Kautschuk

Kautschuk

Als Naturkautschuk oder Kautschuk bezeichnet man elastische Polymere, die auf Pflanzenprodukten, vor allem Baumharz (Kautschukmilch oder Latex), basieren. Latex wird hauptsächlich für die Herstellung von Gummi durch Vulkanisierung verwendet. Die wichtigste Quelle ist mit einem Anteil von rund 90 Prozent der Kautschukbaum (Hevea). Um Kautschuk zu gewinnen, wird dieser angezapft, d.h. in seine Rinde ein schräger Einschnitt vorgenommen. Aus diesem Einschnitt fließt der Latex in ein darunter angebrachtes Gefäß. Im Mittel wird ein Kautschukbaum etwa 165 Mal im Jahr gezapft.

Die ältesten bekannten Gegenstände aus Kautschuk stammen aus der Zeit um 1600 v. Chr. Schon zu dieser Zeit nutzten die eingeborenen Völker Mittelamerikas Kautschuk zur Herstellung von Vollgummibällen, Schläuchen, Gefäßen oder aber als wasserabweisende Beschichtung für Stoff. Bis dann aus dem wertvollen Rohstoff Kautschuk ein vielseitig einsetzbarer moderner Werkstoff namens Gummi wurde, vergingen noch etliche Jahre. Im Jahre 1839 entdeckten Goodyear und Hancock unabhängig voneinander die Vulkanisation – ein Verfahren, aus Kautschuk unter Zugabe von Schwefel einen Werkstoff herzustellen, der bei Kälte nicht spröde und bei Hitze nicht weich wird. Der Gummi war geboren. Zu den wichtigsten Produktionsländern von Naturkautschuk zählen heute Thailand, Indonesien und Malaysia.

Heute werden ungefähr 60 Prozent des weltweiten Bedarfs an Kautschuk durch petrochemisch hergestellte synthetische Kautschuke gedeckt. In Anbetracht der schwindenden Ölvorkommen könnte die nachwachsende Variante aber bald wieder vorne liegen.