17.03.2011

www.plasticker.de

LANXESS: Hervorragendes Ergebnis in 2010 - Weiter auf Wachstumskurs

Der Spezialchemie-Konzern LANXESS AG vermeldet für das Geschäftsjahr 2010 ein hervorragendes Ergebnis. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 41 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen verdoppelte sich nahezu auf 918 Millionen Euro. Zuletzt hatte der Konzern hier einen Wert von rund 900 Millionen Euro prognostiziert. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen betrug 12,9 Prozent nach 9,2 Prozent ein Jahr zuvor. Mit 379 Millionen Euro hat sich das Konzernergebnis 2010 nahezu verzehnfacht.

"Unser Wachstum wird sich nach dem hervorragenden Jahr 2010 und einem guten Start ins Jahr 2011 weiter fortsetzen", sagte der Vorstandsvorsitzende Axel C. Heitmann auf der heutigen Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf. "Wir profitieren dabei vor allem von unserem Fokus auf Wachstumsmärkte und auf Premium-Produkte für die globalen Megatrends Mobilität, Urbanisierung, Landwirtschaft und Wasser."

Starkes viertes Quartal 2010
Im vierten Quartal 2010 habe LANXESS Umsatz und Ergebnisse im Vergleich zu dem sehr starken entsprechenden Vorjahresquartal nochmals verbessert. So stieg der Umsatz um 32 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Alle drei Segmente profitierten dabei von höheren Absatzvolumina sowie Preis- und Währungseffekten. Die in Deutschland mittlerweile vorgeschriebene Nutzung von Winter- oder Ganzjahresreifen in den Wintermonaten habe zusätzlichen positiven Einfluss auf das Geschäft mit synthetischen Kautschukprodukten des Segments Performance Polymers gehabt.

Das Konzern-EBITDA vor Sondereinflüssen wuchs im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahrjahreszeitraum um 19 Prozent auf 172 Millionen Euro. Den stärksten Anstieg des EBITDA vor Sondereinflüssen verzeichnete dabei das Segment Advanced Intermediates, das insbesondere von der Nachfrageerholung im Bereich der Agrochemikalien profitierte.

Geplante Wartungsstillstände in Synthesekautschuk-Produktionsanlagen sowie eine einmalige Sonderzahlung an die Mitarbeiter führten zu einem leichten Rückgang der Konzern-EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen im Berichtsquartal auf 9,4 Prozent. Das Konzernergebnis verbesserte sich im vierten Quartal im Vorjahresvergleich deutlich um 86 Prozent auf 26 Millionen Euro.

Starke Geschäfte in den Wachstumsmärkten
In der Region Lateinamerika erzielte LANXESS im Geschäftsjahr 2010 mit einem Umsatzplus von 85 Prozent auf 955 Millionen Euro das stärkste Wachstum. Der Anteil der Region am Konzernumsatz erhöhte sich auf 13 Prozent. Wichtigster Wachstumstreiber war das Segment Performance Polymers in Brasilien.

Der Umsatz in der Region Asien/Pazifik wuchs um 43 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Der Anteil am Konzernumsatz betrug damit 23 Prozent. Das höchste Wachstum verzeichnete das Segment Advanced Intermediates. Hier profitierte die Business Unit Basic Chemicals zudem von den im Jahr 2009 erworbenen Geschäftsaktivitäten in Indien und China.

Den höchsten regionalen Umsatz erzielte LANXESS mit 2,0 Milliarden Euro in der Region EMEA (Europa ohne Deutschland, Mittlerer Osten, Afrika), was einem Plus von 31 Prozent entspricht. Ihr Anteil am Konzernumsatz betrug damit 29 Prozent. Wachstumstreiber war vor allem das Segment Performance Polymers. Russland, die Türkei und Südafrika waren die Länder mit den prozentual deutlichsten Umsatzsteigerungen.

Der LANXESS-Umsatz in den vier BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) stieg 2010 gegenüber dem Vorjahr um 60 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Das waren 23 Prozent des Konzernumsatzes, nach 20 Prozent im Jahr zuvor.

Die Region Nordamerika erreichte mit einem Umsatzplus von 50 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro einen Anteil von 16 Prozent am Konzernumsatz. Um mehr als 50 Prozent verbesserte dabei das Segment Performance Polymers seine Umsätze.

In Deutschland erwirtschaftete LANXESS einen um 24 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro verbesserten Umsatz. Dies entspricht 19 Prozent des Konzernumsatzes. Zweistellige Wachstumsraten zeigten dabei die Segmente Performance Polymers und Performance Chemicals.

Megatrends prägen Wachstum
Performance Polymers war 2010 mit einer Steigerung um 58 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro das umsatzstärkste Segment. Ausschlaggebend für dieses außerordentliche Wachstum waren deutliche Mengen- und Preissteigerungen. Das EBITDA vor Sondereinflüssen des Segments wurde mit 585 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Die Business Units Butyl Rubber und Performance Butadiene Rubbers profitierten von der Nachfrageerholung bei Ersatzreifen und im Erstausrüstergeschäft mit Reifen. In den Business Units Technical Rubber Products und Semi-Crystalline Products führten die gestiegene Nachfrage sowie verstärkte Marketingaktivitäten im Geschäftsjahr zu einer deutlichen Ausweitung der Absatzmengen.

Finanzielle Solidität
Dank der guten Geschäftsentwicklung, die zu einem starken Cash-Flow und einer soliden Bilanz führte, habe LANXESS seine Wachstumsstrategie im Jahr 2010 weiter entwickeln können. Die Auszahlungen für Investitionen stiegen im Jahresvergleich um 82 Prozent auf 501 Millionen Euro. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung wurden um 15 Prozent auf 116 Millionen Euro erhöht.

Der operative Cash-Flow vor Veränderung des Working Capital hat sich im Jahr 2010 auf 725 Millionen Euro mehr als verdoppelt, während sich die Nettoverschuldung nur um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 913 Millionen Euro erhöhte.

Für das Jahr 2011 sind Investitionen in der Größenordnung von 550 bis 600 Millionen Euro vorgesehen, von denen ein großer Anteil in den Bau der neuen Butylkautschuk-Anlage in Singapur fließen wird.

"Angesichts der soliden Bilanz von LANXESS und der vorhandenen Finanzierungsstruktur sind diese Investitionspläne auch ohne Problem zu stemmen", sagte Finanzvorstand Matthias Zachert.

Vorschlag für höhere Dividendenausschüttung
"Unser Dividendenvorschlag von 0,70 Euro je Aktie spiegelt unsere starke Performance im vergangenen Jahr wider. Das entspricht einer Steigerung um 40 Prozent im Vergleich zu 2009", sagte Heitmann. Der Vorschlag wird der Hauptversammlung am 18. Mai 2011 in Köln zur Genehmigung vorgelegt. Die vorgeschlagene Dividende entspricht einem Ausschüttungsvolumen von insgesamt rund 58 Millionen Euro.

Weltweite Mitarbeiterzahl gestiegen
Die Zahl der weltweit bei LANXESS beschäftigten Mitarbeiter wuchs im vergangenen Jahr um 310 auf insgesamt 14.648 Personen. Auch hier wird die Wachstumsstrategie des Unternehmens deutlich, wobei die Mehrheit der neuen Beschäftigten in der Region Asien/Pazifik eingestellt wurde.

Angesichts der sehr guten Unternehmensentwicklung hat LANXESS an seine Mitarbeiter Ende 2010 global eine einmalige Sonderzahlung in Höhe von rund 20 Millionen Euro vorgenommen. Damit wurde der Beitrag der Belegschaft zur Überwindung der Krise im Jahr 2009 honoriert.

Wachstumsinitiative 'GOFOR1.4‘
Im September 2010 hatte LANXESS angekündigt, mittels einer zweigleisigen Strategie aus organischem sowie externem Wachstum das EBITDA vor Sondereinflüssen auf rund 1,4 Milliarden Euro im Jahr 2015 zu steigern. Die Wachstumsinitiative 'GOFOR1.4‘ umfasst eine Vielzahl von Projekten.

Beispiele sind:Ausbau der Werke für Hochleistungskautschuke in Deutschland, den USA und Brasilien
Ein neues Werk für Ionenaustauscher in Jhagadia, Indien
Ein neues Werk für Lederchemikalien in Changzhou, China
Neue Produktionsanlagen für Hightech-Kunststoffe in North Carolina, USA, und Jhagadia, Indien
Ein neues Formalin-Werk in Krefeld-Uerdingen, Deutschland
Übernahme der DSM Elastomers-Gruppe, die den synthetischen Kautschuk Ethylen-Propylen-Dien-Monomer (EPDM) produziert
Erwerb des lateinamerikanischen Unternehmens Darmex - einem führenden Hersteller von Trennmitteln und Vulkanisationsbälgen für die Reifenindustrie
Akquisition des Materialschutzgeschäfts von Syngenta

"Wie Sie sehen, sind wir auf einem guten Weg, unser ehrgeiziges mittelfristiges Ergebnisziel zu erreichen", sagte Heitmann.

Zuversichtlich für das Geschäftsjahr 2011
Die geschäftliche Entwicklung im Jahr 2011 wird von LANXESS zuversichtlich beurteilt. Umsatz und EBITDA vor Sondereinflüssen sollen im Vergleich zum Vorjahr höher ausfallen. Das Unternehmen erwartet, dass Weltwirtschaft und Chemieindustrie weiter wachsen werden, allerdings mit geringerem Tempo als 2010. Die stärksten Wachstumsraten dürften dabei die aufstrebenden Märkte in Asien/Pazifik und Lateinamerika aufweisen.