01/09/2010

Kuratorium der Kunststoffindustrie vergibt Kunstpreis

Das Museum Ludwig und Suchan Kinoshita (geb. 1962 in Tokio, lebt in Maastricht und Münster) erhalten in diesem Jahr den mit 50.000 € dotierten Kunstpreis des Kuratoriums der Kunststoff-Industrie. Der Preis ermöglicht eine Ausstellung der japanisch-deutschen Künstlerin im hohen Deckenlichtsaal des Museum Ludwig.

In den Arbeiten Kinoshitas spielen Gegensätze eine zentrale Rolle: Klang und Stille, Ferne und Nähe, Dauer und Flüchtigkeit – Themen, die nicht zufällig eng mit dem Theater und der Musik verwoben sind. Für Kinoshita, die 1981 nach Köln kam, um an der Musikhochschule zu studieren, ist diese Verbindung eine natürliche. Ihre Arbeit befindet sich häufig an der Schnittstelle von Theater, Musik und visueller Kunst.

Suchan Kinoshita erschafft in ihren Installationen ein subtiles Zusammenspiel von Objekten, Klängen und räumlicher Wahrnehmung. Dieses lädt den Besucher ein, sich durch ihre Installationen zu bewegen und die verschiedenen Elemente einzeln und in ihrem Wechselverhältnis zu betrachten. Neben ihren Erfahrungen mit Theater und Musik findet auch ihre Auseinandersetzung mit Zen und der Gedichtform des Haikus Eingang in ihre Arbeiten. So gewinnt die Ausstellung eine kontemplative Stimmung, die den assoziativen Charakter der Kunst betont.

Suchan Kinoshita erarbeitet für das Museum Ludwig eine auf den Raum abgestimmte Auswahl früher und aktueller Werke, die immer wieder neue Zugänge zu ihrem komplexen Werk ermöglichen. Sie stellt immer wieder mit unterschiedlichen Mitteln die Rollenzuordnung von Akteur und Zuschauer in Frage. So finden nicht nur Künstler, sondern auch Kunstbetrachtende und sogar Kunstobjekte eine Stimme.

Kinoshita platziert zahlreiche klein- und großformatige Skulpturen auf einem Tisch, in den Raum und auf Regalen. Es sind unterschiedliche Werkgruppen: von den kleinen, teilweise filigranen „Guckies“ (umgebaute Diabetrachter, die kleine Dinge groß wirken lassen) über die fragilen „Uhren“ (unregelmäßige „Sanduhren“ aus Glas, die unterschiedliche Flüssigkeiten beinhalten und alle unterschiedlich die Zeit messen) zu den soliden „Isofollies“ (schwarze Plastikfolie, die Abfall zusammenhält und den wieder in etwas Wertvolles – eine eigenständige Skulptur – umwandelt). Lichtspiele und Sprache aus gefilmten Performances kommen ebenso vor. Die Ausstellung besteht gewissermaßen aus kleinen einzelnen Schauen, die für sich stehen und doch ein Ganzes ergeben.

Der Kunstpreis des Kuratoriums der Kunststoff-Industrie zeichnet seit 2002 im Zweijahres-rhythmus ein bedeutendes Kunstinstitut aus, das erfolgreich Gegenwartskunst vermittelt. Mit dem Preisgeld von 50.000 Euro soll gleichzeitig eine umfassende Werkschau einer herausragenden Künstlerpersönlichkeit ermöglicht werden, die sich um das Vermitteln zeitgenössischer Kunst an jüngere Künstlergenerationen verdient gemacht hat. Die bisherigen Preisträger sind: 2002 das Städel Museum in Frankfurt und Thomas Bayrle, 2004 die Kunsthalle Düsseldorf und Fritz Schwegler ,2006 die Galerie Neue Meister in Dresden und Martin Honert. 2008 die Bremer Weserburg und Jean-François Guiton.

Allgemeine Informationen zum Museum Ludwig

Ort
Museum Ludwig, Heinrich-Böll-Platz, 50667 Köln
www.museum-ludwig.de, info@museum-ludwig.de
Telefon: +49-221-221 26165

Öffnungszeiten
Di-So (inkl. Feiertage): 10 – 18 Uhr
jeden 1. Do im Monat: 10 – 22 Uhr
montags geschlossen

Eintritt

10 Euro, ermäßigt 7 Euro, Familien 20 Euro
Am ersten Donnerstag im Monat gilt ab 17 Uhr ein um 50 % reduzierter Eintrittspreis für die Sammlung und alle Sonderausstellungen von 5 Euro (ermäßigt 3,50 Euro)