14.06.2013

KraussMaffei Technologies GmbH

KraussMaffei forciert Leichtbau mit Thermoplasten

Spritzgießcompounder zur langfaserverstärkung von Thermoplasten mit MuCell-Ausrüstung an der Uni Toronto
(München, 12. Juni 2013) Produktionsbeispiele für Leichtbauteile aus thermoplastischen Kunststoffen sehen Kunden und Besucher von KraussMaffei gleich doppelt im Live-Betrieb auf der K 2013 in Düsseldorf (16.-23. Oktober, Halle 15, B27 / C24 / C27 / D24). Eine Zweiplattenmaschine der CX-Baureihe umformt und hinterspritzt Organobleche im FiberForm Verfahren. Die vollelektrische AX CellForm fertigt technische Formteile im MuCell Prozess.

Endlosfaserverstärkte Thermoplast-Composites
Das FiberForm Verfahren zur Herstellung endlosfaserverstärkter Composites bietet aufgrund seiner Nähe zum Standard-Spritzgießen nahezu alle diesbezüglich bekannten Vorteile für die Produktion von Faserverbundbauteilen mit Kunststoffmatrix. Kurze Zykluszeiten und vollständige Automatisierbarkeit sorgen für eine hohe Produktivität und die Prozesse lassen sich einfach in heutige Spritzgießmaschinen und Produktionsstandorte integrieren. “Thermoplaste punkten dank ihrer kurzen Zykluszeiten, der Schweißbarkeit und der möglichen Funktionsintegrationen”, erläutert Frank Peters, Vice President Sales bei KraussMaffei. ”Damit kann das Bauteil eine Vielzahl zusätzlicher Funktionen mit übernehmen”. Auf der K 2013 erwartet die Besucher eine vollautomatische Produktionszelle zur Fertigung eines Strukturelements aus Organoblech mit lokaler Verstärkung besonders belasteter Bereiche.

Systemkompetenz für fertigungsgerechte Automationslösungen
Wie bei vielen anderen Verfahren zur Herstellung von Composites ist auch bei FiberForm eine genaue Kenntnis der Prozesskette nötig, um am Ende eine optimal auf das Produkt und die Kundenanforderungen zugeschnittene Fertigungszelle zur realisieren. Das betrifft einerseits die Vorbereitung und das Konfektionieren der Gelege über das Aufheizen bis hin zum Einlegen der plastischen Organobleche vor dem eigentlichen Spritzgießen. Andererseits die Entnahme und eine eventuell benötigte Endbearbeitung nach dem Spritzgießen. Dieses Know-how führte zu einer optimierten, in die Automation integrierten Heiztechnik der neuen FiberForm Produktionszelle. Die Organobleche werden gleichmäßig und äußerst schonend aufgeheizt und anschließend schnell mit einem Industrieroboter reproduzierbar in das Umform-/Spritzgießwerkzeug eingelegt.

Platzsparende Produktionszelle
Im Mittelpunkt steht eine kompakte CX 300-1400 Spritzgießmaschine mit kürzester Schließeinheit in der Zwei-Platten Bauweise. Diese bietet enorme Freiräume rund um das Werkzeug und erlaubt eine platzsparende und einfache Automation sowie die Integration zusätzlicher Peripherie. Auf der festen Werkzeugaufspannplatte ist ein Industrieroboter vom Typ IR 300 R 233 S/K montiert, der die gesamten Automationsaufgaben übernimmt. Bedienung und Programmierung der gesamten Anlage erfolgt über die MC6 Steuerung wahlweise von der Maschinensteuerung oder vom Roboter-Handheld aus. „Maschinen der CX-Baureihe überzeugen seit vielen Jahren im harten Produktionseinsatz”, bestätigt Peters. „Das vollhydraulische 2-Platten-Schließsystem leitet die Schießkraft symmetrisch in das Werkzeug ein und generiert eine optimale Zuhaltung des Werkzeuges“. Ein Servopumpenantrieb und EcoPack Isoliermanschetten aus dem umfangreichen BluePower Baukasten sichern höchste Energieeffizienz der hydraulischen CX.

Vollelektrisch geschäumt mit MuCell
Neben einer anhaltenden Nachfrage aus der Automobilbranche nach mittleren und großen Maschinen mit MuCell Ausrüstung spielt das Verfahren auch bei technischen Formteilen und im Bereich der Hausgeräte/Weiße Ware eine immer wichtiger werdende Rolle. Gerade diese Branchen suchen verstärkt nach effizienten und die Ressourcen schonenden Produktionslösungen, um den Nachhaltigkeitsgedanken auf die gesamten Lebensphasen der Produkte auszuweiten. Insbesondere im Bereich der kleineren Spritzgießmaschinen bietet sich die vollelektrische AX Baureihe mit ihrer hohen Präzision und Schussgewichtskonstanz für das CellForm Verfahren an, da hier die ausgleichende Nachdruckphase entfällt. Auf der K2013 zeigt KraussMaffei das MuCell-Verfahren als Technologieerweiterung für die AX-Baureihe als AX 130-750 CellForm Produktionszelle mit integriertem LRX 50. Erstmalig kommt auf der Messe auch ein neues, platzsparendes Dosiersystem von Trexel zum Einsatz. Die Maschine ist mit einem innovativen Sicherheitssystem ausgestattet, das eine bedienerfreundliche und sichere Handhabung der Maschine gewährleistet. Die Besonderheit besteht darin, die bei Schäumverfahren nötigen aktiven Funktionen wie Staudruck auch bei geöffneten Schutztüren mit elektromotorischen Antrieben nach aktuellen Sicherheitsnormen aufrecht zu erhalten.

Weltweites MuCell Kompetenz-Netzwerk
Um der großen Kundennachfrage gerecht zu werden, bietet KraussMaffei gemeinsam mit Partnern ein weltweites Netzwerk an Beratungskompetenz. Zahlreiche Labormaschinen in Deutschland und USA bieten Interessenten die Möglichkeit, ihre Produkte und Wekzeuge im Praxisbetrieb auf MuCell anzupassen und zu optimieren. An der Uni Toronto wird in Partnerschaft mit KraussMaffei die Kombination aus Direktverstärkung und physikalischem Schäumen anhand eines Spritzgießcompounders mit 1000 tonnen Schließkraft weiterentwickelt.