03.02.2010

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KraussMaffei: Spritzgießmaschine für neues Reinraum Kompetenzzentrum Rosenheim

An die Fertigung von Kunststoffteilen für Medizintechnik und Pharmazie, zusammengefasst unter dem Schlagwort Life Science, werden ganz besondere Anforderungen gestellt. Vorrangig ist der hohe Anspruch, eine nachträgliche Sterilisation der Formteile überflüssig zu machen, was nur durch eine Fertigung unter Reinraumbedingungen zu erreichen ist. Die Lösung anspruchsvoller Produktionsaufgaben wie dieser wird nicht nur von Ingenieuren in den Maschinenbauunternehmen untersucht, sie ist auch Gegenstand der akademischen Forschung. Ganz exzellente Voraussetzungen hierfür finden sich ab sofort an der Hochschule Rosenheim (HSR), wo am 29. Januar das Reinraum Kompetenzzentrum Rosenheim (RKRo) eröffnet wurde. Unter der Leitung von Prof. Peter Karlinger erforschen Wissenschaftler und Studierende dort an einer komplexen Produktionszelle die zukünftigen Möglichkeiten des Spritzgießens unter Reinraumbedingungen.

Industrie und Forschung Hand in Hand
Die strategische Zusammenarbeit im Bereich der Reinraumtechnologie ist eine von zahlreichen Hochschulkooperationen, in denen sich der Maschinenhersteller KraussMaffei engagiert. "Besonders hervorzuheben ist, dass im Zuge unserer Kooperation mit der Hochschule Rosenheim bereits zahlreiche erfolgreiche Projekt- und Diplomarbeiten aus allen drei wesentlichen Kunststofftechnologien - Spritzgießtechnik, Extrusion und Reaktionstechnik - entstanden sind.", betont Martin Würtele, Leiter Vorentwicklung und Neue Technologien bei KraussMaffei.

Herzstück der Produktionszelle im RKRo ist eine vollelektrische Spritzgießmaschine EX 80/380. Die Automation besteht aus einem integrierten Industrieroboter IR 50 F/K. Die Labormaschine ist mit umfangreicher Messtechnik versehen, die über 100 unterschiedliche Parameter, Leistungen, Drehmomente, Drücke u.a. erfasst.

Energieeffiziente Reinraumfertigung
In Zukunft sollen im RKRo Entwickler, Forscher verschiedener Disziplinen und Anwender gemeinsam an neuen Produktionsprozessen und Maschinentechnologien für die Reinraumproduktion arbeiten. Ein aktueller Forschungsschwerpunkt, von dem die Kunststoffverarbeiter künftig unmittelbar profitieren sollen, sei die Optimierung der Reinraumfertigung hinsichtlich energetischer Gesichtspunkte unter Einhaltung verschiedener Reinraumklassifizierungen.

Mit der Vertragsunterzeichnung wird die Hochschule Rosenheim in das sog. PRIMUS Netzwerk für Innovation von KraussMaffei aufgenommen, dem u.a. bereits die Technischen Universitäten Dresden und Chemnitz sowie die Universität Duisburg-Essen angehören. Die HSR wird für den Schwerpunkt "Life Science" zuständig sein.

Weitere Informationen: www.kraussmaffei.com, www.fh-rosenheim.de