10/08/2010

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LANXESS: Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2010 angehoben

Deutlich stärker als erwartet hat LANXESS nach eigenen Angaben seine Ergebnisse im zweiten Quartal 2010 dank der strategischen Ausrichtung auf die Wachstumsregionen gesteigert. Der Spezialchemie-Konzern hebt deshalb seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2010 an und erwartet jetzt ein operatives Ergebnis (EBITDA vor Sondereinflüssen) von etwa 800 Millionen Euro. Im Mai waren noch 650 bis 700 Millionen Euro als Prognose genannt worden.

Mit 269 Millionen Euro sei im Berichtsquartal das EBITDA vor Sondereinflüssen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt worden. Der Konzern profitierte dabei von der anhaltend starken Nachfrage nach synthetischem Kautschuk in Asien und insbesondere Lateinamerika. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen kletterte dabei auf 14,7 Prozent nach 9,0 Prozent im zweiten Quartal 2009. Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung lag im Berichtszeitraum über 85 Prozent.

Die zehn umsatzstärksten Produkte im zweiten Quartal kamen aus den Bereichen synthetischer Kautschuk und Hightech-Kunststoffe, die vorwiegend von der Auto- und Reifenbranche nachgefragt werden.

Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 48 Prozent auf 1,83 Milliarden Euro. Gründe waren höhere Absatzmengen in den wesentlichen Kundenindustrien und positive Währungseffekte, da der Euro in Relation zum US-Dollar und dem brasilianischen Real schwächer notierte. Gestiegene Kosten für Rohstoffe wurden vollständig durch Preiserhöhungen an die Kunden weiter gegeben. Der Konzerngewinn lag im zweiten Quartal bei 131 Millionen Euro, nach 17 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Die Nettoverschuldung zum Quartalsende betrug aufgrund der Dividendenzahlung und des Anstiegs des Working Capitals 955 Millionen Euro nach 794 Millionen Ende 2009. Der erhöhte Mittelabfluss ergab sich aus der allgemein verstärkten Geschäftstätigkeit. Der operative Cash Flow vor Änderung des Working Capitals stieg auf 203 Millionen Euro nach 71 Millionen Euro im Jahr zuvor.

Entwicklung in den Segmenten

Der Umsatz des Segments Performance Polymers wuchs im zweiten Quartal um 71 Prozent auf 958 Millionen Euro. Das Segment profitierte von Preiserhöhungen und einer starken Nachfrage aus Asien und insbesondere Lateinamerika. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg auf 171 Millionen Euro nach 52 Millionen Euro im Vorjahr, wobei alle Geschäftseinheiten an der Erholung des Ersatzreifengeschäfts und der Automobilindustrie partizipierten.

Angesichts der anhaltend starken Nachfrage aus diesen Bereichen hatte LANXESS kürzlich den Ausbau der Butylkautschuk-Kapazitäten im belgischen Zwijndrecht um 10 Prozent bis Mitte 2012 angekündigt. Zudem wird im Herbst mit dem Bau eines neuen Compoundier-Betriebs für technische Kunststoffe am indischen Produktionsstandort Jhagadia begonnen.

Der Quartalsumsatz im Segment Advanced Intermediates wuchs gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent auf 324 Millionen Euro, unterstützt von Preiserhöhungen und der Integration der übernommenen Geschäfte für Basis-Chemikalien in Indien und China. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg gegenüber dem Vorjahr um 58 Prozent auf 60 Millionen Euro. Deutlich spürbar war eine Belebung der Nachfrage in der Bau-, Automobil-, Farben- und Lackbranche, während das geschäftliche Umfeld für die Agrochemie und Pharmaindustrie weiterhin schwach blieb.

Der Umsatz im Segment Performance Chemicals wuchs im Jahresvergleich um 40 Prozent auf 537 Millionen Euro, wobei alle sieben Geschäftsbereiche des Segme nts die Absatzvolumina deutlich steigerten. Das EBITDA vor Sondereinflüssen kletterte um 91 Prozent auf 84 Millionen Euro. Wichtigster Wachstumstreiber war der Geschäftsbereich Lederchemikalien, wo die Nachfrage nach Produkten für Bekleidung, Möbel und die Automobilindustrie stark anzog.

Sparmaßnahme "Challenge09-12" teilweise ausgesetzt

Aufgrund der nachhaltig guten Geschäftsentwicklung setzt LANXESS das zur Bewältigung der Krise eingeführte globale Maßnahmenpaket "Challenge09-12" teilweise aus. Die mehr als 6.000 deutschen Tarifmitarbeiter werden wieder ein volles Weihnachtsgeld erhalten, das im November 2010 ausgezahlt wird. Außerdem wurde gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern und der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) für den Großteil der Tarifmitarbeiter in Deutschland die Aufhebung der Arbeitszeitverkürzung zum 1. Januar 2011 sowie eine Sonderzahlung im April 2011 vereinbart. Die Kürzung der variablen Bezüge der leitenden Mitarbeiter und Angestellten sowie des Vorstandes werden ebenfalls teilweise zurückgenommen.

"Ich möchte dem globalen Team für seine Anstrengungen danken. Durch solidarisches Handeln aller Mitarbeiter konnten wir betriebsbedingte Kündigungen vermeiden", sagte Heitmann. Jetzt gehen wir gestärkt aus der Krise hervor. Deshalb ist es an der Zeit, finanzielle Einschnitte zurückzunehmen." Allerdings könne der Konzern die flexiblen Kostenstrukturen nicht vollständig abschaffen. Noch immer sei das wirtschaftliche Umfeld für einige Geschäftsbereiche und in einigen Regionen schwierig.

Ausblick

"Die globale Wirtschaft bleibt weiter auf dem Erholungspfad und hier insbesondere die wichtigen Wachstumsregionen", sagte Heitmann. "Unter der Voraussetzung, dass die Erholung anhält, erwarten wir nun für das Gesamtjahr ein EBITDA vor Sondereinflüssen von etwa 800 Millionen Euro und würden damit das starke Ergebnis von 2008 übertreffen." Heitmann fügte hinzu, dass sich die positive Geschäftsentwicklung im laufenden dritten Quartal bis Ende September fortsetzt und LANXESS kein ausgeprägtes Sommerloch erwartet.

Gleichwohl besteht weiterhin das Risiko von Rückschlägen etwa durch steigende Preise für Rohstoffe, Kursschwankungen des Euro, das Auslaufen staatlicher Konjunkturprogramme und die Konsolidierung der staatlichen Haushalte. Angesichts der zahlreichen Projekte in den Wachstumsmärkten will der Konzern im laufenden Jahr nun weltweit zwischen 450 und 470 Millionen Euro statt der ursprünglich geplanten 400 bis 430 Millionen Euro investieren.