19.01.2016

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KraussMaffei: HD-RTM-Technologie für britisches Leichtbau-Forschungszentrum

Das National Composites Centre (NCC) in Bristol, Großbritannien, hat eine neue RimStar Compact 4/4/4 von KraussMaffei in Betrieb genommen. Die Misch- und Dosiermaschine kann sowohl Epoxidharz als auch Polyurethan (PUR) verarbeiten und ermöglicht kurze Zykluszeiten bei der Produktion von Leichtbauelementen.

Flexibilität im Leichtbau
Das National Composites Centre (NCC) in Bristol/Großbritannien hat sein Technikum mit einer Misch- und Dosiermaschine RimStar Compact 4/4/4 von KraussMaffei erweitert. Die Anlage ist mit zwei Mischköpfen ausgestattet und kann daher sowohl Epoxidharz als auch Polyurethan im Hochdruck-Resin-Transfer-Molding (HD-RTM) verarbeiten.

"Die Hochdruckinjektion mit der RimStar Compact erlaubt es, schnell reagierende Harzsysteme zu verarbeiten. Dies verkürzt die Zykluszeiten, so dass faserverstärkte Bauteile in großen Stückzahlen produziert werden können", erläutert Wolfgang Hinz, Product and Sales Manager Business Unit Composites and Surfaces bei KraussMaffei. "Bisher kommt beim HD-RTM-Prozess vor allem Epoxidharz als Matrixmaterial zum Einsatz. In der letzten Zeit werden aber auch immer mehr Bauteile aus PUR im HD-RTM-Verfahren gefertigt. Da die RimStar Compact 4/4/4 beide Matrixsysteme verarbeiten kann, eröffnet sie dem NCC und dessen Mitgliedfirmen eine große Flexibilität bei der Durchführung von anwendungsoriertierten Versuchsreihen."

Composites-Industrien in UK fördern
Das National Composites Centre wurde 2011 eröffnet und ist ein zentrales Element der "UK Composites Strategy", mit der die britische Regierung die Composite-Industrie in Großbritannien fördert. Durch die Umsetzung innovativer Techniken soll die internationale Wettbewerbsfähigkeit der britischen Unternehmen ausgebaut werden. Im Focus stehen dabei vor allem die Branchen Luft- und Raumfahrt, Fahrzeugbau und erneuerbare Energien. "Der Composites-Markt in UK ist ganz klar im Wachstum. Im Fahrzeugbau treiben die OEMs die Leichtbauentwicklung und den Einsatz von CFK in Strukturbauteilen voran. Auch die Luftfahrtbranche ist sehr aktiv", ergänzt Stephen Lambert, Reaction Process Technology Business Manager KraussMaffei Group UK.

Am NCC werden neue Produktionsverfahren für Bauteile aus Verbundwerkstoffen entwickelt und in die industrielle Serienfertigung überführt. Forschungsschwerpunkte sind dabei unter anderem die automatisierte Herstellung von Faserpreforms, die Bauteilherstellung mit Autoklaven und Pressen sowie die Nachbearbeitung der faserverstärkten Bauteile. Darüber hinaus stehen Mess- und Prüfsysteme zur optischen Untersuchung und zur thermischen und rheologischen Analyse zur Verfügung. Inzwischen sind über 30 Industrieunternehmen als Mitglieder im NCC organisiert. Die Gesamtfläche des Instituts wurde in der Vergangenheit auf 8.500 qm erweitert. Im Zuge dieses Ausbaus wurde auch die RimStar Compact 4/4/4 in Betrieb genommen. Seit dieser Zeit ist KraussMaffei auch Mitglied im NCC und bietet interessierten Firmen damit die Möglichkeit, vor Ort Versuche zu fahren.

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