La Réunion schafft ihre eigene Industrie für Biokraftstoffe aus Mikroalgen

Die französische Insel im Indischen Ozean La Réunion verfügt über außergewöhnliche Naturlandschaften und besonders günstige klimatische Bedingungen. Vor diesem Hintergrund hat es sich die Insel zum Ziel gemacht, ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen stark zu reduzieren und bis 2030 eine hundertprozentige Selbstversorgung zu erreichen.

Zwischen der Agentur Nexa, der Agentur für regionale Entwicklung, Investition und Innovation Bioalgostral (erste europäische Produktionsstätte für Kraftstoffe aus Algen) und dem französischen Marktführer für die Verwertung von Biomasse Sechilienne-SIDEC wurde eine Vereinbarung über die Entwicklung einer Industrie für Biokraftstoffe der dritten Generation unterzeichnet.

Durch diese Partnerschaft zielt das F&E-Projekt von Bioalgostral auf die Schaffung einer Biokraftstoffindustrie ab, die La Réunion zu 100% energieautark macht. Der Biokraftstoff wird hauptsächlich aus Mikroalgen gewonnen, die bei der Verwertung von lokalen Abfällen (Kläranlagen, Gülle, industrielles CO2, etc.) entstehen. Die auf diese Weise gewonnenen Mikroalgen werden anschließend extrahiert, um dann weiter zu Kraftstoff verarbeitet zu werden. Der Einsatz dieser innovativen Technologie wurde in Zusammenarbeit mit der deutschen Gesellschaft IGV GmbH (Institut für Getreideverarbeitung - Weltmarktführer bei der Kultivierung von Mikroalgen) entwickelt.

Darüber hinaus arbeitet die Gruppe Séchilienne-SIDEC derzeit an einem Vorhaben, bei dem eine Turbine mit Mikroalgen statt mit Heizöl angetrieben werden könnte. Dieses Projekt könnte bereits 2015 in La Réunion starten. Nach Meinung des französischen Spezialisten für die Verwertung von Biomasse, "ist dies ein weiterer Beweis für das Engagement bei der Entwicklung von Biokraftstoffen der zweiten und dritten Generation."

Nach Angaben des Präsidenten von Bioalgostral, Laurent Blériot, bietet dieses Kooperationsprojekt Bioalgostral auch neue wirtschaftliche und industrielle Perspektiven und trägt somit zur Schaffung von Arbeitsplätzen auf La Réunion bei. Geplant sind 200 neue Arbeitsplätze bis 2020.

Quelle:

Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland