13.11.2015

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KraussMaffei: Automobilzulieferer Fritzmeier setzt auf HD-RTM-Technologie bei der Herstellung carbonfaserverstärkter Bauteile

CFK-Bauteile in Großserie - ein Anspruch, der nicht zuletzt dank der Markteinführung von Elektroautos wie den BMW i3 umgesetzt wird. Das HD-RTM-Verfahren (Hochdruck-Resin-Transfer-Molding) von KraussMaffei unterstützt Verarbeiter dabei auf dem Weg zu mehr Automatisierung und kurzen Zykluszeiten. Darauf vertraut auch der Automobilzulieferer Fritzmeier.

Maßgeschneiderte Kundenlösung
Am Standort im bayrischen Bruckmühl entwickelt und produziert die Fritzmeier Composite GmbH & Co. KG ein breites Sortiment hochkarätiger Bauteile für die Automobilindustrie auf Basis von Faserverbundwerkstoffen. Zu den namhaften Referenzen zählen große Automobilhersteller wie BMW (insbesondere der BMW i3 und der Mini), Mercedes Benz und Rolls Royce. 2014 investierte das Unternehmen in eine weitere HD-RTM-Maschine von KraussMaffei und fertigt hier unter anderem carbonfaserverstärkte Bauteile für die Karosserie des BMW i3. "Bei der Auslegung der neuen HD-RTM-Maschine waren besonders kurze Zykluszeiten gefordert. KraussMaffei konzipierte eine für unsere Ansprüche optimal ausgelegte Systemlösung", erklärt Stephan Fraunhofer, Entwicklungsleiter bei Fritzmeier.

Das Ergebnis ist eine maßgeschneiderte HD-RimStar Compact in Ausführung einer 4-Strang-Maschine mit vier Mischköpfen. Mit ihr können jeweils zwei Pressen bedient werden. Durch die Verwendung von Umschalteinheiten können somit mit einer einzigen 4-Komponenten-Maschine zwei Pressen mit Doppelkavitäten betrieben werden. Dadurch konnte eine Investition in eine zusätzliche Dosieranlage vermieden werden.

Hochreaktive Epoxysysteme
Eine weitere Herausforderung war das eingesetzte Matrixmaterial: ein hochreaktives und damit auch besonders aggressives Epoxysystem. Die Besonderheit begann schon bei der Auswahl der Axialkolbenpumpen, die das Material zu den Misch- und Dosieranlagen fördern. Hierbei profitierte Fritzmeier von der Eigenbaupumpenfertigung von KraussMaffei. "Durch unsere eigene Pumpenfertigung sind wir in der Lage, die Pumpen exakt an die Anforderungen des Kunden anzupassen, damit die Anlage mit hoher Effizienz betrieben werden kann", erklärt Erich Fries, Leiter der BU Composites und Oberflächen bei KraussMaffei. Bereits seit 2010 fertigt KraussMaffei die Pumpen in Eigenregie und kann so schnell und individuell auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen.

Auch die Misch- und Dosieranlagen der RimStar-Baureihe von KraussMaffei sind ausgelegt für die Verarbeitung der schnell reagierenden Epoxysysteme. Sie zeichnen sich laut Anbieter vor allem durch ihre Flexibilität sowie durch eine hohe Produktqualität bei niedrigen Ausschussraten aus. "Die Hochdruckinjektion mit der RimStar-Baureihe erlaubt es, schnell reagierende Harzsysteme zu verarbeiten. Damit wird ein schnelles Füllen der Form für faserverstärkte Bauteile zugunsten kurzer Zykluszeiten ermöglicht", ergänzt Fries.

Ausgestattet ist die RimStar-Compact 8/4-8/4 HD-RTM bei Fritzmeier mit vier Mischköpfen des Typs MK 10 2K-RTM. Sie erlauben den Angaben nach eine optimale Vermischung von Harz und Härter und arbeiten nach dem selbstreinigenden Prinzip. Eine Trennmitteldosierung am Mischkopf inklusive dazugehöriger Trennmittelstation rundet das Mischkopf-System ab.

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