16.09.2010

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LANXESS: Wachstum durch Megatrends

Der Spezialchemie-Konzern LANXESS will seine wichtigste Ergebnisgröße in den kommenden fünf Jahren um rund 80 Prozent steigern. Damit wird im Jahr 2015 ein EBITDA vor Sondereinflüssen von rund 1,4 Milliarden Euro anvisiert. Gleichzeitig bestätigte der Konzern seine Ergebnisprognose von rund 800 Millionen Euro EBITDA vor Sondereinflüssen für das laufende Geschäftsjahr. Um das neue mittelfristige Ergebnisziel zu erreichen, setzt LANXESS auf eine zweigleisige Strategie mit organischem und externem Wachstum. Der Schwerpunkt liegt dabei auf organischem Wachstum.

"Für LANXESS beginnt heute eine neue Ära des Wachstums. Dank der guten strategischen Positionierung unserer Geschäftsbereiche werden wir die ambitionierten Ziele erreichen können", sagte der LANXESS-Vorstandsvorsitzende Axel C. Heitmann auf dem vierten Medientag des Konzerns in Düsseldorf. "Zum Abschluss dieses Geschäftsjahres werden wir trotz der globalen Wirtschaftskrise unser EBITDA vor Sondereinflüssen gegenüber 2004 um rund 80 Prozent gesteigert haben. Unsere Erfolgsgeschichte spiegelt unsere operative Stärke wider."

Alle LANXESS-Geschäftsbereiche profitieren nach Unternehmensangaben von der Ausrichtung auf Premium-Produkte für die vier Megatrends Mobilität, Landwirtschaft, Urbanisierung und Wasser. Die Fokussierung auf die Märkte der BRIC-Staaten und das prognostizierte Wachstum der bedeutenden Kundenindustrien sollen ebenfalls dazu beitragen, dass bis zum Jahr 2015 eine durchschnittliche jährliche Steigerungsrate von mindestens fünf Prozent erzielt werden kann. In den vergangenen fünf Jahren habe sich der Umsatzanteil der BRIC-Länder am LANXESS Konzernumsatz mehr als verdoppelt.

Zweigleisige Wachstumsstrategie

Als Hersteller von synthetischem Kautschuk setzt LANXESS auf den Megatrend Mobilität. Die globale Reifenindustrie, für die eine jährliche Wachstumsrate von rund fünf Prozent bis zum Jahr 2015 erwartet wird, ist für LANXESS die wichtigste Abnehmerbranche. Aufgrund der steigenden Nachfrage werde derzeit für rund 400 Millionen Euro ein neues Werk für Butyl-Kautschuk in Singapur gebaut. Die Anlage ziele mit ihren Produkten vor allem auf die boomenden Reifenmärkte in Asien. Zusätzlich erweitert LANXESS auch in Belgien sein Butyl-Kautschuk-Werk.

LANXESS ist nach eigenen Angaben mit seinen synthetischen Hochleistungs-Kautschuken führend im Markt für energieeffiziente Reifen. Innerhalb der Reifenindustrie erreiche dieses Segment mit weltweit jährlich rund neun Prozent die stärksten Wachstumsraten. Um die steigende Nachfrage zu bedienen, baue LANXESS seine bestehenden Produktionskapazitäten für den Hochleistungskautschuk Neodymium Polybutadiene Rubber (Nd-PBR) in Deutschland, Brasilien und den USA aus. Für die Produktion von Hochleistungsreifen werde dieser Kautschuktyp immer wichtiger.

Derzeit wird der Bau eines neuen Werkes für Nd-PBR in Asien mit einer Kapazität von 100.000 bis 150.000 Tonnen pro Jahr geprüft. "Die Entscheidung, ob und wo das neue Werk gebaut wird, erfolgt innerhalb der kommenden sechs Monate", sagte Heitmann.

Mit den High-Tech-Kunststoffen Durethan und Pocan will LANXESS ebenfalls den Megatrend Mobilität bedienen. Durch deren Anwendungen sollen Karrosserieteile im Automobilbau leichter werden und somit zur Energieeffizienz im Straßenverkehr beitragen. Aufgrund der wachsenden Nachfrage nach diesen Produkten baut LANXESS derzeit die bestehenden Kapazitäten in Wuxi, China, aus und errichtet ein neues Werk am indischen Standort Jhagadia.

Mit Blick auf die Megatrends Landwirtschaft, Urbanisierung und Wasser wurden weitere Investitionsprojekte gestartet. Ein Beispiel ist der Neubau eines Werkes in Bitterfeld für Membran-Filtertechnologie. Ab dem Jahr 2011 bietet LANXESS damit eine neue Klasse von Produkten zur industriellen Wasseraufbereitung an. Zusätzlich wird in Jhagadia auch ein neues Werk zur Produktion von Ionenaustauschern gebaut. Die Produktion wird dort zum Jahresende beginnen und zielt auf den wachsenden Markt für Wasseraufbereitung in Asien.

LANXESS will bestehende Geschäfte auch weiterhin durch Zukäufe stärken. Finanzvorstand Matthias Zachert betonte, dass der derzeitige Fokus dabei auf kleinen und mittleren Akquisitionen mit einem ähnlichen Transaktionsvolumen wie in der Vergangenheit liege. Zachert ergänzte, dass organisches Wachstum und Zukäufe dabei an strikten Finanzkriterien ausgerichtet werden.