19/11/2012

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KNF: Werkzeugforum Kunststoff 2012 - Neue Entwicklungen im Bereich der Heißkanaltechnik

Am 08. November 2012 stand das "Werkzeugforum Kunststoff" des Kunststoff-Netzwerk Franken e.V. unter dem Motto "Heißkanaltechnologien und Werkzeugsensorik" (siehe auch plasticker-News vom 16.10.2012). Fachexperten aus ganz Deutschland hatten sich in Bayreuth eingefunden, um über aktuelle Entwicklungen, neuartige Werkzeugkonzepte sowie über die Perspektiven moderner Heißkanaltechnologie zu diskutieren.

Innovative Konzepte der Heißkanalhersteller
Hans Rausch, Geschäftsführer vom Kunststoff-Netzwerk Franken e.V. moderierte die Veranstaltung. Den Auftakt der Vorträge machte Horst-Werner Bremmer von der Günther Heisskanaltechnik GmbH in Frankenberg, der das Thema Energieeffizienz in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen zur "Zukunftsorientierten Heißkanaltechnologie mit Dickschichtheizleitern" stellte. Gerade bei kleinen Schussgewichten seien diese neuartigen und bauartbedingt schlankeren Heißkanaldüsen ein ausgezeichnetes Mittel, um die Energieeffizienz des Gesamtsystems deutlich zu verbessern.

[7;r]Andreas Kißler von der PSG Plastik Service GmbH in Mannheim lenkte anschließend die Perspektive mehr auf hohe Schussgewichte und großvolumige Bauteile. Er erläuterte, dass gerade bei solch großen Bauteilen die Produktqualität durch ein durchdachtes Anspritzkonzept verbessert und sichergestellt werden kann. Als Lösung nannte er die Kaskaden-Technologie mit VCON / Vario Fill. Durch geschickte Hintereinanderschaltung der Öffnungs- bzw. Schließvorgänge werden optimierte Oberflächen erreicht und Bindenähte vermieden.

Neue Werkzeugkonzepte durch den Einsatz von seitlichen Anspritztechnologien stellte Silvio Paesano von der Ewikon Heißkanalsysteme GmbH in Frankenberg vor. "Effizient seitlich anspritzen - Neue Technologien - Erweiterte Einsatzbereiche" lautete der Titel seines Vortrages. Er erläuterte, dass der Einsatz seitlicher Anspritzpunkte gezeigt habe, dass es möglich ist, trotz beengter Bauraumverhältnisse am Werkzeug Heißkanäle erfolgreich einzusetzen. In anschaulichen Videobeispielen zeigte er, wie solche Herausforderungen im Anspritzbereich erfolgreich und elegant gelöst werden können.

Die anschließende Kaffeepause nutzten die Teilnehmer zu intensiven Gesprächen über das bereits Gehörte und zum Austausch untereinander.

Heißkanäle effizient
mit Werkzeugen verbinden
Nachdem im ersten Teil der Veranstaltung innovative Konzepte der Heißkanalhersteller präsentiert wurden, ging es im zweiten Teil darum, Heißkanäle mit den Werkzeugen effizient zu verbinden, sowie Zusatznutzen aus dem Heißkanalsystem für die Gesamtproduktion zu ziehen.

Den Auftakt machte Andreas Lanßky von der Stäubli Tec-Systems GmbH Connectors in Bayreuth, der prozesssichere Anschlusstechniken für den Heißkanal präsentierte. Er erläuterte mögliche Anschlusstechnologien von der Schraubverbindung über Mono- und Multikupplungen sowohl für hydraulische als auch für pneumatische Steuerungen. Er stellte die komplexen technischen Anforderungen an dieses System vor und gab einen Ausblick auf die Zukunft der Kupplungstechnologie.

Die Kombination aus Heißkanaltechnologie und Werkzeugsensorik war Thema von Jürgen Stahl von der Kistler Instrumente GmbH aus Ostfildern. Er beschrieb die Möglichkeit einer automatischen Heißkanalbalancierung auf der Basis des Werkzeuginnendrucks. Ziel ist es, ein gleichmäßiges Befüllen der Formnester zu erreichen und damit eine gleichbleibende Bauteilqualität über alle Kapazitäten sicher zu stellen. [6;r]"Wenn Sie schon einen Sensor im Werkzeug haben, können Sie den auch gleich zur Balancierung ihrer Heißkanalwerkzeuge nutzen", so Jürgen Stahl. "Letztendlich erhöhen Sie damit den Nutzen ihres Gesamtsystems und können entscheidend Einfluss auf die Qualität der Bauteile nehmen."

Über die umfassende Integration von Heißkanal­systemen und anderen Peripherie­geräten in die Spritzgussmaschinensteuerung referierte im abschließenden Vortrag Rainer Schmid von der Arburg GmbH + Co. KG aus Loßburg. Ziel sei es, die maximale Prozesssicherheit für den Anwender zu erreichen. Durch die Integration von Heißkanalperipherie und Sensorik können Fehlerquellen erkannt sowie abgestellt und oftmals von vorneherein vermieden werden. Die Möglichkeiten der integrierten Steuerungen von Spritzgussmaschinen seien heutzutage so umfangreich, dass sie keine Wünsche mehr offen lassen, so der Referent. In einem anschaulichen Vortrag erläutere er die Vorteile der zentralen Steuerung am Beispiel der Arburg-Maschinen.

Die intensiven Nachfragen aus dem Auditorium zu den Vorträgen spiegelten die Praxisrelevanz der Veranstaltung wider. Diskussionen und Fragen wurden auch nach den eigentlichen Vorträgen im Rahmen eines gemeinschaftlichen Buffets fortgeführt. Mit der Veranstaltung wurde ein rundes Programm zum Thema Heißkanaltechnik präsentiert, dass sowohl auf Seiten der Anwender als auch auf Seiten der Anbieter auf sehr positive Ressonanz stieß. "Wie in der Vergangenheit werden wir auch weiterhin unsere Veranstaltungen an den Bedürfnissen unserer Mitglieder der Kunststoff­branche ausrichten", so Hans Rausch vom Kunststoff-Netzwerk Franken e.V.