06/11/2015

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KISW: Siegfried Kaiser neuer Geschäftsführer des Kunststoff-Institutes Südwest - Fokus auf den Bedarf der Kunststoffbranche im Südwesten

Seit seiner Gründung vor gut vier Jahren befindet sich das Villinger Kunststoff-Institut Südwest (KISW) auf stetem Wachstumskurs. Mit der Bestellung des bisherigen Institutsleiters Siegfried Kaiser zum Geschäftsführer wollen die Träger ein klares Zeichen dafür setzen, dass diese Einrichtung unmittelbar auf die Belange der regionalen Unternehmen hin ausgerichtet ist und seine Rolle als Technologieförderer vor Ort sieht.

Siegfried Kaiser kam im September 2012 zum KISW, dem kleineren Schwesterinstitut des etablierten Kunststoff-Instituts aus Lüdenscheid, und war seither Prokurist und Institutsleiter, zum 01. Oktober 2015 wurde er nun alleiniger Geschäftsführer. Seine Vorgänger, Stefan Schmidt und Thomas Eulenstein, zugleich amtierende Geschäftsführer in Lüdenscheid, stehen dem KISW dabei weiterhin als Wissenschaftliche Berater zur Seite.

Als der heute 53-jährige Kaiser zum Kunststoff-Institut kam, brachte er über 25 Jahre Industrieerfahrung in unterschiedlichen Bereichen mit ein. Nach seiner Lehre zum Modellbauer in Villingen studierte er an der Hochschule Aalen (damals FH Aalen) Kunststoff-Technik und war dann rund 20 Jahre für zwei große Automobil-Zulieferer in den Bereichen Werkzeugkonstruktion und -beschaffung sowie Projektierung in leitender Funktion tätig. Zuletzt leitete er dann bei Weißer + Grießhaber den Bereich Vertrieb und Projektmanagement, zugleich engagierte er sich bei der IHK in der Region im Prüfungsausschuss für Meister und Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik. So hatte er bei seinen beruflichen Tätigkeiten bereits diverse regelmäßige Kontakte, auch über gemeinsame Projekte mit Gründern des KISW.

Gründung von der K-Branche für die K-Branche
Das KISW war im Jahr 2011 von der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, dem Kunststoff-Institut Lüdenscheid (KIMW) sowie 19 Unternehmen aus der Region gegründet worden ((siehe auch plasticker-News vom 29.07.2011)). Den Anstoß dafür gaben der stark steigende Bedarf an fachlicher Beratung sowie an Aus- und Weiterbildung der Unternehmen im Südwesten Baden-Württembergs, die durch den Aufwand wegen der großen räumlichen Entfernung zunehmend belastet waren. Die Lösung, das KISW als Tochter-Institut und mit Hilfe der Expertise der Kunststoff-Spezialisten aus Lüdenscheid vor Ort zu platzieren, ist den Angaben zufolge dabei ohne einen Cent öffentlicher Fördermittel von der IHK und der regionalen Wirtschaft umgesetzt worden.

"Schon während der Gründung ist das Ziel definiert worden, dass das Kunststoff-Institut Südwest auf die regionalen Belange hin ausgerichtet, mit regionalem Mitarbeiterstamm ausgestattet und auf Sicht eigenständig werden sollte", verdeutlicht Kaiser nach vier Jahren Aufbauarbeit. Diese Eigenständigkeit sei nun mit der Geschäftsführung vor Ort organisatorisch sauber umgesetzt. "An der engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Kollegen in Lüdenscheid ändert sich natürlich nichts", unterstreicht Kaiser. Das Leistungsspektrum beider Häuser stehe den Unternehmen uneingeschränkt zur Verfügung.

Eigene Schwerpunkte bei präzisen Medizin- und Hybridanwendungen
So zeichnen sich die regionalen Schwerpunkte in Villingen laut dem KISW auch bereits deutlich ab und werden weiter ausgefeilt: Präzisions-, Medizin- und Hybridtechnik spiegeln die hiesigen industriellen Schwerpunkte wider. Unterdessen wird das Technikum mit Labor, Prüf-, Anlagen- und Maschinenequipment stetig weiter ausgebaut, weswegen das KISW mittelfristig neue Räumlichkeiten sucht. "Diese Erweiterungsrunde bekommen wir noch am aktuellen Standort im Technologiepark hin", so Kaiser, doch in den kommenden Jahren werde ein Umzug unumgänglich - zumal der Businessplan bis 2020 den personellen Ausbau auf 20 wissenschaftliche Mitarbeiter vorsehe, aktuell liege der Personalbestand noch bei sieben Mitarbeitern.

Workshops zu den relevanten Themen der Branche, Innovationsforen, die Vernetzung innerhalb der regionalen Clusterorganisation TechnologyMountains und ein genau an den Bedürfnissen der Unternehmen ausgerichtetes Seminar- und Weiterbildungsprogramm bilden den Kern der weiteren Strategie. "Die Bedeutung der Kunststofftechnologie als Querschnittsanwendung in praktisch allen Branchen wird weiter an Bedeutung gewinnen. Der Erfolg des KISW zeigt, dass die Unternehmen der Region auf Innovation und Technologieführerschaft setzen", sieht IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez das Institut als wichtigen Baustein der industriellen Stärke hierzulande.

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