15/10/2010

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Kuratorium der Kunststoff-Industrie: Kunstpreis vergeben

Rund 300 Gäste erlebten jetzt die Vernissage im Kölner Museum Ludwig: "In 10 Minuten" lautet der Titel der Ausstellung der Arbeiten von Suchan Kinoshita. Bis zum 30. Januar haben Besucher nun Gelegenheit, die Schau zu sehen. Die japanisch-deutsche Künstlerin und Akademielehrerin und das Museum Ludwig sind die diesjährigen Preisträger des Kunstpreises des Kuratoriums der Kunststoff-Industrie. Der mit 50.000 Euro ausgestattete Preis zählt zu den höchst dotierten in Deutschland. Mit dem Geld wird jeweils einem herausragenden Künstler, der sich auch um die Vermittlung zeitgenössischer Kunst an Studierende verdient gemacht hat, eine Einzelausstellung in einem renommierten Museum ermöglicht.

Einen Glücksfall, der aber kein Zufall sei, nennt Museumsdirektor Kaspar König die Auszeichnung der Künstlerin, die damit eine Ausstellung in einer Größe, die ihr gebühre, in Deutschland erstmalig erhalte. Kinoshitas Arbeiten, die auf hintergründige Weise Kunst mit experimentellem Theater und Neuer Musik verbinde, besäßen eine unverwechselbare Originalität, die international längst wahrgenommen werde.

Für das Kölner Museum inszenierte die Künstlerin einen Raum mit einer Auswahl neuer und bereits bestehender Arbeiten, mit denen der Zuschauer zum Teil in Interaktion geht und so selbst Akteur wird. Mit den zahlreichen klein- und großformatigen Skulpturen auf Tischen, Regalen und im Raum spielt Kinoshita mit Gegensätzen wie groß und klein, nah und fern, laut und still. Nicht von ungefähr bewegt sie sich zwischen Theater, Musik und visueller Kunst. Die in Tokio geborene, heute in Maastricht lebende und in Münster lehrende Künstlerin hat an der Kölner Musikhochschule zeitgenössisches Musiktheater studiert und am Krefelder TAM gespielt und Regie geführt, bevor sie Ende der 80er Jahre an die Jan van Eyck Academie in Maastricht kam. Seit 2006 lehrt sie nun an der Kunstakademie in Münster.

Die Verleihung des Kunstpreises des Kuratoriums der Kunststoff-Industrie an das Museum Ludwig und Suchan Kinoshita ist bereits die fünfte Ehrung in dieser Reihe. Die Ausstellung werde mindestens ein ebensolches Publikumsinteresse erfahren wie die der früheren Preisträger, sagt Verena Auffermann voraus. Sie leitet für das Kuratorium der Kunststoff-Industrie die Jury zum Kunstpreis, der 2002 ins Leben gerufen wurde. Seitdem wird er im Zweijahresrhythmus verliehen. Er ging bislang an das Städelsche Kunstinstitut in Frankfurt am Main, das eine Ausstellung zu Thomas Bayrle ermöglichte, an die Kunsthalle Düsseldorf, die Fritz Schweglers Werk ausstellte, an die Galerie Neue Meister in Dresden mit einer Werkschau zu Martin Honert und an die Bremer Weserburg, die Jean-François Guiton eine Werkschau widmete.

Über das Kuratorium der Kunststoff-Industrie
Das Kuratorium der Kunststoff-Industrie wurde im Jahr 2000 vom Kunststofferzeugerverband PlasticsEurope (damals noch "Verband Kunststofferzeugende Industrie") gegründet. Das unabhängige Gremium, dem Persönlichkeiten aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen angehören, bringt Industrie und Gesellschaft zum kritisch-konstruktiven Dialog zusammen. Vorsitzende ist Staatsministerin a. D. Klaudia Martini. Vorsitzende der Kunstpreisjury und stellvertretende Vorsitzende ist die Literatur- und Kunstkritikerin Verena Auffermann.

Suchan Kinoshita: In 10 Minuten
Noch bis 30. Januar 2011 im Museum Ludwig, Köln