07/10/2013

Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

Jemand neben mir hat einen Herzstillstand – was muss ich nach der 112 tun?

Jeden Tag werden Menschen irgendwo in Deutschland – im Bus, im Büro, auf der Straße – völlig unerwartet mit einem Herznotfall konfrontiert: Jemand bricht ohne Warnzeichen zusammen, liegt bewusstlos am Boden, reagiert nicht auf Zurufen, Rütteln oder leichte Schmerzreize wie Zwicken, atmet nicht mehr oder röchelt nur – sehr wahrscheinlich liegt ein akuter Herzstillstand vor. Ein plötzlicher Herztod droht, wenn nicht sofort nach dem Notruf 112 durch Herzdruckmassage die lebenswichtige Versorgung des Körpers, insbesondere des Gehirns, mit Sauerstoff überbrückt wird, bis der Notarzt mit dem Defibrillator eintrifft. Aber nur die wenigsten trauen sich die alleinige Herzdruckmassage auch ohne Mund-zu-Mund-Beatmung zu. Dabei ist sie schnell erlernbar und leicht anzuwenden.

Um der Bevölkerung die lähmende Angst vor Fehlern in der Wiederbelebung durch Herzdruckmassage zu nehmen, bietet die Deutsche Herzstiftung unter http://www.herzstiftung.de/herznotfall-set.html ein kostenfreies Herznotfall-Set mit den wichtigsten Informationen für rasches und richtiges Verhalten bei akutem Herzstillstand an. In einem neuen Spot sensibilisiert die Herzstiftung die Bevölkerung mit Elementen der Komik für die leicht anwendbare alleinige Herzdruckmassage: ein Bankräuber bricht seinen Überfall abrupt ab, um einer Kundin durch Herzdruckmassage das Leben zu retten (http://www.herzstiftung.de/spots/wiederbelebung-herzstiftung.mp4). Anlass für diese Aufklärungsaktion ist die bundesweite „Woche der Wiederbelebung“ (16.–22.9).

Herzstillstand erkennen – Notruf 112 abgeben – Herzdruckmassage anwenden
„Aus Angst etwas falsch zu machen, wird nach dem Absetzen des Notrufs 112 oft gar nichts getan und abgewartet, bis der Rettungsdienst eintrifft. Dann ist es aber zumeist zu spät. Auch deswegen sterben jedes Jahr hierzulande immer noch etwa 80.000 Menschen an einem plötzlichen Herztod“, weiß Notfallmediziner Prof. Dr. med. Dietrich Andresen, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung und Direktor der Klinik für Kardiologie/Konservative Intensivmedizin am Vivantes-Klinikum Am Urban in Berlin.

„Mit dem Herznotfall-Set zeigen wir leicht verständlich, wie man schnell prüft, ob ein akuter Herzstillstand vorliegt und wie man nach dem Notruf 112 die sofortige Herzdruckmassage richtig anwendet, bis der Notarzt eintrifft.“ Häufige Ängste, z. B. eine Herzdruckmassage wirke schädigend, wenn doch kein Herzstillstand vorliegt, oder man könnte durch Rippenbrüche im Zuge der Herzdruckmassage lebensgefährlich verletzen, sind unbegründet. „Auch wenn kein Herzstillstand vorliegt und der Betroffene ,nur‘ bewusstlos ist, kann eine Herzdruckmassage keinen Schaden anrichten“, bestätigt der Notfallmediziner Prof. Andresen, und: „Zu Rippenbrüchen kann es bei der Herzdruckmassage kommen, was bisweilen eine unvermeidbare Begleitwirkung ist. Eine oder mehrere gebrochene Rippen sind aber in dieser Notfallsituation das kleinere Problem.“

Das kostenfreie Herznotfall-Set in einer handlichen Tickethülle enthält zwei Notfallkarten im Scheckkartenformat für den Geldbeutel und zwei Faltblätter – beide Formate jeweils einmal mit Informationen zur Wiederbelebung durch Herzdruckmassage und einmal mit Infos zu Notruf 112 und Herzinfarkt-Alarmzeichen.Das Set unter http://www.herzstiftung.de/herznotfall-set.html kann auch angefordert werden bei: Deutsche Herzstiftung, Vogtstr. 50, 60322 Frankfurt am Main, Tel. 069 955128-0, Mail: info@herzstiftung.de

Die kostenfreie Herznotfall-App der Herzstiftung (iPhone und Android) mit Erläuterungen zur Symptomatik des Herzinfarkts und mit Anleitungen zur Durchführung der Herzdruckmassage erreicht man mit dem Suchbegriff „Herzstiftung“ im App Store für iPhone und in Google Play für Android-Handys.

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