23.07.2010

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LANXESS: Kooperation mit Maplan in der Elastomerspritzguss-Technologie

LANXESS kooperiert bei der Erkundung der technischen Potenziale seines neuen, leicht fließenden HNBR-Elastomers Therban AT 3400 VP mit dem Elastomer-Maschinenbau-Spezialisten Maplan, Ternitz, Österreich. Die in dieser Zusammenarbeit gewonnenen Erfahrungen sollen Interessenten der neuen, Flüssigspritzguss-fähigen HNBR-Variante helfen, die time-to-market neuer Produkte aus diesem Hochleistungs-Gummiwerkstoff deutlich zu verkürzen.

"Vulkanisate aus Therban AT 3400 VP verfügen über dieselben hervorragenden Ozon- und Ölbeständigkeiten sowie Alterungs- und Abriebeigenschaften wie die vergleichbaren HNBR-Elastomere aus dem LANXESS-Portfolio", beschreibt Dr. Kevin Kulbaba, Kautschuk-Experte bei der LANXESS Business Unit Technical Rubber Products das neue Elastomer. "Auch die dynamischen Eigenschaften sind auf equivalentem Niveau und z.B. denen vieler Silikonelastomere überlegen; Therban AT 3400 VP eignet sich daher ausgezeichnet für die Herstellung von dynamisch hochbelasteten Dichtungen, die zwischen -30 und 160 °C und in unpolaren Medien, etwa Ölen oder Kraftstoffen, zuverlässig funktionieren müssen. Dennoch zeichnet sich das Produkt bei üblichen Verarbeitungstemperaturen durch Viskositäten zwischen 100 und 1.000 Pascalsekunden aus - das Elastomer fließt also um den Faktor 1.000 bis 10.000 leichter als bisherige Therban-Varianten." Damit eigne sich dieses ULV-Therban (ULV bedeutet "ultra low viscous") unter anderem für die vielseitige Flüssig-Spritzgießtechnik (Liquid Injection Moulding, LIM).

Auch wenn die Gummi-Anwendungstechnik über reichhaltige Erfahrung mit ähnlich niedrigviskosen Elastomeren verfügt, etwa Silikonen oder fluorierten Silikonen, liegen mit der Verarbeitung dieses neuen HNBR-Typs kaum praktische Erkenntnisse vor. "Daher haben wir uns entschieden, die Chance zu ergreifen, die ein neues Produkt wie das leichtfließende Therban einem Elastomermaschinenbauer bieten kann", sagt Ing. Rudolf Eisenhuber, Bereichsleiter Technik bei der Maplan Maschinen u. techn. Anlagen Planungs- und Fertigungs-Ges.m.b.H. "Darum sind wir bereits früh in der Markteinführungsphase des neuen Werkstoffs mit einem Kooperationsangebot an LANXESS herangetreten. Die Erfahrungen, die wir mit den Experten dort gemacht haben, sind sehr positiv: Gemeinsam konnten wir unsere Anlagentechnik innerhalb kurzer Zeit an die Eigenschaften des neuen Elastomers anpassen."

Die von Maplan entwickelte Elastomerspritzguss-Technologie zeige sich für den Einsatz des ULV-HNBRs von LANXESS geradezu prädestiniert: Spritzeinheiten mit kurzer und permanent anliegender gekühlter Düse wie zum Beispiel in Anlagen des Typs MHF400/300 E2 eignen sich nach Herstellerangaben hervorragend für die Fertigung kleiner, dünner Formteile aus Therban AT 3400 VP. Der Verzicht auf die Düsenanhebung zwischen den Schüssen vermeide hohe Druckverluste und verhindere unnötigen Materialaustritt, der sich gerade bei der Fertigung kleiner Formteile schnell negativ bemerkbar machen würde. Genau hier liege aber eine der Stärken von Therban AT 3400 VP. Dr. Kulbaba: "Das neue ULV-Therban füllt nicht nur großvolumige Werkzeuge schneller aus als bisher: Das leichtflüssige Material erreicht auch in filigranen Werkzeugen zuverlässig auch entlegene Bereiche; selbst kleinere Spalten und Konturen und extrem dünne Querschnitte werden nun besser gefüllt. Dies konnten wir mit Hilfe der Spritzguss-Experten aus Ternitz nun an Hand von Testformen auch in der Praxis belegen."

Um die Maplan-Anlage an die Viskosität des neuen LANXESS-Elastomers anzupassen, sei lediglich die Zuführeinheit modifiziert worden - eine Aufgabe, die die österreichischen Ingenieure innerhalb weniger Tage gelöst hätten. "Wir haben inzwischen einige Kunden mit dem neuen Elastomer bemustert - das Feedback ist sehr positiv", so Dr. Soddemann, Leiter des Center of Excellence Therban bei der LANXESS Business Unit Technical Rubber Products. "Wenn die Projekte konkreter werden, kann die Umsetzung sofort erfolgen - die nötige Technik steht dank der Kooperation mit Maplan schon jetzt zur Verfügung." Auch Rudolf Eisenhuber von Maplan ist optimistisch: "ULV-Therban ist ein vielversprechendes Material, das sich zum Beispiel für anspruchsvolle Dichtungen im Fahrzeugbau eignet. Wir finden es sehr spannend, uns durch die frühzeitig gesammelten Erfahrungen mit dem neuen Material neue Kundenfelder erschließen zu können."


Weitere Informationen: www.lanxess.com