17.08.2011

www.plasticker.de

KraussMaffei Berstorff: Fraunhofer-ICT erhält erste Schaumtandex-Laboranlage

Das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie, Pfinztal, hat die erste Schaumtandex-Anlage von KraussMaffei Berstorff, Hannover, bestellt. Das Maschinenkonzept ist nach Angaben des Maschinenbauers in seiner Gesamtheit hervorragend zum physikalischen Verschäumen von Kunststoffen mit umweltfreundlichen Treibmitteln geeignet. Die Schaumtandex-Anlage besteht aus einem Zweischneckenextruder ZE 30 UTX zum Aufschmelzen und Mischen und einem Einschneckenextruder KE 60 zum Kühlen der Schmelze.

Schaumextrusionsanlagen für Forschungsarbeit
"Mit der Schaumtandex ZE 30/KE 60 werden wir eine zukunftsorientierte Forschungsarbeit mit neuester Technologie anbieten", erläutert Dr. Jan Diemert, stellvertretender Produktbereichsleiter Polymer-Engineering im Fraunhofer-Institut, Pfinztal. Deren Wissenschaftler beschäftigen sich mit der Entwicklung neuer physikalisch geschäumter Materialien mit maßgeschneiderten Eigenschaften. Ein Schwerpunkt soll dabei auf der Entwicklung geschäumter Biopolymere liegen sowie auf der Untersuchung der Schäumbarkeit technischer Polymere und deren Einsatzmöglichkeiten als Isolations- und Leichtbaumaterialien. Weiterhin plant das Fraunhofer-Institut, neue Verfahrenskonzepte zum Aufbau von Sandwichbauteilen mit Schaumkern sowie neue Werkstoffverbunde über den Einsatz von Funktions- und Verstärkungsstoffe zu entwickeln.

Neues Familienmitglied bei den Schaumextrusionsanlagen
"Mit der Schaumtandex ZE 30/KE 60 haben wir unser Produktportfolio um ein weiteres attraktives und hochwertiges Angebot ergänzt", erklärt Joachim Meyke, Bereichsleiter bei KraussMaffei Berstorff für den Bereich Schaumextrusion. "Damit bieten wir Forschungsinstituten und Entwicklungsabteilungen eine hervorragende und im Markt einzigartige Maschinenkombination. Die Schaumtandex ZE 30/KE 60 ist für kleine Ausstoßleistungen unter der Baureihe ZE 50/KE 120 positioniert."

Hohe Flexibilität
Der modular aufgebaute Zweischneckenextruder, der seine Weltpremiere zur Chinaplas 2011 hatte, ermöglicht den weiteren Angaben zufolge die Verarbeitung sämtlicher Standard-Kunststoffe und vieler Hochtemperatur-Kunststoffe bis zu einem maximalen Temperatur von 350°C. Über Einspritzdüsen werden die flüssigen und umweltfreundlichen Treibmittel direkt in den Verfahrensraum des Zweischneckenextruders eingespritzt und eingemischt. Durch das große Gehäuse- und Schneckenprogramm soll der Extruder jederzeit für neue Prozessaufgaben nachgerüstet werden können.

Laboranlage ist Downscaling der Produktionsanlagen
Der Einschneckenextruder KE 60 ist standardmäßig mit der patentierten "Aktiven Schmelzedichtung" ausgerüstet, sie soll eine Treibmittelleckage zum Getriebe verhindern. Der Extruder kühlt die treibmittelhaltige Schmelze bis knapp über den Erstarrungspunkt. Der anschließende Breitspritzkopf 150 formt die Schmelze zu einem Rechteckprofil bevor das Material durch den Druckabfall in der Atmosphäre aufschäumt. Ein Plattenkalibrator mit Rollenabzug formt eine Platte von etwa 300 mm Breite und einer Dicke von maximal 60 mm aus. "Die Laboranlage ist ein Downscaling der Produktionsanlagen mit sämtlichen technischen Features", so Matthias Reimker, Produktmanager Schaumextrusionsanlagen. Alle Steuerungs- und Kontrollfunktionen seien über das zentrale Touchscreen-Bedienpult mit einem einfachen Tastendruck auszulösen. Das gesamte Bedienkonzept sei einfach und leicht verständlich aufgebaut.