14.06.2010

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Kraussmaffei + Netstal: Positives Geschäftsjahr erwartet

Von Oktober bis September erstreckt sich das Geschäftsjahr der Kraussmaffei Gruppe, zu der auch die Schweizer Netstal gehört. Nachdem die Periode 2009/2010 zu fast drei Viertel absolviert ist, gibt Vorstand Dr. Dietmar Straub einen positiv gestimmten Ausblick auf die voraussichtlichen Ergebnisse: "Für das laufende, Ende September 2010 endende Geschäftsjahr erwarten wir mindestens einen Umsatz auf Vorjahrsniveau (rund 750 Mio. Euro, Red.). Für das nächste Jahr gehen wir von einer deutlichen Steigerung aus. Darauf deutet der Auftragseingang schon heute hin." Der liege aktuell rund 25 Prozent über Vorjahresniveau und dürfte gut 800 Mio. Euro erreichen.

Allerdings habe die Krise die gesamte Branche nachhaltig verändert - regional und vom "Systemgehalt" her. Eine Entwicklung, die sich schon vorher ansatzweise gezeigt hatte, habe sich in den vergangenen 18 Monaten rapide beschleunigt: Zum eine komme das Wachstum überwiegend aus den aufstrebenden Ländern in Asien und Osteuropa, zum anderen werde auch dort zunehmend Hochtechnologie gefragt. Für seine Gruppe schätzte Straub den Anteil am Auftragseingang aus diesen Ländern auf inzwischen rund 40 Prozent. Der Anteil komplexer Produktionssysteme, vielfach bestehend aus mehreren integrierten Produktionstechnologien wie Spritzguss und Reaktionstechnik, mit aufwendiger Automatisierung und Sonderlösungen, nehme auch in diesen Regionen stark zu. Hier habe Kraussmaffei rechtzeitig mit seinem Konzept angesetzt, die drei "großen" Verarbeitungstechnologien Spritzgießen, Extrudieren und die Reaktionstechnik nicht nur unter einem Dach zu halten, sondern intelligent zu verküpfen, um ganz neue Lösungen zu ermöglichen. Eine Fülle weiterentwickelter Maschinen, Komponenten und Verfahren soll im K-Jahr die Aufwärtsentwicklung weiter beschleunigen. Das gelte im Übrigen auch für das ebenfalls zur Gruppe gehörende Extrusionsgeschäft der Kraussmaffei Berstorff.

Netstal setzt weiter auf Höchstleistung
Eine ähnliche Entwicklung wie der Konzern nimmt die Spritzgießmaschinen-Tochter Netstal im Schweizer Näfels. Die Krise sei an Netstal mit rund 20 Prozent Umsatzrückgang im Geschäftsjahr 2008/2009 nicht vorbei gegangen, auch hier gab es Kapazitätsanpassungen. Dank weniger anfälliger Kundenbranchen wie Medizintechnik und Verpackung sei man jedoch günstiger davon gekommen, als einige Wettbewerber. Komplett eingestellt hingegen ist der Geschäftsbereich Optical Discs, in dem noch vor wenigen Jahren rund 40 Prozent der Umsätze erzielt worden seien. "Das haben wir weitgehend mit den anderen Geschäftsbereichen kompensieren können, unter anderem mit dem deutlich wachsenden Service-Geschäft, das im laufenden Geschäftsjahr erstmals mehr als 20 Prozent zum Umsatz beitragen wird." Zur Stabilisierung des Unternehmens hat das auch im Krisenumfeld wachsende PET-Geschäft (voraussichtlich 26 Prozent Umsatzanteil) beigetragen. In diesen Bereichen setzt man noch mehr als bisher auf Systemlösungen statt auf "nackte" Technik und arbeitet in Teams aus Anwendungstechnikern, Vertriebsspezialisten und Projektleitern. "Insgesamt rechnen wir schon in diesem Jahr mit einem deutlichen Umsatzplus, allein in den letzten acht Monaten ist der Auftragseingang um rund 25 Prozent gestiegen", so Merki. Bei einem Exportanteil von 90 Prozent werden etwa zwei Drittel der Umsätze in Europa getätigt, im Amerika etwa 15 Prozent. Zu absoluten Zahlen der einzelnen Geschäftseinheiten innerhalb der Kraussmaffei-Gruppe wollte, wie schon in der Vergangenheit niemand ein Statement abgeben.

Das heißt aber offensichtlich nicht, dass man das Thema Technik hinten anstellt: Im Vorfeld der K wurden bereits zwei neue Maschinen mit 2200 und 2800 kN Schließkraft angekündigt, die in verschiedenen Kombinationen elektrischer und hydraulischer Komponenten betrieben werden können. Im Gegenzug wird die Serie rein hydraulischer Maschinen mittelfristig auslaufen. Merki: "Wir setzen künftig komplett auf elektrische und Hybrid-Maschinen." Vor allem im Hochgeschwindigkeitsbereich mit Zykluszeiten im 2-Sekunden-Bereich will man beispielsweise bei Verpackungsanwendungen und Verschlüssen weitere Marktanteile gewinnen - und das während der K auch mit Serienteilen beweisen. Dabei will man mit Kennzahlen wie Investitionen pro Jahresausstoß und Teilekosten pro Aufstellfläche punkten. Als spezielles High-light könnte sich eine neue Steuerung entpuppen, die mit einer anderen Bedienphilosophie arbeitet und Mitarbeitern aller Qualifikationsstufen sehr viel mehr Effizienz und Sicherheit geben soll. Die Steuerung soll im kommenden Jahr Standard an allen Netstal-Maschinen werden.

Weitere Informationen: www.krausmaffei.com, www.netstal.com