12.10.2010

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KNF: Zweiter Cluster-Treff zum Thema Kunststoffoberflächen

In-Mold-Decoration und In-Mold-Labelling als herausragende Technologien zur Veredelung von Kunststoffoberflächen
Anhand der Oberflächen differenzieren die Kunden vielfältiger Branchen die Akzeptanz und Attraktivität von Produkten. Speziell Kunststoffoberflächen stehen dabei nicht nur in der Automobil- und Unterhaltungselektronikindustrie, sondern auch bei Konsumgütern im Fokus. Für die Veredelung von Kunststoffoberflächen steht daher eine Vielzahl an Prozessen zur Verfügung. Die Bandbreite reicht von der Lackierung und Galvanisierung bis hin zu prozessintegrierten Verfahren wie In-Mold-Decoration (IMD) und In-Mold-Labelling (IML). Diese besitzen bei der Oberflächengestaltung und der Wirtschaftlichkeit ein enormes Potential, wie der Cluster-Treff "Prozessketten und Anwendungen bei IMD und IML" am 23. September 2010 bei der Sumitomo (SHI) Demag Plastics Machinery GmbH in Schwaig bei Nürnberg zeigte.

Innovation durch Kooperation
In bewährter Weise setzten der Cluster Neue Werkstoffe (CNW) und das Kunststoffnetzwerk Franken (KNF) ihre langjährige Zusammenarbeit auch bei dieser Veranstaltung fort. Mehr als 120 Fach- und Führungskräfte kamen zum zweiten Cluster-Treff bei der Sumitomo (SHI) Demag Plastics Machinery GmbH nach Schwaig bei Nürnberg.

"Die wirtschaftliche Situation der Kunststoffindustrie und die globalen Herausforderungen der Branche machen Kooperation zu einem wesentlichen Wettbewerbselement", so Dr. Tetsuya Okamura, CEO der Sumitomo (SHI) Demag GmbH in seiner Begrüßung. "Als weltweit agierende Firma ist eine enge Zusammenarbeit mit den Kunden essentiell für innovative Neuentwicklungen", ergänzte Christian Renners, Gesamtvertriebsleiter der Sumitomo (SHI) Demag.

Gerade bei komplexen, prozessintegrierten Verfahren, wie IMD und IML ist eine abgestimmte Kooperation zwischen Folienhersteller, Maschinenbau und Anwendern für das Gelingen entscheidend. Da das optische Ergebnis über die Kundenakzeptanz entscheidet, sind enge Toleranzen in der Produktion einzuhalten. Die gestalterischen Möglichkeiten in der Folienherstellung lassen kaum Wünsche offen. Von Metalliceffekten bis hin zu strukturierten Oberflächen lässt sich eine Vielzahl von Varianten realisieren. "Die Kundenwünsche zu verstehen, ist enorm wichtig für eine erfolgreiche Umsetzung an der Maschine", wie Martin Hahn, Leonhard Kurz Stiftung & Co. KG, am Beispiel der hauseigenen Designabteilung bei Kurz erläuterte. Doch nicht nur gestalterische Aspekte, sondern speziell die abgestimmte Verfahrens- und Materialauswahl sind für das Beschichtungsergebnis entscheiden, wie im Beitrag von Professor Peter Karlinger, Hochschule Rosenheim, deutlich wurde.
Vielfältige Praxisbeispiele aus den Bereichen Automobil, Konsumgüter und Unterhaltungselektronik bereicherten die Vortragsbeiträge der HBW Gubesch GmbH, der KEBO AG aus der Schweiz und der Druckerei Verstraete aus Belgien.

Prozesskettenübergreifende Kooperation als Standortvorteil
Der enorme Zuspruch beim Cluster-Treff zeigte, wie wichtig die Themen der Oberflächengestaltung bei Kunststoffen sind und dass in den prozessintegrierten Verfahren IMD und IML ein großes Potential für verschiedenste Branchen gesehen wird. "Kooperation in langfristigen Entwicklungspartnerschaften sind der Schlüssen zu Unternehmenserfolg", wie Gerold Keller, Geschäftsführer der KEBO AG, die Zielsetzung des Cluster-Treffs sowie der Netzwerkarbeit von KNF und CNW passend charakterisierte. Eine gelungene Gelegenheit zur Anbahnung derartiger Kooperationen war das abschließende Get-Together in der Anwendungstechnik der Sumitomo (SHI) Demag, wo ein erster Ausblick auf die Maschinenneuheiten der K 2010 ermöglicht wurde. Ein besonderes Highlight dabei war die Vorführung einer Systec multi 210 die auch auf der K 2010 am Messestand der Sumitomo (SHI) Demag in einer Zweifach-IMD-Anwendung präsentiert werden wird. Das auf der Anlage realisierte, so genannte IMD-Multi-K-Verfahren wurde zusammen mit dem Partner HBW Gubesch entwickelt und soll speziell für die Fertigung von Interieurbauteilen für die Automobilindustrie Vorteile bringen. Weitere Maschinenvorführungen und die Möglichkeit einer Produktionsbesichtigung rundeten den Ausblick auf die K 2010 ab.