01/08/2014

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Kunststoff-Institut Südwest: Technologie-Scout soll Innovationen aufspüren

Der promovierte Physiker Pierre Voigtländer arbeitet seit wenigen Monaten als Technologiescout, angesiedelt beim Kunststoff-Institut Südwest (KISW) in Villingen-Schwenningen. Sechs Unternehmen aus der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg haben sich zusammengeschlossen, um das auf zunächst drei Jahre angelegte Projekt zu finanzieren. Als Technologiescout soll Voigtländer Messen und Symposien besuchen, sich über neue Technologien informieren, deren Relevanz für die hiesigen Firmen einschätzen, Informationen aufbereiten und sie dann den Unternehmen präsentieren.

Eines der Unternehmen ist die Werner Bauser GmbH aus Wehingen. Als mittelständisches Unternehmen mit derzeit 220 Mitarbeitern und einem Standort in Polen "haben wir uns natürlich gefragt, ob wir uns das leisten können", berichtet Michael Bauser, Geschäftsführender Gesellschafter des auf Verzahnungstechnologie in Kunststoff spezialisierten Unternehmens. "Schnell wurde deutlich: Viel wichtiger ist die Frage, ob wir es uns leisten können, nicht an dem Projekt teilzunehmen." Die Antwort sei schnell klar gewesen: Für das technologieorientierte Unternehmen, das Zahnräder und Verzahnungsteile, Präzisionsteile mit Einlegetechnik, Schneckenradteile sowie technische Teile und Gehäuse entwickelt und herstellt, sei das Ohr am globalen Technologiepuls unverzichtbar.

Man besitze sehr hohe technologische Expertise betont Bauser, was aber nicht ausschließe, dass auch andernorts auf der Welt wichtige Innovationen erdacht werden: "Davon müssen wir so schnell wie möglich erfahren." Einerseits, um gegebenenfalls neue Fertigungsverfahren zu implementieren, "aber auch, um uns immer selbst überprüfen zu können: Sind wir auf dem richtigen Weg? Können wir einen Gedanken für unsere Produkte weiterentwickeln?" Als Unternehmen mit hoher Fertigungstiefe komme es darauf an, in allen Prozessschritten nahe am Optimum zu sein.

Zum Start seiner Tätigkeit informierte sich Voigtländer bei Bauser und den weiteren Unternehmen Weißer & Grießhaber (Mönchweiler), Marquardt (Rietheim), Waldmann und Binder Kendrion (beide Villingen-Schwenningen) sowie IMS Gear (Donaueschingen) über den Stand der Technik. Voigtländer studierte und promovierte an der Ruhr-Universität Bochum mit jeweils sehr gutem Ergebnis und sieht sich für die Aufgabe gut vorbereitet: "Ich analysiere die neuen Technologien aus wissenschaftlicher Sicht, und neuartige Maschinenentwicklungen, innovative Prüfmethoden oder neue Verfahren etwa zur Oberflächenbeschichtung basieren ja auch immer auf physikalischen Gesetzen."

Nachdem er zunächst vor allem in Deutschland unterwegs war, führte ihn zuletzt die erste Auslandsreise nach Bangkok in Thailand auf eine Industriemesse. Und da maßgebliche Entwicklungen häufig in Japan, Taiwan oder den USA vorgestellt werden, will Voigtländer in den kommenden Wochen auch für Bauser weltweit unterwegs sein.

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