21.10.2010

K 2010: Weltweit führende Kunststoffmesse öffnet ihre Tore

Kunststoffe und Kautschuk haben den Alltag revolutioniert. Sie sind so stark in vielen Einsatzgebieten vertreten, dass man sich oft fragt, wie es früher ohne sie gehen konnte. Vom Sportschuh bis zur Yacht, von der Zahnbürste bis zum Computer, von der Einwegspritze bis zum Stoßfänger, vom Wasserrohr bis zur Frischeverpackung für Lebensmittel - Kunststoffe sind ein Teil des Lebens. Und die Branche trägt einen beachtlichen Teil zum wirtschaftlichen Erfolg bei: Allein in Europa arbeiten mehr als 1,6 Millionen Menschen in über 50.000 Unternehmen der Kunststoff-Industrie und erwirtschaften einen Umsatz von rund 300 Milliarden Euro im Jahr. In Deutschland hält die Kunststoffindustrie sechs Prozent an der heimischen Industrieproduktion, mit einem Umsatz von über 84 Mrd. Euro und etwa 394.000 Beschäftigten in 3.700 Unternehmen ist sie einer der wichtigsten Wirtschaftszweige. Noch einmal rund 10 Mrd. Euro Umsatz trägt die deutsche Kautschukindustrie bei.

Der weltweit wichtigste Treffpunkt der Branche und der unumstrittene Innovationstermin ist die K in Düsseldorf. Seit der vergangenen Woche läuft in allen 19 Hallen des Messegeländes der Aufbau, Tag und Nacht wachsen die Stände, werden Exponate angeliefert. Was jetzt in seine entscheidende Phase geht, hat vor Monaten bei den Ausstellerfirmen begonnen: die Vorbereitungs- und Entwicklungsarbeiten für die K 2010 vom 27. Oktober bis 3. November. Alle drei Jahre treffen sich am Rhein die Fachleute aus der ganzen Welt, um aktuelle und zukunftsweisende Technologien im Maschinenbau, in der Rohstoffproduktion und in der Kunststoff- und Kautschukverarbeitung zu präsentieren und kennenzulernen.

Positive Marktentwicklung prägt die K 2010
Wohl nie zuvor waren die Jahre zwischen zwei K-Messen für die Branche so aufreibend. Die K 2007 fand inmitten eines fantastischen Booms statt, dem allerdings kurz darauf ein so heftiger Absturz in die Rezession folgte, wie ihn selbst altgediente Experten noch nicht erlebt und auch nicht für möglich gehalten hatten. Vor einem Jahr keimte dann erstmals wieder Hoffnung, doch alle richteten sich auf langsames und mühevolles Wachstum ein. Nun sind viel schneller als erwartet die Geschäfte wieder in Schwung gekommen. Das Exportgeschäft läuft auf vollen Touren, und auch im Binnenmarkt ist Bewegung.

Diese positive Marktentwicklung wird die K 2010 nachdrücklich prägen und spiegelt sich auch in den Ausstellerzahlen wider. 3.102 Aussteller aus 56 Ländern werden ihre neuesten Entwicklungen für alle Industriebereiche vorstellen, das sind nur 12 Unternehmen weniger als im Boomjahr 2007. Die gesamte vermietete Ausstellungsfläche beträgt 164.125 Quadratmeter - rund 60 Prozent davon wird von Firmen belegt, die nicht aus Deutschland stammen. Aus Deutschland sind derzeit 1.076 Aussteller angemeldet mit einer Nettofläche von 66.074 Quadratmetern (2007:1.131/72.869 qm).

Aussteller aus Europa und Asien sind stark vertreten
Italien ist traditionell die größte ausländische Ausstellernation, die 413 italienischen Unternehmen werden allein auf 27.319 Quadratmetern netto ihre Produkte zeigen. Aus Europa ebenfalls stark vertreten sind Österreich (8.118 Quadratmeter), die Schweiz (6.094 Quadratmeter), Frankreich (5.016 Quadratmeter) und die Niederlande (4.200 Quadratmeter). Aus den USA nehmen 110 Unternehmen teil, sie belegen 4.386 Quadratmeter Ausstellungsfläche und damit etwas mehr als zur K 2007. Deutlich vergrößert haben sich die Beteiligungen aus China (6.633 Quadratmeter), Indien (4.543 Quadratmeter) und der Türkei (2.821 Quadratmeter). Taiwan ist mit rund 5.300 Quadratmetern ebenso stark präsent wie 2007. Neu dabei sind Aussteller aus Chile, Indonesien, Pakistan und Vietnam.

Die Hersteller von Maschinen und Anlagen sind traditionell die größte Ausstellergruppe auf der K, 1.911 Unternehmen (K 2007: 1.897) belegen in den Hallen 1 bis 4 und 9 bis 17 rund zwei Drittel der gesamten Ausstellungsfläche. 635 Anbieter von Rohstoffen (K 2007:611) und 371 Hersteller von Halbzeugen und technischen Teilen (K 2007:463) stellen in den Hallen 5 bis 8b aus.
Unter den Ausstellern befinden sich alle Weltmarktführer, aber auch zahlreiche Newcomer. Auch aus diesem Grund ist diese K von ganz besonderem Interesse. Die Unternehmen haben eine Fülle von Innovationen vorbereitet, die am 27. Oktober Premiere haben werden. Und damit diese Neuheiten noch besser auffindbar sind, haben wir mit Hilfe von Branchenexperten ein Instrument entwickelt, das jedem Besucher die maßgeschneiderte Vorbereitung seines Aufenthalts auf der Messe ermöglicht. Anhand von Leitthemen, die die Marktentwicklung der nächsten Jahre bestimmen werden, sind unter www.k-online.de mit Hilfe dieser Suchmatrix die entsprechenden Exponate leicht auszumachen.

Neuheitenforum für Entwickler, Konstrukteure, Designer
Die Neuheiten der Aussteller sind nicht nur für die Hersteller von Kunststoff- und Gummierzeugnissen von höchstem Interesse, auch die industriellen Endabnehmer schätzen die K und besuchen sie, um neue Ideen für ihre Branche und ihre Produkte mit nach Hause zu nehmen. Die Messe ist zu einer Informationsplattform für Entwickler, Konstrukteure und Fertigungsfachleute aus zahlreichen Industriezweigen wie z.B. der Automobilindustrie, der Medizintechnik, der Elektrotechnik und Elektronik, der Logistik sowie der Konsumgüterindustrie geworden.

Für alle diese Anwendungsbereiche zieht die K seit mehr als 50 Jahren eine Bilanz des Erreichten und zeigt Visionen des Möglichen auf. In diesem Jahr gibt es für den Blick in die Zukunft sogar eine eigene Plattform: die Sonderschau unter dem Titel „Visions in Polymers“. Anhand von Beispielen aus unterschiedlichen Lebensbereichen wird aufgezeigt, welche Entwicklungstrends auszumachen sind und über welche neuartigen Anwendungen in der die Industrie nachgedacht wird. Besondere Berücksichtigung werden dabei die Themen Energieeffizienz und Ressourcenschonung finden. Denn gerade in diesem Bereich wird dem Kunststoff als Werkstoff für kreative Ideen eine große Zukunft vorhergesagt. Auch wenn es heute noch undenkbar erscheint – möglicherweise können wir schon in einigen Jahren Kleingeräte und Fahrzeuge mit einer dünnen Solarzellen-Folie bekleben und sie so unabhängig von Steckdose oder Zapfsäule machen. Oder mit leuchtenden Tapeten große Räume oder ganze Gebäude erhellen. Oder mit antibiotisch wirkenden Speichern und Rohren aus Kunststoff Wasser keimfrei halten und somit Krankheiten eindämmen.

Multimedial, mit Filmsequenzen, Textbeiträgen und anhand ausgewählter Exponate wird in der Sonderschau verdeutlicht, welche Beiträge Kunststoffe heute schon leisten und welche Chancen sich morgen eröffnen. Darüber hinaus werden in täglichen Diskussionsrunden Wissenschaftler und Experten aus der Praxis zukunftsweisenden Fragen nachgehen.

Nachwuchsförderung wird groß geschrieben
Um jungen Menschen nicht nur die Berufsbilder in der Kunststoffindustrie nahe zu bringen, sondern mit ihnen auch Umwelt- und Zukunftsaspekte zu diskutieren, gibt es an einem Tag (Sonntag, 31. Oktober) in der Sonderschau ein spezielles Angebot unter dem Titel „Jugend im Gespräch mit…“. Experten der Branche werden mit den Jugendlichen Bildungswege und –chancen beleuchten, Beiträge zur nachhaltigen Produktion erörtern, aktuelle und zu erwartende Arbeitsmarkt- und Ausbildungssituationen analysieren.

Verantwortlich für die Organisation von „Visions in Polymers“ zeichnen die deutsche Kunststoffindustrie unter Federführung von PlasticsEurope Deutschland e.V. und die Messe Düsseldorf.

Neben der Sonderschau bietet die K 2010 Jugendlichen und jungen Erwachsenen noch weitere Möglichkeiten, sich über die hochinteressante Branche, die verschiedenen Berufe und Chancen zu informieren:

kai – die Kunststoff-Ausbildungsinitiative, ist eine davon. kai zeigt Azubis, Schülern und Studenten die vielfältigen Möglichkeiten und aussichtsreichen beruflichen Perspektiven, die die Kunststoffindustrie bereit hält. Verbände, Organisationen und Lehreinrichtungen stehen hinter der Initiative. An jedem Tag der K 2010 gibt es Führungen, Bühnenshows, Diskussionsrunden, Experimente, Rundgänge oder individuelle Beratungen. Das komplette Programm ist auf der Website der K 2010 zu finden, www.k-online.de.

Darüber hinaus veranstaltet der Verein Deutscher Ingenieure am Sonntag, 31. Oktober, sein VDI-Schülerforum. Es wendet sich an die Schüler der Sekundarstufe II (Klassen 11 – 13) und wird die Kunststoffbranche in all ihren Facetten mit Bühnenshow, Experimenten und Live-Aktionen darstellen. Ziel der Veranstaltung ist es, das Interesse für Ausbildungs- und Ingenieurberufe zu wecken und auf die Karrierechancen für Nachwuchsingenieure aufmerksam zu machen. Informieren und kostenlos anmelden kann man sich unter www.vdi.de/schuelerforum.

Auf den Internetseiten der K 2010 gibt es Weiteres zum Thema Nachwuchsförderung: So z.B. die Ausbildungsplatz-Börse "ZACK", eine kostenlose Datenbank für die Vermittlung von Ausbildungsplätzen (eine Initiative von KunststoffWeb, KI und GKV – Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie). Und es besteht die Möglichkeit, sich über Angebote zu Diplomarbeiten und Praktika von Unternehmen der Kunststoffindustrie zu informieren (ebenfalls gemeinsam mit KunststoffWeb).

Und wer sich als Schüler oder Student ein Bild von der Branche machen möchte, kann mit der günstigen Eintrittskarte (15,- Euro inkl. An- und Abfahrt im VRR/VRS) vielleicht seine berufliche Zukunft kennen lernen.

Kunststoff und Kunst
Zwei besondere Ausstellungen verdienen Erwähnung:
Zur K 2010 wird im Eingangsbereich Nord des Messegeländes die Wanderausstellung des Deutschen Kunststoff Museums zu sehen sein mit dem Titel „Unter Strom. Kunststoffe und Elektrizität. Vom Bakelitschalter zum Blackberry“. Und in Köln werden derzeit die Werke der japanisch-deutschen Künstlerin Suchan Kinoshita gezeigt. Sie und das Museum Ludwig, in dem die Werkschau zu sehen ist, erhalten in diesem Jahr den Kunstpreis des Kuratoriums der Kunststoff-Industrie.

Hochbetrieb im Messegelände, in der Stadt und der Region
Die kommenden Tage werden für die Mitarbeiter der Messe Düsseldorf, alle Servicepartner und die ausstellenden Unternehmen spannend. Bis zum ersten Tag der K 2010 am 27. Oktober wartet noch eine Menge Arbeit, bei der logistische und technische Höchstleistungen gefragt sind. Allein am letzten Aufbautag tummeln sich voraussichtlich etwa 5.000 Fahrzeuge und 20.000 Menschen zwischen den Hallen. Die „dicken Brummer“ haben dann das Gelände schon wieder verlassen – auf etwa 3.000 Lkw, darunter 31 Schwertransportern, sind Maschinen und Ausstellungsgüter angeliefert worden. Damit der Verkehr im und ums Gelände reibungslos fließt, steuern bis zu 100 Mitarbeiter die Abläufe.

Eine Weltmesse wie die K 2010 macht sich natürlich nicht nur im Messegelände bemerkbar. Weit mehr als 200.000 Besucher von allen Kontinenten werden erwartet, sie und die etwa 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Aussteller sorgen in ganz Düsseldorf und der Region für Hochbetrieb. Vor allem in Hotellerie und Gastronomie, am Flughafen und am Bahnhof, bei Bussen, Bahnen und Taxiunternehmen sowie im Handel. 23 Hotelschiffe werden auf dem Rhein für zusätzliche Übernachtungsangebote sorgen. Hotelbetten und Privatquartiere sind nicht nur in Düsseldorf selbst weitestgehend ausgebucht, Buchungen sind weit ins Umland und die Nachbarstädte hinein erfolgt – im Ruhrgebiet, von Leverkusen über Köln bis in die Region Aachen, im Bergischen Land und am Niederrhein Richtung niederländische Grenze sind K-Gäste untergebracht.

Um den allgemeinen Straßenverkehr zu entlasten, haben wir bei allen Ausstellern und Besuchern sehr für die Nutzung von Bus und Bahn geworben. Auch bei der K 2010 gilt: Mit allen Eintrittskarten, Ausstellerausweisen, Eintrittskartengutscheinen und Pressekarten können die öffentlichen Verkehrsmittel im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) kostenlos benutzt werden. Wir gehen davon aus, dass rund 25 Prozent der Aussteller und etwa 40 Prozent der Besucher den ÖPNV nutzen werden.

Auch der Handel in Düsseldorf stellt sich auf die internationalen Gäste ein. Mit einem zusätzlichen verkaufsoffenen Sonntag am 31. Oktober locken die Geschäfte der Innenstadt von 13.00 bis 18.00 Uhr.

It‘s K time! Wir bei der Messe Düsseldorf sind gut gerüstet für die Herausforderungen der K 2010 und freuen uns auf die Gäste aus aller Welt. Wir sind davon überzeugt, dass sie erfolgreiche und angenehme Tage bei uns verbringen werden.