16.03.2010

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LANXESS: Kapazitätsausbau bei Hochleistungskautschuk Nd-BR

Ausbau der Produktion in Deutschland, USA und Brasilien
LANXESS, einer der weltweit führenden Hersteller von synthetischem Kautschuk, hat den Ausbau seiner globalen Produktion des Hochleistungskautschuks Nd-BR (Neodymium Butadien Rubber) beschlossen. Für die Erweiterung der Produktion um 50.000 Jahrestonnen wird der Spezialchemie-Konzern rund 20 Millionen Euro an den Standorten Dormagen (Deutschland), Orange (US-Bundesstaat Texas) und Cabo (Brasilien) investieren. Die zusätzlichen Kapazitäten werden zwischen dem ersten Quartal 2011 und dem ersten Quartal 2012 bereit stehen.

Starke Nachfrage nach Hochleistungsreifen
Mit dem Ausbau der Produktionsanlagen reagiert LANXESS nach eigenen Angaben auf die erwartete Nachfrageentwicklung bei Nd-BR. Hier wird für die kommenden Jahre ein Wachstum von fast zehn Prozent vorausgesagt. Ohne eine Erweiterung dieser Kapazitäten könnte es ab dem Jahr 2014 zu Versorgungsengpässen bei diesem Kautschuktyp kommen. Treiber für die anziehende Nachfrage sind der Trend zu mehr Mobilität – besonders in Asien – und die verstärkte Nachfrage nach Reifen mit höheren Umwelt- und Sicherheitsstandards. Die führenden Reifenhersteller der Welt, die vom globalen LANXESS-Produktionsverbund versorgt werden, reagieren darauf mit einer verstärkten Produktion in den BRIC-Staaten.

Neues EU-Reifen-Label sorgt ab 2012 für weiter steigenden Absatz
Die Europäische Union hatte zudem Ende 2009 eine Verordnung zur Kennzeichnung von Reifen verabschiedet, wonach ab November 2012 alle Reifen nach ihrer Treibstoffeffizienz, Haftung bei Nässe und Abrollgeräuschen klassifiziert und gekennzeichnet sein müssen. Ziel dieser Reifen-Labeling-Regelung sei die Verringerung von CO2- und Geräuschemissionen durch so genannte grüne Reifen, ohne Kompromisse bei der Sicherheit einzugehen. Zusätzlich bringe das Gütesiegel für die Verbraucher mehr Transparenz hinsichtlich der Reifenqualität. Die Reifen werden danach in ein System mit den Klassen „A“ bis „G“ eingeteilt. Die japanischen Reifenhersteller wollen jüngsten Ankündigungen zufolge schon in diesem Jahr diese Kennzeichnung auf freiwilliger Basis einführen, während in den USA noch über eine ähnliche Regelung nachgedacht wird.

LANXESS erwartet von dem Reifen-Label positive Auswirkungen auf sein Synthesekautschuk-Geschäft. Nd-BR, der in der Lauffläche und den Seitenwänden von Reifen eingesetzt wird, sei elastischer als viele andere Reifenkautschuke und hat einen geringeren Abrieb. Dies verringere den Rollwiderstand und verlängere die Lebensdauer von Reifen, so dass Autofahren sicherer, wirtschaftlicher und umweltverträglicher werde.

Die Kapazitätserweiterungen erfolgen im Rahmen von routinemäßigen Modernisierungsarbeiten. Gleichzeitig vereinheitlich LANXESS weltweit Produktionsprozesse und -technologien an allen Produktionsstandorten für Hochleistungskautschuk. Mit den Erweiterungen einher geht indirekt ein Anstieg der Produktion von Solution Styrene Butadien Kautschuk (SSBR) in Port Jérôme, Frankreich. Zusätzlich passt LANXESS seine Prozesse am Standort Orange an, um die Produktion von SSBR-Kautschuk zu ermöglichen. Dieser Kautschuk-Typ wird ebenfalls in der Lauffläche von Hochleistungsreifen eingesetzt, um den Rollwiderstand zu senken und die Haftung auf nassen Strassen zu erhöhen.

Einsatz in der Kunststoffmodifizierung
Nd-BR und SSBR sind Produkte der LANXESS Business Unit Performance Butadiene Rubbers (PBR). Ein kleinerer Teil der Butadien-Kautschuke findet zudem Einsatz in der Kunststoffmodifizierung, etwa in der Herstellung von schlagzäh-modifiziertem Polystyrol (HIPS) für Spritzgussanwendungen. Weitere Anwendungsgebiete sind Golfbälle, Schuhsohlen, Fördergurte und Antriebsriemen. Die Business Unit PBR gehört zum LANXESS-Segment Performance Polymers, das in den ersten neun Monaten 2009 einen Umsatz von 1,663 Milliarden Euro erzielte.

Vor knapp zwei Monaten hatte LANXESS angekündigt, den Neubau eines Butylkautschuk-Werkes in Singapur vorzuziehen. Der erste Spatenstich soll im Mai 2010 erfolgen. Der Produktionsstart ist nun für das erste Quartal 2013 geplant. Ursprünglich sollte das Werk 2014 in Betrieb gehen. Die Anlage auf der Halbinsel Jurong Island ist für eine Kapazität von 100.000 Jahrestonnen ausgelegt und kostet den Angaben nach bis zu 400 Millionen Euro (umgerechnet rund 575 Millionen US-Dollar).

Weitere Informationen: www.lanxess.com