17.09.2014

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Kosteneffizienz im Faserverbundleichtbau

[image_0]Ziel des 2012 von Engel Austria in St. Valentin, Österreich, gegründeten Technologiezentrums für Leichtbau-Composites ist es, die Entwicklung und Markteinführung neuer Herstellungsverfahren zu beschleunigen. Mit seiner hohen Systemlösungs- und Automatisierungskompetenz bringt Engel hierfür bereits einen wichtigen Erfolgsfaktor mit. Das Technologiezentrum versteht sich aber vor allem als Plattform für die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Partnerunternehmen und Hochschulen. "Eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiche Faserkunststoffverbundprojekte ist, dass Werkstoff, Konstruktion und Verarbeitungsprozess optimal ineinandergreifen. Dies funktioniert nur, wenn die Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette ihr Know-how bündeln. Verbundtechnik erfordert Entwicklung im Verbund", so Peter Egger, Leiter des Technologiezentrums für Leichtbau-Composites von Engel. Die thematischen Schwerpunkte des Technologiezentrums liegen aktuell auf der Verarbeitung thermoplastischer Halbzeuge (Organobleche und Tapes) und auf reaktiven Technologien mittels duromeren und thermoplastischen Werkstoffsystemen, z. B. HP-RTM und die In-situ-Polymerisation von Caprolactam. Anhand von Musterteilen, Präsentationen und Videos gewährt Engel während der Messe Einblick in laufende Forschungsarbeiten sowie erfolgreiche Kundenprojekte.[image_1_right] Maßanzug für BMW in Leipzig Der BMW i3 ist derzeit das wohl bekannteste Elektrofahrzeug auf dem Markt. Seine Außenhautkomponenten werden auf Engel duo-Spritzgießmaschinen hergestellt. Jeweils zwei Großmaschinen mit einer Schließkraft von 40.000 kN sind als Doppelanlage integriert. Im Master-Slave-Betrieb lassen sich beide Maschinen im Verbund steuern, um zwei Komponenten synchron zu spritzen und auszutakten. Dieses Fertigungsprinzip stellt sicher, dass beide Komponenten den exakt gleichen Materialalterungsprozess durchlaufen und die hohen Qualitätsanforderungen erfüllt werden. Das Teilehandling übernehmen Mehrachsroboter, die Engel als Generallieferant ins Fertigungskonzept integriert hat. Zuletzt lieferte das Unternehmen im März dieses Jahres eine Anlage ins BMW-Werk Leipzig. Neue Engel v-duo reduziert Anlagenfootprint Im Sommer 2014 nahm auch das BMW-Werk Landshut eine neue Engel-Fertigungszelle in Betrieb. Auf einer v-duo-Vertikalmaschine werden dort große Strukturbauteile aus Faserkunststoffverbund im HP-RTM-Verfahren hergestellt. BMW gehört zu den ersten Anwendern der neuen v-duo-Baureihe, die gezielt für Faserverbundanwendungen entwickelt wurde. Die v-duo ermöglicht besonders kompakte Fertigungszellen zu vergleichsweise niedrigen Investitionskosten. Die Maschinen sind deutlich kleiner gebaut als herkömmlich für Faserverbundanwendungen eingesetzte Pressen. Zudem liegt das Maschinengewicht niedriger, was den Aufwand für die Fundamentlegung reduziert. Da die v?duo gänzlich ohne Speicherhydraulik auskommt und stattdessen bereits im Standard mit der Servohydraulik ecodrive arbeitet, setzt sie auch in puncto Energieeffizienz neue Maßstäbe für Großmaschinen.[image_2] Composite-Bremspedale jetzt in Serie Einen wichtigen Meilenstein für den automobilen Leichtbau setzte Engel gemeinsam mit seinem Partner ZF-Friedrichshafen auf der K 2013 mit der Herstellung von Composite-Bremspedalen, die jetzt erstmalig in Serie geht. Im Engel organomelt-Verfahren werden Organobleche erhitzt, im Werkzeug vorgeformt und unmittelbar danach mit Polyamid umspritzt. Die Fertigungszelle, die das Unternehmen auf der K-Messe präsentierte, umfasst hierfür eine vertikale insert-Spritzgießmaschine, einen easix-Mehrachsroboter und einen Infrarotofen für das Aufheizen der endlosfaserverstärkten thermoplastischen Halbzeuge. Bei der Konstruktion des Bremspedals wurde der Lagenaufbau im Organoblech an den Belastungsfall angepasst. So lässt sich ohne Einbußen bei den Eigenschaften das Bauteilgewicht im Vergleich zu herkömmlichen Bremspedalen aus Stahl um zirka 30 % reduzieren. Hinzu kommt, dass die Leichtbaukonstruktion zahlreiche Prozessschritte bei der Herstellung überflüssig macht, was die Produktivität erhöht und die Stückkosten senkt. Systemlösungen aus einem Guss Von der Spritzgießmaschine über die Automation, Verfahrenstechnik und Werkzeugprojektierung bis hin zu Training und Service liefert Engel maßgeschneiderte Systemlösungen aus einer Hand. Im Turn-key-Geschäft werden alle Anlagenkomponenten von Anfang an exakt aufeinander abgestimmt. Effizienzpotenziale lassen sich laut Unternehmen so vollständig ausschöpfen, die Folge sind niedrigste Stückkosten und eine höhere Wettbewerbsfähigkeit. Die steuerungstechnische Integration von Robotern, Prozesstechnologien, Prüftechnik und weiterer Peripherie vereinfacht die Bedienung und Kontrolle auch komplexer Verfahren und trägt zu einer hohen Reproduzierbarkeit und Prozesssicherheit bei. Als Generalunternehmer trägt Engel die Gesamtverantwortung für die Fertigungszelle, inklusive jener Komponenten, die gemeinsam mit Partnern realisiert werden. Engel auf der Composites Europe 2014, Halle 8b, Stand H30  

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