09.03.2010

Kunststoffherstellung: Verbesserte Katalysatoren für optimale Produktionsergebnisse

Die Fakultät für Chemie der Technischen Universität München (TUM) und die Jürgen Manchot-Stiftung haben Professor Tobin J. Marks die Wilhelm Manchot-Forschungsprofessur 2010 verliehen. Außerdem verleiht ihm die TU München die Ehrenprofessur (Distinguished Affiliated Professor). Die TUM würdigt mit der Auszeichnung seine bahnbrechenden Arbeiten in der Organometall-Chemie, der katalytischen Chemie und den Materialwissenschaften.

Innerhalb der Chemie ist die Organometall-Chemie ein höchst wichtiger und vielseitiger Zweig. Ihr entspringen nicht nur die maßgeschneiderten Katalysatoren für die effiziente Herstellung einer Vielzahl von Produkten sondern auch Verfahren, um Oberflächen zu beschichten und ihnen so ganz neue Eigenschaften zu geben. Professor Marks hat Entwicklungen der Organometall-Chemie in den vergangenen Jahrzehnten sowohl durch die Einführung neuer Methoden als auch durch die kreative Synthese neuer Verbindungen geprägt. Mehr als 250 Doktoranden und Post-Doktoranden, mehr als 1.000 Publikationen und mehr als 90 Patente zeugen von seiner wissenschaftlichen Produktivität.

Als Untersuchungen ergaben, dass bestimmte Katalysatoren zur Herstellung von Kunststoffen eine sehr viel höhere Aktivität zeigen, wenn sie auf Aluminiumoxid aufgebracht werden, sprachen andere Wissenschaftler von "Oberflächeneffekten". Tobin Marks versuchte, die genauen Bindungsverhältnisse dieser Katalysatoren mit löslichen Verbindungen nachzubauen, die er genauer untersuchen konnte. So gelang es ihm, den Mechanismus zu verstehen und die Ergebnisse seiner Untersuchungen waren die Grundlage für eine Vielzahl spezifischer, hochaktiver Katalysatoren.

Auch bei der Herstellung von Materialien und Oberflächen mit besonderen Eigenschaften ist der 1944 geborene Tobin J. Marks höchst erfolgreich. So entwickelte er neue organische Solarzellen, die aus einfachen organischen Materialien kostengünstig herstellbar sind. In seiner Arbeitsgruppe wurden Materialien für Sensoren und für die optische Datenübertragung entwickelt. Und andere Materialien aus seinen Labors versprechen die kostengünstige Herstellung von gedruckten Schaltungen, die im wahrsten Sinne des Wortes gedruckt werden können, wie Buchstaben auf Papier.

Die Jürgen Manchot-Stiftung, vertreten durch Wilhelm Manchots Urenkel, Thomas Manchot, verleiht die Wilhelm Manchot-Forschungsprofessur jährlich an herausragende Chemiker. Neben der Würdigung des wissenschaftlichen Werkes ermöglicht die Stiftung die Lehrtätigkeit des Preisträgers am Department Chemie der TU München.

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