Kautschuk-Polymere für energiesparende Reifen

24.06.2011

Die Styron Deutschland GmbH aus Schkopau in Sachsen-Anhalt hat den mit 7.500 Euro dotierten Clusterpreis Chemie/Kunststoffe (Prof. J-Nelles-Preis) beim IQ Innovationspreis Mitteldeutschland der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland gewonnen. Das Unternehmen erhielt die Auszeichnung für seine Kautschuk-Polymere, die den Rollwiderstand von Reifen verringern und so dabei helfen, den Treibstoffverbrauch und den CO2-Ausstoß von Fahrzeugen senken.

„Das Beispiel dieser Innovation zeigt, dass auch bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren noch vielfältige Einsparpotenziale beim Kraftstoffverbrauch möglich sind“, so Wirtschaftsinitiative-Geschäftsführer Jörn-Heinrich Tobaben. Angesichts der ab 2012 in der EU vorgeschriebenen Energieeffizienzlabels für Reifen käme die Entwicklung der Styron GmbH zur richtigen Zeit für Reifenproduzenten und Automobilhersteller, so Tobaben weiter.

Denn die Eigenschaften der Reifen sind nicht nur entscheidend für die Sicherheit eines Fahrzeugs, sondern beeinflussen auch, wie viel CO2 es ausstößt. Rund 20 Prozent des Kraftstoffverbrauchs werden durch den Rollwiderstand der Reifen verursacht. Dabei wird der Reifen beim Kontakt mit der Fahrbahn kurzzeitig gestaucht und federt dann wieder zurück. Diesen Effekt nennt man Hysterese. So geht ein Teil der Bewegungsenergie durch Umwandlung in Wärme verloren.

Um diesen Effekt zu minimieren, hat die Styron Deutschland GmbH neuartige Kautschuk-Polymere für die Gummimischung von Reifen entwickelt. Die funktionellen Styrol-Butadien-Copolymere (f-SSBR) werden mittels organischer Verbindungen, sogenannter Modifikatoren hergestellt. Diese weisen zwei oder mehr funktionelle Gruppen auf, von denen eine gezielt mit dem Ende der Polymerketten reagiert. Die andere bleibt erhalten und verbindet sich bei der Herstellung der Gummimischung mit der Oberfläche der Füllstoffe Ruß oder Kieselsäure. Dadurch verbessert sich die Verteilung der Füllstoffpartikel in der Lauffläche des Reifens und der Hysterese-Effekt wird minimiert. Im Ergebnis kann der Rollwiderstand um rund 20 Prozent gesenkt werden.

Quelle:
chemie.de


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