14.02.2011

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Kunststoff-Cluster: Kooperationsprojekt - Neue Katzentoilette mit Biokunststoff-Streu

Ein völlig neuartiges Produkt hat Johann Wilflingseder aus Dorf an der Pram/OÖ mit seinem neu gegründeten Unternehmen Texocon e.U in einem Kooperationsprojekt des Kunststoff-Clusters gemeinsam mit dem Transfercenter für Kunststofftechnik (TCKT) in Wels/OÖ und der Schorm Gesellschaft m.b.H in St. Valentin /NÖ realisiert: "Blue Cat" - ein Katzenklo mit Biokunststoff-Streu.

Bei "Blue Cat" handelt es sich um eine Katzentoilette, die keine herkömmliche Katzenstreu verwendet, sondern als Scharrmaterial Biokunststoff-Kerne einsetzt. Das nicht saugende Scharrmaterial leitet den Harn "ungebremst" nach unten ab. Unter dem Streubehälter befindet sich ein Auffanggefäß, in dem der Harn gesammelt und einmal pro Woche entleert wird. Das Scharrmaterial aus PLA wird nicht mehr gewechselt, sondern lediglich nachgefüllt. Kerne werden aus Hygienegründen mit kolloidalem Silber antibakteriell behandelt. Der sparsame Verbrauch macht "Blue Cat" nach Anbieterangaben besonders wirtschaftlich, umweltfreundlich und erleichtere die Handhabung wesentlich. Die Amortisationszeit bei einer Anschaffung soll für den Endverbraucher unter einem Jahr liegen.

Projektziel
"Ziel des Projektes war die Entwicklung eines nichtsaugenden, biologisch abbaubarem Scharrmaterials für diese Katzentoilette. Ein derartiges Scharrmaterial war noch nicht am Markt und ist eine absolute Neuheit im Haustierbereich. Angedacht waren Kerne aus kompostierbarem Kunststoff auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Neben der Materialauswahl sollte im Rahmen des Projekts der Fertigungsprozess für die Kerne - ursprünglich wurde Spritzguss favorisiert - entwickelt werden."

Ergebnis
"Im Projekt wurde erfolgreich ein Fertigungsprozess für die Kerne entwickelt. Die ursprüngliche Idee der Spritzgussfertigung musste im Laufe des Projekts wegen der zu hohen Kosten verworfen werden. Das von der Schorm Gesellschaft m.b.H in St. Valentin dafür schon gefertigte Versuchswerkzeug stellte sich jedoch als äußerst nützliches Hilfsmittel für die weiteren Materialversuche heraus. Eines war allerdings klar: Mit Spritzgießen konnte die geforderte Kostenersparnis nicht erreicht werden."

"Bei der Suche nach einem neuen Fertigungsverfahren wurde man auch fündig: Die Kerne werden jetzt kostengünstiger im Extrusionsverfahren unter Verwendung einer Unterwassergranulierung von der Econ GmbH in Weißkirchen erzeugt. Die Anfangsschwierigkeiten - bei den ersten ernüchternden Praxistests lehnten viele Tiere die Kerne ab - wurden durch Korrektur von Korngröße und Dichte erfolgreich korrigiert. Die neue Geometrie der Kerne wird nun auch von den "anspruchvollsten" Katzen sehr gerne angenommen."

"Das TCKT war für die Werkstoffauswahl und Modifizierung für die Kerne verantwortlich. Entschieden hat man sich für den kompostierbaren Biokunststoff Polymilchsäure (PLA). Die gemeisterte Herausforderung dabei war, den passenden Füllstoff zu finden um Wasseraufnahme, Kosten und Gewicht der Kerne zu optimieren. Dazu fertigte das TCKT aus PLA-Compounds mit unterschiedlichen Mengenanteilen Füllstoff Kerne im Spritzgussprozess an und führte Wasseraufnahmetests durch. Hierfür leistete das Versuchswerkzeug für die ursprünglich angedachte Spritzgießfertigung wertvolle Dienste."