversorgung mit einem einzigartigen Produktportfolio. Durch die konsequente Weiterführung unseres in 2009 gestarteten Ergebnissicherungsprogramms ist Interseroh heute besser aufgestellt denn je."

Nach Abschluss des Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrages (im Folgenden: BEAV) und Zustimmung durch die Hauptversammlung seien Interseroh und ALBA in Deutschland außerdem die einzige vertikal aufgestellte Unternehmensgruppe, die sowohl im Lizenzierungsmarkt, im Recyclingmarkt als auch in der Versorgung der Industrie mit Sekundärrohstoffen eine führende Rolle spiele.

Schweitzer: "Die geplante Integration führt zu einer Reduzierung operativer und strategischer Reaktionszeiten, verbessert damit die Entscheidungsprozesse und die Marktposition von Interseroh und bietet zusätzlich die Chance, Wachstumspotenziale effizienter zu realisieren."

Der Vorstandschef betonte, dass die geplante Zusammenführung jedoch weder an der Börsennotierung, noch an dem Namen oder dem Sitz der INTERSEROH SE etwas ändern werde. "Auch nach dem BEAV ist die INTERSEROH SE der einzige deutsche, an der Börse notierte Umweltdienstleister und Rohstoffhändler. Natürlich mit einem eigenen Vorstand und Sitz in Köln. An dem Markenauftritt der Interseroh-Gruppe ändert der BEAV nichts", versicherte Schweitzer.

Neu ist lediglich, dass aufgrund des BEAV der Vorstand der ALBA Group plc & Co. KG gegenüber dem Vorstand der INTERSEROH SE weisungsbefugt ist und die INTERSEROH SE ihren Jahresüberschuss an die ALBA Group plc & Co. KG abführt.

Im Gegenzug erhält die INTERSEROH SE einen Anspruch auf einen Verlustausgleich für den Fall, dass ein Fehlbetrag entstehen sollte, die Aktionäre erhalten für den Wegfall der Dividende eine attraktive Ausgleichszahlung. Schweitzer erläuterte, dass nach Wirksamwerden des Vertrages den Aktionären der INTERSEROH SE alternativ auch ein Angebot über eine Barabfindung für ihre Anteile gemacht werde.

Die Höhe von Ausgleichszahlung und Barabfindung hatte das Unternehmen am 28. März 2011 in einer Ad-hoc-Meldung bekannt gegeben. Danach beläuft sich die Ausgleichzahlung auf 3,94 Euro je Aktie (brutto), die Barabfindung auf 46,38 Euro je Aktie.

Die Höhe von Ausgleichszahlung und Barabfindung basieren auf einer gutachtlichen Stellungnahme der Pricewaterhouse Coopers AG Wirtschaftsprüfergesellschaft.

Der gerichtlich bestellte Vertragsprüfer hat den Angaben zufolge bestätigt, dass der Abfindungs- und Ausgleichsbetrag angemessen ist.

Strategische Neuausrichtung zeigt Wirkung
Das gute Ergebnis der gesamten Gruppe führte Schweitzer auch auf die strategische Konkretisierung innerhalb der Interseroh-Gruppe zurück.

Mit seinem Tiefseeterminal in Dordrecht ist Interseroh heute in der Lage, in praktisch jedes Land der Welt Schrotte jeder gewünschten Menge und Qualität zu liefern. Gleichzeitig hat Interseroh 2010 sein Geschäftsfeld Stahl- und Metallrecycling durch den Handel mit legierten Schrotten erweitert, sowie den Bereich der Aufbereitung und Vermarktung von Nichteisenmetallen gestärkt.

Im Segment Dienstleistung konnte Interseroh die Zahl seiner Kunden weiter steigern. Schweitzer bezeichnete den Ausbau der innovativen Business Unit "Interseroh Pool" als großen Schritt. In einem neu entwickelten Kreislaufsystem managt Interseroh hier tagesaktuell Mehrweg-Obst- und Gemüseboxen entlang der Lieferkette vom Erzeuger bis zur Filiale und wieder zurück. "Erstmals steht für uns bei dieser Dienstleistung nicht das Recycling im Vordergrund, sondern die Vermeidung von Abfällen."

Der Gedanke "Kreisläufe zu schließen" stand auch Pate bei der Entwicklung eines neuen Kunststoffgranulats im Jahr 2010, mit dem Primärkunststoff zu 100 Prozent ersetzt werden könne.

Im Segment Rohstoffhandel ist es Interseroh gelungen, neben China mit Malaysia, Indonesien und Indien als zusätzliche Absatzmärkte für Sekundärrohstoffe zu erschließen.

Dividende von 25 Eurocent pro Aktie
Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 17. Mai 2011 die Ausschüttung einer Dividende von 25 Eurocent pro Aktie vorschlagen. Obwohl im Einzelabschluss der INTERSEROH SE noch Nachwirkungen der Weltwirtschaftskrise und der Reorganisation bei Interseroh verarbeitet werden mussten, konnte die Dividende gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt werden und entspricht fast dem gesamten Gewinn der INTERSEROH SE als Konzernholding (Einzelabschluss).

Ausblick
Für 2011 geht der Vorstand der INTERSEROH SE, bedingt durch die weltweiten Krisenherde, von weiterhin volatilen Märkten aus, rechnet aber bei stabiler Konjunkturlage mit einer weiteren operativen Ergebnisverbesserung.

Interseroh-Vorstandsvorsitzender Axel Schweitzer: "Zwar müssen sich Anleger kurzfristig - bedingt durch weltweite Krisenherde - vermutlich weiterhin auf erhebliche Känguru-Sprünge bei den Preisen einstellen, mittel- bis langfristig sind die Marktperspektiven jedoch viel versprechend."