13.07.2010

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LANXESS: Gepfropftes EPDM macht Polyamide schlagzäh

LANXESS hat sein Portfolio an Ethylen-Propylen-Kautschuken um einen neuen Typen erweitert. Buna EP XT 2708 VP ist ein mit 0,8 % Maleinsäureanhydrid (MAH) gepfropftes EP-Copolymer, das in Form frei fließender Pellets geliefert wird und sich nach Herstellerangaben unter anderem für die Schlagzäh-Modifikation von technischen Kunststoffen wie Polyamiden eignet; die mit Buna EP XT 2708 VP modifizierten Thermoplasten sollen vor allem durch gute Tieftemperatureigenschaften überzeugen. Darüber hinaus könnne die neue EPM-Variante die mechanische Performance von Wood Plastic Composites steigern und die Gummi-Faser-Bindung von gewebeverstärkten Gummiartikeln wie z.B. Schläuchen und Riemen verbessern.

"Technische Kunststoffe mit Hilfe von gepfropften Ethylen-Propylen-Kautschuken schlagzäher zu machen ist im Prinzip keine neue Idee", beschreibt John Beelen, Head of Global Business Development Business Line EPDM bei LANXESS das Konzept hinter dem neuen Produkt. "Wir sind jedoch weltweit der einzige EPDM-Hersteller, der dieses Elastomer sowohl nach dem Lösungs- als auch dem technisch anspruchsvollen Suspensionsverfahren herstellen kann: Unter anderem dadurch können wir unseren Kunden derzeit über 40 verschiedene EPDM-Typen anbieten. Daher lag es nahe, diese Vielfalt auch für die Herstellung gepfropfter Varianten zu nutzen. Unser Versuchsprodukt Buna EP XT 2708 VP ist unser erster, erfolgreicher Schritt in diese Richtung - weitere sind geplant."

Beim ´Pfropfen´ von EP(D)M mit Maleinsäureanhydrit in einem ´reaktive Extrusion´ genannten Verfahren wird das eigentlich unpolare Elastomer mit polaren Seitengruppen versehen, die die Verträglichkeit des Polymers mit gleichfalls polaren Kunststoffen wie Polyamiden oder Polybutylenterephthalaten erhöhen. Zugleich verbessert die Modifikation die Haftung des Elastomers etwa an Holz- oder Polyamidfasern - das macht Buna EP XT 2708 VP zu einem idealen Haftvermittler zwischen unpolaren Polymeren und den Oberflächen dieser Verstärkungsstoffe.

Die Eigenschaften des Endprodukts hängen jedoch entscheidend von der Detailzusammensetzung des gepfropften EPM-Typs ab. So ist zum Beispiel die Tieftemperaturflexibilität eines schlagzäh-modifizierten Polyamids um so besser, je amorpher das Elastomer ist; zu große kristalline Anteile rauben dem Polymer seine Elastizität. "Die Kristallinität hängt unter anderem vom Ethylen- (C2) Gehalt ab", erläutert Beelen: "ist der zu hoch, verhält sich das Material eher wie ein Thermoplast." Zu niedrig sollte der C2-Anteil jedoch auch nicht liegen, sonst kann das Produkt nicht mehr zu Pellets verarbeitet werden - dies ist jedoch wichtig, damit Kunststoff-Compoundeure den Modifikator wie von thermoplastischen Werkstoffen gewohnt dosieren können. Schließlich und endlich muss der Werkstoff - wie Buna EP 2708 VP - auch wirtschaftlich überzeugen.

"Hier sind neben Know-How natürlich vor allem geeignete EPDM-Typen als Basis gefragt. Hier konnten wir bei LANXESS aus dem Vollen schöpfen: Für die Herstellung unserer neuen, gepfropften Buna-Variante haben wir auf Buna EP G 2070 zurückgegriffen, ein Material mit einem Ethylenanteil von 73 %. Bereits dieser Typ stellt in PA6 Tieftemperatur-Schlagzähigkeiten sicher, die Compounds aus anderen gepfropften Ethylen-Propylen-Kautschuken leicht überlegen sind", so Beelen. "Versuche mit Varianten, die sich durch einen geringeren Ethylen-Anteil auszeichnen, sind nahezu abgeschlossen und zeigen bereits vielversprechende Ergebnisse."

Weitere Informationen: www.lanxess.com