28.10.2010

Universität Wien

Konferenz zu biologischen Klebstoffen

Biologische Klebstoffe sind künstlichen Systemen weit überlegen und bieten eine perfekte Vorlage für neue medizinische und technische Anwendungen. Im Rahmen des neu gegründeten europäischen Bionik-Netzwerkes diskutieren ForscherInnen von 3. bis 5. November 2010 bei einer von der Universität Wien veranstalteten Tagung. Im Wiener Tiergarten Schönbrunn widmen sie sich unterschiedlichen Hafttricks von Tieren und Pflanzen und deren Umsetzung in neue Produkte.

"Die meisten Klebstoffe, die derzeit in Medizin oder Industrie eingesetzt werden, sind synthetisch und bestehen größtenteils aus gesundheitsschädlichen und nicht abbaubaren Substanzen", erklärt Janek von Byern, Mitglied der Core Facility für Cell Imaging und Ultrastrukturforschung an der Fakultät für Lebenswissenschaften der Universität Wien. Hingegen sind verschiedene Formen von Klebern in der Natur weit verbreitet.

Die natürlichen Hafttricks von Pflanzen und Tieren dienen immer öfter als Vorlage für so genannte biomimetische Klebstoffe – Kleber nach dem Vorbild der Natur. Das Forschungsteam um von Byern von der Fakultät für Lebenswissenschaften der Universität Wien sucht und beschreibt neue tierische Klebstoffsysteme, ihre Funktionsweise und Klebstoffzusammensetzung. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf exotischen Klebesystemen von Tintenfischen und Salamandern.

Darüber hinaus forscht das Ludwig Boltzmann Institut für experimentelle und klinische Traumatologie unter der Leitung von Heinz Redl zum körpereigenen Klebstoff Fibrin und seiner Verwendung bei medizinischen Fragestellungen.

Zusammen vertreten die oben genannten Institute Österreich im neu gegründeten EU-Netzwerk "Biological Adhesives: From Biology to Biomimetics" und sind mit anderen europäischen ForscherInnen und IngenieurInnen maßgeblich an der Entwicklung neuer Klebstoffsysteme für Medizin und Industrie beteiligt. Unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie findet von 3. bis 5. November 2010 im Tiergarten Schönbrunn die erste Konferenz mit über 80 ForscherInnen statt.

Ziel dieser Bionik-Tagung ist, den aktuellen Stand der Klebstoffforschung zu präsentieren und die Entwicklungsweichen für die kommenden vier Jahre festzulegen. "Der intensive Gedankenaustausch zwischen Forschung und Industrie in diesem Netzwerk und das Ambiente sind eine Inspiration und Motivation für uns Forscher. So können wir voneinander lernen und für unsere Forschungsarbeit an bionischen Produkten profitieren", so von Byern.

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