14.12.2010

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LANXESS: Übernahme von DSM Elastomers geplant

LANXESS und die niederländische Royal DSM N.V. haben sich grundsätzlich auf einen Verkauf von DSM Elastomers an den deutschen Spezialchemie-Konzern für 310 Millionen Euro ohne Barmittel und Schulden verständigt. DSM Elastomers produziert unter dem Markennamen Keltan den Synthesekautschuk Ethylen-Propylen-Dien-Monomer (EPDM).

Der Kaufpreis für das DSM Elastomers-Geschäft entspricht etwa dem Sechsfachen des für 2010 erwarteten EBITDA-Ergebnisses (EBITDA Multiple). LANXESS finanziert die Übernahme aus vorhandenen liquiden Mitteln. Sie soll sich bereits in 2011 positiv auf das Ergebnis je Aktie auswirken.

Der Kaufvertrag tritt in Kraft, sobald ein Konsultationsverfahren mit dem DSM-Betriebsrat in den Niederlanden abgeschlossen ist. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden. Der Abschluss der Transaktion wird in den ersten Monaten 2011 erwartet.

"Wir freuen uns sehr, das erfahrene EPDM-Team von DSM bei LANXESS willkommen zu heißen. Und wir freuen uns über den Erwerb der modernen DSM-EPDM-Anlagen", erklärte Axel C. Heitmann, Vorstandsvorsitzender der LANXESS AG. "Der Kauf des DSM-Geschäfts ist zudem ein wichtiger Schritt auf unserem Weg, im Jahr 2015 ein EBITDA vor Sondereinflüssen in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro zu erreichen."

Wichtiger Schritt zur Erreichung des mittelfristigen Ergebnisziels
Feike Sijbesma, CEO/Chairman des DSM-Vorstands, sagte: "Der Verkauf des DSM Elastomers Geschäfts komplettiert unsere "Vision 2010"-Strategie, ein auf Life Sciences und Material Sciences fokussiertes Unternehmen zu werden. Diese Transformation wurde zu für unsere Aktionäre und Mitarbeiter positiven Konditionen im beabsichtigten Zeitrahmen umgesetzt. DSM ist nun in eine neue Ära mit dem Fokus auf Wachstum und Erträge eingetreten, mit verbesserter Ergebnisqualität und der Zuversicht, unsere mittelfristigen Ziele zu erreichen."

Künftige Zentrale des EPDM-Geschäfts in Sittard-Geelen geplant
Die in Sittard-Geleen beheimatete DSM Elastomers hat weltweit rund 420 Beschäftigte. Es wird erwartet, dass das Geschäft im Jahr 2010 einen Umsatz von rund 380 Millionen Euro erzielt. DSM betreibt in Sittard-Geleen (Niederlande) eine EPDM-Anlage mit einer Jahreskapazität von 160.000 Tonnen. Eine weitere EPDM-Anlage mit einer Kapazität von 40.000 Jahrestonnen befindet sich in Triunfo, Brasilien. LANXESS beabsichtigt, die Zentrale des kombinierten EPDM-Geschäfts in Sittard-Geleen zu etablieren.

Der von Günther Weymans geleitete LANXESS-Geschäftsbereich Technical Rubber Products (TRP) vertreibt seine EPDM-Produkte unter dem Markennamen Buna EP. LANXESS produziert bisher EPDM an den Standorten Marl, Deutschland, sowie Orange, USA, mit einer Jahreskapazität von zusammen 120.000 Tonnen.

Der globale Kautschuk-Markt für EPDM wird in den kommenden zehn Jahren voraussichtlich eine Wachstumsrate im einstelligen Bereich aufweisen. Treibende Kraft wird dabei vor allem die steigende Nachfrage in China und Brasilien sein.

Stärkung der Produktionstechnologie für EPDM Kautschuk
Im Rahmen der Transaktion will LANXESS die eigene Technologiebasis verstärken. Der Konzern erhält damit erstmals Zugang zur ACE-Technologie. Diese wird von DSM derzeit im großen Maßstab in seinem Werk in Sittard-Geleen implementiert. Im Vergleich zu herkömmlichen Technologien reduziert ACE die Energie- und Produktionskosten für EPDM und erweitert gleichzeitig die Anwendungsmöglichkeiten der Kautschuke. LANXESS wird eine Umstellung der eigenen Anlagen auf die ACE-Technologie evaluieren.

LANXESS-Vorstandsmitglied Werner Breuers: "Unsere Kunden werden von der erweiterten Palette unserer EPDM-Premiumprodukte profitieren."

EPDM wird vor allem in der Automobilbranche, aber auch bei der Modifizierung von Kunststoffen, in der Draht- und Kabelindustrie, der Baubranche sowie für die Herstellung von Öl-Additiven eingesetzt. Zu den Materialeigenschaften zählen eine sehr geringe Dichte, die hohe Beständigkeit gegen Hitze, Oxidation, Chemikalien und Witterung sowie gute elektrische Isoliereigenschaften.

Zum Portfolio des Geschäftsbereichs TRP zählen zudem Polychloropren-Kautschuk (CR), Hydrierter Nitril-Kautschuk (HNBR), Ethylen Vinyl Acetat-Kautschuk (EVM) und Nitril-Kautschuk (NBR). TRP gehört zum LANXESS-Segment Performance Polymers, das in 2009 einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro erzielte. Außer in Marl und Orange betreibt der Geschäftsbereich Produktionsanlagen in Leverkusen, Dormagen (beide Deutschland) sowie in La Wantzenau, Frankreich. Der Bereich beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiter.