26.06.2012

Hochschule Osnabrück

Kunststofftechnik im Fokus

Experten und Studierende informieren sich auf der Fachtagung an der Hochschule Osnabrück über aktuelle Trends in der Kunststofftechnik / Bis zum 15. Juli können sich Interessierte um einen Studienplatz im Bachelor-Programm "Kunststofftechnik" bewerben

Einmal im Jahr wird die Hochschule Osnabrück zum überregionalen Mittelpunkt der Kunststoffbranche: Denn seit 1999 lädt der Laborbereich Kunststofftechnik jährlich Experten aus der Wirtschaft und Wissenschaft zu seiner traditionellen Fachtagung ein. Zu der inzwischen 14. Tagung „Fortschritte in der Kunststofftechnik – Theorie und Praxis“ kamen am 20. Mai rund 100 Gäste aus Deutschland und dem Ausland. „Die Kunststofftagung ist mit ihren stets aktuellen Themen ein ideales Forum zum fachlichen Austausch“, lobt Ramin Djamshidian von der Schweizer Firma Sika Technology.

Auch dieses Mal war das inhaltliche Spektrum der Vorträge groß. Der Vormittag stand unter dem Themenschwerpunkt „Kunststoffverarbeitung“: Referenten zeigten neue Entwicklungen im Spritzgießen und in der Extrusion auf. Am Nachmittag ging es um aktuelle Trends bei Materialien und Compounds, Rezyklaten sowie in der Materialprüfung. Parallel zur Vortragsveranstaltung fand eine Fachausstellung statt, bei der namhafte Unternehmen der Kunststofftechnik ihre Produkte und Dienstleistungen präsentierten. In einer Posterpräsentation informierten die Wissenschaftler der HS Osnabrück über ihre aktuelle Forschung – etwa über die Entwicklung von Spezialkunststoffen mit Nanopartikeln, bioabbaubare Folien in der Landwirtschaft sowie die Entwicklung wissenschaftlicher Methoden zur Prozessoptimierung beim Spritzgießen. Außerdem erfuhren die Teilnehmer, welche Neuigkeiten es in der Kunststofftechnik an der HS Osnabrück gibt.

Eine davon ist die Einrichtung des Labors für Kunststoff-CAE unter der Leitung von Prof. Dr. Thorsten Krumpholz, der seit Jahresbeginn die Professur für Kunststofftechnik an der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik (IuI) innehat. Zu den Arbeitsfeldern des Labors gehören neben dem Konstruieren mit Kunststoffen auch die Berechnung, Modellierung und Simulation von festigkeitsrelevanten Bauteileigenschaften, die Simulation des Fließverhaltens von Kunststoffschmelzen sowie Schwindungs- und Verzugsberechnungen. Somit können in Zukunft in Projekten auch übergreifende Fragestellungen bearbeitet werden, die sowohl Simulation und Herstellung von Kunststoffprodukten als auch deren Prüfung und Analyse beinhalten. Für das kommende Jahr soll das Labor für anorganische Chemie und Faserverbund-Kunststoffe an den Start gehen – dann wird die Fakultät IuI mit den jetzt schon bestehenden Laboren für Polymerchemie und -analytik, Kunststoffverarbeitung sowie Kunststoffprüfung und Elastomertechnologie insgesamt fünf Forschungsstätten auf dem Gebiet der Kunststofftechnik haben.

Auch im Studienangebot gibt es Neues aus der Kunststofftechnik: Zu Beginn des kommenden Wintersemesters bietet die HS Osnabrück den Studiengang „Kunststofftechnik“ in neuer Form an. Der 6-semestrige Bachelor ist aus der Neustrukturierung der Studienprogramme im Bereich der Materialwissenschaften hervorgegangen und trägt – mit dem ebenfalls neuen Studiengang „Werkstoffwissenschaften“, der vor allem metallische Werkstoffe im Blick hat – den steigenden Berufsanforderungen Rechnung.

Es gibt viele Gründe für ein Studium der Kunststofftechnik an der Hochschule Osnabrück: ihre jahrzehntelange Erfahrung in diesem Studiengang, hohe Fachkompetenz und Industrieerfahrung der Lehrenden und Mitarbeiter, zahlreiche aktuelle Projekte mit der Industrie und öffentlich geförderte Forschungsprojekte, eine hervorragende Laborausstattung und nicht zuletzt gute Berufsaussichten. „Im Vergleich ist die HS Osnabrück im Kunststoffbereich sehr gut aufgestellt“, so der Studiengangsbeauftragte Prof. Dr. Rainer Bourdon. „Die Nachfrage der Industrie nach Bachelor- und Master-Absolventen ist seit Jahren ausgesprochen hoch – selbst während der Krisenjahre im Automobilbereich war dies so“, freut sich der Professor für Kunststofftechnik und -verarbeitung, der die diesjährige Fachtagung organisiert hat. Denn auch in vielen anderen Branchen würden Kunststofftechnik-Ingenieure ständig gesucht: etwa in der Medizin- und Pharmaindustrie, der Lebensmittel- und Verpackungsindustrie, in der Elektrotechnik, Chemie oder im Maschinenbau. Ein weiterer Pluspunkt: Studieninteressierte können zwischen einem 6-semestrigen Vollzeitstudium oder einem dualen Studium im Programm „Kunststofftechnik im Praxisverbund“ entscheiden. Dabei wird parallel zum Studium eine gewerbliche Ausbildung zum „Verfahrensmechaniker/-in Kunststoff- und Kautschuktechnik“ in einem Unternehmen absolviert; die Studiendauer beträgt in diesem Fall insgesamt acht Semester. Noch bis zum 15. Juli können sich Interessierte um einen Studienplatz bewerben: http://www.ecs.hs-osnabrueck.de – Studium.

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