27.09.2010

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KUREC: Aufbereitung von Verbundstoffen durch kryogene Vermahlung

Verbundstoffe bestehen aus zwei oder mehr fest miteinander verbundenen Materialien. Dabei hat der Verbund andere Werkstoffeigenschaften als die Einzelkomponenten, so dass völlig neue Anwendungen möglich werden. Gerade der Verbund stellt aber am Ende der Nutzungsdauer oftmals ein Problem dar, weil er möglichst sortenrein in seine Bestandteile zerlegt werden muss, um die einzelnen Komponenten weiter verabeiten zu können.

Für eine weitere Verarbeitung müssen die Komponenten zu Pulver oder Granulat verarbeitet werden, aber nicht alle lassen sich problemlos mahlen. Viele Materialien verhalten sich bei Umgebungstemperatur zäh und elastisch, verkleben daher die Mahlwerke, das Mahlgut agglomeriert oder wird thermisch geschädigt.

Beim kryogenen Recycling dient die tiefe Temperatur von flüssigem Stickstoff (-196 °C bei Normaldruck) zum Verspröden des Werkstoffverbundes bzw. zur Minimierung des Wärmeeintrags in das Mahlgut. Durch die verschiedenen Ausdehnungskoeffizienten und das unterschiedlich starke Verspröden der Komponenten lassen sich die Materialien auf diese Weise bis zur gewünschten Feinheit zerkleinern, sortenrein trennen und anschließend wiederverwerten.

Kryogene Aufbereitungs- und Trennanlage
Seit 1998 beschäftigt sich die Kunststoffrecycling CKT GmbH & C0. KG (KUREC) - vormals sm metalle GbR - mit dem Recycling unterschiedlicher Stoffe. Dazu gehören die Aufbereitung und Wiederverwertung von Kunststoffen (sorten- und typenrein), gemischten Kunststoffabfällen und Kunststoffverbundmaterialien sowie Nichteisen-Metallverbundstoffen.

Seit 2004 betreibt KUREC einen Standort in Saalfeld (3 Hallen à ca. 2.000 m²) und baute diesen systematisch zum zentralen Mahl- und Recyclingbetrieb von Kunststoffen aus.

Im Januar 2007 wurde eine neue kryogene Aufbereitungs- und Trennanlage - bestehend aus Aufgabesystem, kryogenem Drehrohr, Hammermühle und Separiereinrichtung - in Zusammenarbeit von KUREC mit dem Gashersteller Air Liquide aus Krefeld aufgebaut und in Betrieb genommen. Im Schichtbetrieb kann die Anlage pro Jahr bis zu 1.400 t Verbundstoffe aus Aluminium und Kunststoff in die Einzelbestandteile trennen, die anschließend einer Wiederverwertung zugeführt werden können.

Weitere Standorte des Unternehmens liegen in Tauscha (Sachsen) und Bad Langensalza (Thüringen).